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Samstag, Januar 10

Besuch beim spektakulärsten Sportevent Oberbayerns

In Garmisch, 90km südlich von München, finden im Winter viele Sportevents statt. Weltbekannt dürften das Neujahrs-Skispringen und die Ski-Abfahrt auf der Kandahar sein. Danben gibt es aber auch Red Bull Events, den Weltcup Slalom am Gudiberg, Bundesliga Eishockey oder Biathlon in der Innenstadt.

Ein Event vereint Sport und lokale Tradition und ist -wenn Ihr mich fragt- das spektakulärste. In diesem Jahr war ich bereits zum dritten mal in Folge da, während mich Skispringen und Abfahrt nur alle paar Jahre sehen.

In diesem Video seht Ihr das Event einmal aus der Sicht einer Helmkamera. 

 
1971 entstand es wohl aus einer Schnapsidee nach dem Wirtshausbesuch: Es handelt sich hierbei um das Hornschlittenrennen. Früher wurde auf den Schlitten im Winter Heu von den Almen ins Tal transportiert. Heute bauen sich Teams aus Thüringen, dem Ruhrgebiet (Starter 21, Ruhrpottwalze) und natürlich Oberbayern Ihr eigenen Schlitten. Natürlich streng nach den Vorgaben des traditionellen Hornschlittenbaus. Und da es nicht so viele Hornschlittenrennen gibt, ist das Rennen in Partenkirchen gleichzeitig die bayerische Meisterschaft. Die vorderen Holmen des Schlittens sind den Hörnern einer Gams nachempfunden, was den Namen der Schlitten erklärt.

4 mal Hornschlittenrennen Partenkirchen

Warum ist das Hornschlittenrennen so spektakulär?

Nun ja, es stürzen sich 4 Amateursportler ein steile Abfahrt hinunter und erreichen dabei bis zu Tempo 90 km/h. Links schützt nur die Felswand, rechts eine Bande oder der gähnende Abhang der Partnachklamm. 

Die Strecke ist oft eisig, weil es am Dreikönigstag noch nicht soviel Schnee in den Bergen hat. Nach 1,5 Minuten rauschender Abfahrt wartet dann noch ein Zielsprung auf die wagemutigen Fahrer. Und der Zielauslauf ist auch recht knapp bemessen, so dass es immer wieder zu auseinanderbrechenden Schlitten kommt.

Es ist risikoreich, ja es ist eigentlich saugefährlich. In jedem Jahr kommt es zu mehr als einem Krankenwagen Einsatz.

Der Hornschlittenverein sorgt für ein super Ambiente. Es wird lustig moderiert, Eine große Leinwand sorgt für keine Langeweile und man kann sich mit Glühwein, Bier und fränkischer Baratwurst stärken.

Leider ist es kein Geheimtip mehr. Bei zugegebenen super äusseren Bedingungen folgten über 5.000 Menschen dem Ruf nach Partenkirchen. Ich war und werde gerne wieder dabei sein! 



Die Ergebnisse von 2015 findet Ihr hier!

Sonntag, Januar 23

Schneestadt München


Schnee in München ist eigentlich im Winter ob der Lage auf 519 m Meereshöhe ein gewohntes Bild.
Die üblichen Geschehnisse sind dann, dass z.B. die Häuslbesitzer ihre Schilder "Vorsicht Dachlawine" heraus holen, um übervorsichtige Passanten zu warnen. Biergartenbesucher können sich bei sonnigem Wetter auch erfreuen. Der Biergarten am Viktualien Markt und am chinesischen Turm sind auch im Winter geöffnet. Der Promibiergarten "am Seehaus" im E-garten läd sogar zur Schlittschuhfahrt ein.

In der vergangenen Woche wurde das Winterwetter dann vom Alpenföhn überrascht. Wie die Abendzeitung titelte war den Münchenern "100 Stunden Frühling" vergönnt. Bei Schnee finden in München derzeit immer häufiger irgendwelche "Snow Events" statt. Im Olympiapark hat erfolgreich vor 20.000 Menschen ein Weltcup im Parallelslalom stattgefunden. Um die Zuschauer unterzubringen, wurde sogar der Olympiasee leergepumpt. Wie mir Freunde berichteten, war es ein einmaliges Erlebnis, der Eintritt von ca. 20€ aber happig.

