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Samstag, Oktober 17

Lach- und Schiessgesellschaft - Das Kabarett beginnt im Namen

Die Lach- und Schiessgesellschaft genisst als politisches Kabarett Kultstatus in München. Wirklich eine Schande, dass ich erst einmal in den den letzten 9 Jahren dort war.

Die Spielstätte ist an der Münchener Freiheit in Richtung des englischen Gartens. In den anliegenden Strassen findet man zB. mit dem Lustspielhaus an der Occamstrasse noch weiteren Kleinkunst und Theaterbühnen. Hier kann man noch spüren, dass Schwabing einst eine intellektuelle, antibürgerlichen Athmosphäre barg. Immerhin gab es hier in Schwabing schon im Jahrzeht vor den 68er Krawallen in Paris und Berlin solche Tendenzen. Die "Schwabinger Krawalle" sind ein solches Zeugnis mit immerhin 40.000 jugendlichen Teilnehmern und berittenen Polizisten (laut Wikipedia).

Aber kommen wir zurück zur Lach- und Schiessgesellschaft. Von Dieter Hildebrandt 1956 gegründet spielten z.B. Bruno Jonas, Werner Schneyder und Jochen Busse in dem Kabarett. Wenn man sich die alte Aufnahme bei Youtube ansieht, kommt zwar einiges verstaubt rüber, aber man sehnt sich etwas weniger Comedy und mehr Inhalt in die deutsche Komikszene (aber das ist ja nichts Neues). 

 

Das Kabarett beginnt im Namen

Ehrlich gesagt tragen viele Kabaretts merkwürdige Namen. Man denke an die Wühlmäuse und Stachelschweine in Berlin, in München gibt es den Schlachthof und Kaktus. Was es aber mit der Lach- und Schiessgesellschaft auf sich hat, hatte sich mir nie erschlossen.

Kürzlich beim Geld abholen in einer alten Filiale der Hypo-Vereinsbank (mittlerweile Unicredit) in der Schwanthaler Höhe stosse ich beim Rausgehen auf ein dezent angebrachtes altes Blechschild einer Sicherheitsfirma. Siehe da! Es gibt Sie wirklich: die Münchener Wach- und Schliessgesellschaft.

Wach- und Schliessgesellschaft München

Sonntag, Mai 30

Die schöne Münchnerin


vespa mädels sexy
"Die schöne Münchnerin" ist ja mittlerweile schon fast ein geflügeltes Wort.
In Gesamtdeutschland hört man von diesem Klischee über die Isarmetropole. Während unser einer dabei an TV-Show-Topmodelgewinnerinnen oder die Begleiterinnen der FC Bayern-Fussballer denkt, denkt die Generation über uns an die Uschis: Uschi Glas oder Uschi Obermaier.

Um dem Grund des Mythos der attraktiven Frauen auf den Grund zu gehen, muss man bis zur Regentschaft von König Ludwig I. (1786-1868), dem Grossvater vom Märchenkönig Ludwig II., zurückgehen.
Ganz in der Tradition der bayrischen Könige stehend, war er einem Techtelmechtel neben der Ehe ganz und gar nicht abgeneigt. Sein Architekt Leo von Klenze machte sich sogar die Mühe alle Flirts des Königs in einem Dossier mit über 50 Namen (!) zusammenzustellen. Bis ihm der letzte Name seine Regentschaft kostete.

Schliesslich entschloss sich Ludwig I. zwischen 1827 und 1850 die 50 schönsten Damen seines Landes Bayern von seinem Hofmaler portraittieren zu lassen. So entstand eine Schönheitengalerie, die heute in Schloss Nymphenburg in München zu bestaunen ist. Dabei achtete der König höchsselbst darauf, nicht nur adelige, honorige Damen zu erwählen sondern auch einfache Schönheiten aus dem Volk zu finden. So wurde er zufälligerweise auf die damals 17 Jährige Schusterstochter Helene Sedlmayer aufmerksam. Allgemein zählt man das Portrait der "Ausläuferin in einem Spielzeuggeschäft" zu den idealsten und attraktivsten der gesamten Sammlung. Voila, der Inbegriff der
schönen Münchnerin anno 1831!
helene sedlmayer portrait
Während Helene Sedlmayer als
"ungemein fleißig, treu, brav und reinlich" galt, kann man das von Uschi Obermaier in der `68 Kommune wohl nicht mehr uschi obermaier nacktbehaupten.
Obwohl die Kommunardin und 68erin wohl eher mit alten Traditionen brechen wollte, hat sie die Tradition der schönen Münchnerin sicherlich weitergeführt.



Zur Zeit der Wiesn wird das Klischee auch gut gefüttert. Die Dirndl haben ja mit der klassischen Tracht häufig nicht mehr viel zu tun. Sie enden oberhalb der Knie, leuchten in bunten Farben und protzen mit einem mächtigen Dekollete. Das ist manches mal vulgär und nicht wirklich schön anzusehen. Häufig aber doch! Wie dies 3D Geburtstagskarte beweist!


a guades holz vor der hüttn

Wie mir mein bairisch Duden verrät, beugt man sich beim Anblick eines solchen Vorbaus zu seinem Nachbarn am Biertisch und flüster ihm ins Ohr:

"de höd vileichd a Holz voa da Hiddn" = hochdeutsch: "diese Dame hat eine respektable Oberweite!"

So sans, die schönen Münchnerinnen.


Update: Sie wird wieder gesucht. Diesmal von der Abendzeitung:

http://www.abendzeitung.de/muenchen/die_schoene_muenchnerin/