Dienstag, Januar 4

Vienna Calling



Die Silvester Gaudi wurde in diesem Jahr in Wien gesucht und gefunden.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich in Wien war. Wien liegt auch gar nicht so nah an München wie man meinen sollte. Die Fahrt dauerte uns (inklusive Trinkpausen) unge
fähr 4,5 Stunden.

Einmal angekommen ist und bleibt Wien aber unverwechselbar. Obwohl dort derzeit im Gegensatz zu Deutschland kein Schnee liegt. Wohl keine andere Stadt hat so eine Pracht an barocke
n, marmorfarbnen Häuserzeilen zu bieten. In Wien fühle ich mich schnell ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. Es würde den Wiener sicherlich nicht wundern, wenn plötzlich Mozart, Sigmund Freud oder der Habsburger Kaiser höchstselbst um die Ecke stolzieren würden. Er würde ihn höflich grüssen und einfach weitergehen.



Den unzähligen Fiaker Fahrern geht es auch noch gut. Fü
r 60 € in der Stunde kann man sich einmal durch die Stadt kutschieren lassen. Und dass wurde um Silvester in der Tat häufig gemacht.

Die Neujahrsstunde haben wir am "Steffl" (Dom) verbracht. Zunächst filmten alle Menschen die dröhnenden Glocken und danach unsere mitgebrachten Feuerwerksraketen. Kein Wunder, denn ausser zu uns war es wohl zu den meisten vorgedrungen. In der Wiener Innenstadt herrschte eigentlich ein Böllerverbot.

Der Wiener an sich scheint mir immer noch sehr obrigkeitsorientiert und sehnt sich nach der Ruhe und Ordung der 1000jährigen k.u.k. Habsburgermonarchie. Wer etwas auf sich hält schreibt es auf eine goldner Tafel vor der Türe. "Sachverständig staatlich beeidigt, oder geprüfter, bestellter".....bla bla bla.

Im gehobenen Servicesektor arbeiten in Wien kurioserweise fas
t nur Männer. Der Beruf des Kaffeehauskellners, Kutschers oder Museumswächters scheint mir fest in maskuliner Hand zu sein.

Immerhin habe ich meinen Abscheu gegen den als Wiener Schmäh bezeichneten Dialekt etwas verringern könnern. Die wiener können nichts für ihre dekadent und arrogant wirkende Art. Es ist einfach der Dialekt. Wir ham Ihn wunderbar häufig kopiert indem wir "Wiener Dekadenz" oder einfach "ach ge`" gefaselt haben. Falco wird in Wien übriens spöttisch als das "Falcerl" bezeichnet. Die Wörter sind überhaupt ein wenig kurios. So spricht der Wiener nicht vom "Müll", sondern vom "Mist". Und der Fussgänger wird als "Fussgeher" bezeichnet. Immerhin weiss man meist schnell was gemeint ist.

Dass Kusriositätenkabinett am Schluss:

Wien liegt nicht an der Donau, sonder am Donauseitenkanal einige Kilometer von der Donau entfernt. Fährt man die Donau stromabwärts erreicht man nach 40 km Bratislava (Pressburg). Damit ergeben sich Europas am nächsten zusammenliegende Hauptstädte. Bleibt man in Wien findet man etwa am Naschmarkt auch einen Fluss. Der Name hat mich dann doch erstaunt. Die "Wien" schlänge
lt sich dort neben der Strassenbahn her.


2 Kommentare:

  1. Lieber Heiner,

    hattest du noch nie vom "Theater an der Wien" gehört? Peter Weck war dort viele Jahre Leiter.
    Außerdem heißt es "Steffl" und nicht "Stefferl".
    So, genug Klugscheißerei für heute.

    Viele Grüße aus Hannover
    Martin

    AntwortenLöschen
  2. Nö, nie von gehört. Aber laut Wikipedia kann der Fluss bis auf das 2000fache anschwillen!
    Dann war es das wohl mit dem Theater. "Steffl" könnt natürlich auch sein. Merci alter Klugscheisser.

    AntwortenLöschen