Montag, August 22

Auf in die Berge - nicht zu Fuss

Schachenschloss von oben
Author vor Neuschwanstein
Das Schachenschloss ist eines der Schlösser vom "crazy king" Ludwig II und liegt auf 1866m. Auch wenn das bescheidenste von allen Schlössern (man denke nur an Neuschwanstein oder Linderhof) fehlt es an zwei Dingen nicht, die dem König wichtig waren: 


Zum einen ist es vielleicht klein, aber dafür spektakulär gelegen. Zur linken winden sich Zugspitze und Alpspitze in den Himmel, nach vorne reicht der Blick über Garmisch bis zum Starnberger See. Und hinter dem Schachenschloss ragt die gewaltige Felswände des Wettersteinmassivs hervor. 


Zum anderen ist es innen typisch ludwigverrückt eingerichtet. Ludwig II liess sich nämlich ein orientalisches/türkisches Zimmer einbauen. Dort soll er gerne seinem Hobby, dem Pfeife rauchen, nachgekommen sein. Was da wohl alles für Kräuterchen durchgequalmt wurden? Vielleicht existiert auch deshalb unterhalb des Schlosses ein alpiner botanischer Garten. So konnte Ludwig -der sich gerne aus der realen Welt zurückzog- dort oben ganz authark leben und rauchen. Die ehemaligen Wirtschaftsgebäude für die Versorgung des Königs sind heute in eine herzhafte Berghütte umgewandelt worden, bekannt für Kaiserschmarrn und Schachennudeln. Was hat mich auf diese Höhe getrieben? Eine wunderbare Mountainbike-Tour. Und das am wärmsten Tag des Jahres!


Mountainbike Schachenschloss

Der Schotterweg, der in Mittenwald beginnt windet sich zunächst an 2 alpinen Badeseen vorbei, die man aber seufzend hinter sich lässt. Bald hat man auch schon die erste richtige Rampe erreicht (merke: Rampe hilft gegen Wampe!), und ab nun geht es auf und ab über Stock, Stein, Pfütze und Morast bis man plötzlich nach 2 Stunden ausgesetzt am Berg entlang rollt und davon noch eine halbe Stunde wunderbar auf einem Höhenweg. Bei den Temperaturen hiess das natürlich zusätzlich 3 Liter Wasser auf dem Rücken, 3 x eincremen mit Kindersonnenschutz, und einige (alkoholfreie) Weissbier am Gipfel.

Der Falke vom Schachenschloss mit über 60 km/h downhill


Alkoholisiert würde ich auch nicht die Downhill-Strecke antreten. Was hoch noch über 2 Stunden dauert hat man bergab in 30 mins geschafft. Mit bis zu 65,20 km/h habe ich mich ins Tal gestürzt. Danach brennen die Finger vom Bremsen und man schüttet gut Adrenalin aus. Ob es nun die gefährlichen Fels und Schotterstellen sind, oder entgegenkommende Wanderer -beides strahlt Gefahr aus. 


So gut durchgeölt und mit Schlamm bespritzt gibt es nur eines. Auf zum Walchensee. Deutschlands tiefster See läd mit seiner grün-blauen Färbung nur so zu einem Sprung ins Nass ein. Danach noch ein wenig Grillen (ich habe den Wurstburger neu erfunden!). Also das ist echt wie Urlaub. Nur das der Montag doch immer wieder kommt.
Grillen Walchensee


  

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