Sonntag, April 5

Die Biergarten Saison ist eröffnet!




Mein Aussenthermometerzeigt 19 Grad. Die Sonne erwärmt Haut und Herz. Das heisst in München am Samstag eigentlich nur eins: Biergarten!

München und seine Biergärten. Der berühmteste Biergarten der Welt dürfte warscheinlich der im englischen Garten, am "chinesischen Turm", sein.
Eins ham alle Biergärten gemeinsam. Sie sind immer von uralten, knorrigen Kastanienbäumen überwachsen. Man hat festgestellt, dass die Kastanieblätter den besten Schatten spenden, und somit für eine angenehme Kühle im Sommer sorgen.

Der Kenner hält also nicht nachBrauereiemblemen Ausschau, sondern nach den besagten Bäumen. In den hiesigen Jahren sorgt kurioserweise eine Massen-Attacke der Miniermotten bei den Kastanienfür viel Verdruss. Viele Kastanien sind befallen und verlieren Ihre Blätter schon im Spätsommer, was zu herben Umsatzverlusten führen kann.

Mit dem Radl nur 10 mins von mir entfernt liegt netterweise im Hirschgartenpark der grösste Biergarten Europas. Sage und schreibe 10.000 Besucher fasst dieser Biergarten im ehemaligen königlichen Jagdrevier. Heute ist der Hirschgarten ein innerstädtischer Park, in den sich nur selten Touristen verlieren. Viel mehr trifft sich hier der grantige Münchener beim Boule spielen, Schach, Tischtennis oder Frisbee. Ein Tiergehege mit Damwild und Muffelwild erinnert an die alten, guten Zeiten als Jagdrevier.

Der Biergarten selber ist grundehrlich. Unzählige Kastanien, Schotter und feste alte Bierbänke und Tische erzeugen schnörkellose Biergartenatmosphäre.
Im Biergarten selber gibt es mehrere "Schänken" wo man sich mit Cervecia deorum versorgt und daneben ein paar Buden mit bayrischen Schmankerln, wie Steckerlfisch, Obatzdn, Radieserls etc..

Vor allem der Bierausschank hats mir angetan. Man nehme sich aus einem Schrank eine Masskrug, befeuchte Ihn selbstständig in den vorhandenen Wasserbecken und gebe Ihn dann zur Befüllung an der Schänke ab. Wer eine Radlermass möchte kann sich auch Limo selber zu
zapfen. Geniales Prinzip.





Schön ist auch die Sitte in den bayrischen Biergärten, dass nur die Getränke beim Wirt abgenommen werden müssen. Alles was aber zu einer
zünftigen Brotzeit gehört, darf selber mitgebracht werden. So sieht man wirklich häufig alte barzige "Minganer" (Münchner) Pärchen mit
Picknickkorb bewaffnet an einem der Holztische ganze Nachmittage verbringen.

Auch ich habe mich mittlerweile bereits mit Holzbrettl und Brotzeitmesser ausgestattet. Gestern ham wir uns dann mit nem erweiterten Kommilitonenkreis getroffen. Dubai war ich für den Brotzeitpunkt "Fleischpflanzerls" auserkoren. Flugs 35 Frickas gemacht und der Nachmittag war gerettet. Sonnenbrille auf, die Mass Bier im Arm. A draaum.

Verstehe noch einer, warum sich das Biergartenprinzip nicht auf alle Regionen Deutschland ausbreiten lässt?

i am a celebrity, get me out of here: http://www.abendzeitung.de/bilder/11655/9

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