Dachau. Schon bei der Erwähnung des Wortes zuckte ich früher ein wenig zusammen.
Es hatte zwar nicht ganz das Niveau Orten wie Hiroshima, Tchernobyl oder Stalingrad. Aber spielte duraus in einer Liga mit Lockerbie oder Verdun. Ich erinnere mich noch gut an mein ungutes Gefühl, wenn in der ARD Sportschau -als noch echte Randsportarten gezeigt wurden- hin und wieder beim Thema Volleyball der Name des ASV Dachau fiel.
Die Stadt Dachau ist durch den Prototyp aller Konzentrationslager, das KZ Dachau, gebrandmarkt. Bereits im März 1933, also direkt nach der Machtübernahme Hitlers, wurde es vom damaligen Münchner Polizeipräsidenten (und späteren Holocaust-Chef Organisator) Heinrich Himmler eingerichtet.
Nach anfänglichen zaghaften Protesten entwickelte sich das KZ schnell zum rechtsfreien Raum. Für Erschiessungen war nur noch der BEfehl des Lagerkommandanten und zweier Wächter erforderlich. Zunächst diente es der Abschreckung, indem v.a. prominente Oppositionelle in Dachau inhaftiert wurden.
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Von meinem Besuch vor 2 Jahren in der heutigen Gedenkstätte sind mir als besonders wiederliche Bilder von Versuchen an Gefangenen in Erinnerung geblieben. Um die Überlebenschancen von Piloten der Luftwaffe bei einem Absturz im Meer zu verbessern, wurden Häftlinge solange in Eiswasser getaucht bis...-oder in einer Druckkammer wurde mit Probanten ein krasser plötzlicher Druckabfall wie beim Absturz aus grosser Höhe simuliert.
Mein komisches Gefühl beim Namen Dachau wurde damals voll bestätigt. In der FAZ habe ich sogar einen Artikel gefunden, der behauptet, dass das Goethe Institut an der Dachauer Str. in München sogar bis in die 90er seinen Hintereingang als Postadresse angegeben hat um keine KZ-Assoziationen mit der Adresse zu wecken!
Ich folgte damals vom Lager am östlichen Stadtrand der Stadt einem Schild "Schloss Dachau x kilometer" etwas beklommen mit dem Radl in die Altstadt. Dachau ist ca. 300 Jahre älter als München, und besitzt -sehr zu meinem damaligen Erstaunen- neben dem KZ am Stadtrand ein wunderbares Juwel von Altstadt. Die Altstadt duckt sich unter einem Felshügel der aus dem sonst rundherum flachen Land herausragt. Kopfsteinpflaster, enge Gassen, uralte Wirtshäuser. Man fühlt sich ins Mittelalter versetzt.
Man hat von hier nicht nur einen Blick auf die komplette Münchner Stadtshilouette, sondern auch auf die Alpen vom Berchtesgadener Watzmann bis zur Zugspitze!
Wow. Die Schlossgastronomie ist gerade neu verpachtet worden, an einen Schicki Gastronom vom Ammer-See und wird umgebaut. Dann wird man sicher wieder mehr vom Schloss hören. Ich werde sicherlich mal wieder vorbeischauen.
Dennoch wird Dachau seine beiden gegensätzlichen Seiten für mich wohl behalten. Ich kann einen Besuch -egal welcher Seite- nur empfehlen.