Dann wurde in der letzten Woche im Olympiapark auch noch der Weltmeister im Ice Cross Race gesucht. Marketinggerecht wurde der Wettbewerb dann" Red Bull Crashed Ice 2011" genannt. Auf all diesen Veranstaltungen kann nämlich derzeit mächtig für die Olympischen Spiele 2018 geworben werden. München ist ja
"Candidate - City", und die Chancen stehen für 2018 gut. Eine Mehrheit von 70% der Deutschen sind für die Spiele und der Widerstand der "Bauern" in Garmisch bröckelt (irgendjemand hat herausgefunden, dass von den hartnäckigen 59 Landwirten nur 6 wirklich noch Landwirte sind).

Als aufrichtiges Münchener Unternehmen hat sich auch die Siemens AG ganz altruistisch auf den Zug der Olympia Unterstützer geschwungen. Da ja siehe oben Wintersportevents ganz en vogue sind nimmt Siemens die Ski WM in Garmisch zum Anlass ein eigenes Event namens "Snow City" mitten in München vor der Konzernzentrale am Wittelsbacher Platz abzuhalten:

Hier soll eine 40m lange und 9,50 m hohe Ski- und Schlittenrampe für Gaudirennen entstehen. Anwohner kritisieren das Event mit einer Wortneuschöpfung: Die "Verballermannisierung" des Wittelsbacherplatzes wird befürchtet! Auch ich denke, dass Siemens hiermit ein wenig über das Ziel hinausschiesst. Der Kurfürst Maximilian II auf dem Reiterstandbild in der Mitte des Platzes schaut sicherlich etwas verwundert hinüber; er verschwindet ja ganz und gar neben der Rampe.


Zurück zum winterlichen Wetter. Während man in München bei Schnee also von Dachlawinen verfolgt wird und sich Gedanken über Tagesskiausflüge machen muss, ging es beim Heimatbesuch im winterlichen Münsterland beschaulicher zu. Im Dezember und um Weihnachten lag im Westen einmal mehr viel mehr Schnee als in Bayern.
Ein Spaziergang im Münsterland war dem Spaziergang im bayerischen Oberland oder Allgäu plötzlich zum Verwechseln ähnlich.

Die Offiziellen waren aber etwas überfordert mit 20cm Naturschnee. Öffentliche Gebäude wurden gesperrt, Weihnachtsgottesdienste fielen aus.
Mir hat der Schnee viel Freude bereitet. Unseren Hunden auch!


Sonntag, Januar 18

Schneewandern

Gestern abend, ein paar Tegernseer und ein Gustl waren schon getrunken, sagt mein Kumpel Simon plötzlich: was haltet Ihr davon wenn wir morgen Schneewandern gehen?

Mittlerweile sind wir im Zuge unserer Glockenbachtour vom "Cafe King" in den "Flaschenöffner" gewechselt und bei dem Gedanken an sehr frühes Aufstehen und gewaltige Anstrengung bin ich noch nicht wirklich begeistert.
Zudem kann man doch wohl nur zwischen Mai und Oktober wandern, oder?


Simon, der alte Grattler, hatte aber natürlich schon alles vorbereitet und sogar einen Tourenvorschlag ausgedruckt. Also musste nur noch verteilt werden, wer die Eier kocht, wer holt Semmeln, wer hat noch 3 Gustls im Kühlschrank und wer mich per Anruf um 7:30 Uhr weckt.

Früh geht es an meinen so geliebten Walchensee, Deutschlands tiefstem See, nur 45 mins im Süden von München. Von dem kleinen Örtchen "Einsiedl" am Ende des herrlichen Sees wollen wir 1.000 Höhenmeter bewältigen und den Simetsberg bezwingen.

Richtig, es herrscht Winter in Bavaria. Während am Parkplatz nur wenige cm Schnee liegen, sind es am Gipfel auf 1.880 m bis zu 50 cm. Der erste Teil führt zum Glück über einen gut begehbaren Wirtschaftsweg und wir kommen gut voran. Irgendwann geht der Wanderweg aber rechts ab, der Schnee ist zwar noch fest, aber 2 Schneeschuhwanderer nehmen uns trotzdem gut Meter ab. Zeit für eine erste Pause mit Thermoskannentee und ner Brezn.

Der nächste Teil der Strecke bis zu einer Schutzhütte 200 Höhenmeter unter dem Gipfel führt nämlich wie eine Waldabfahrt (als das wird sie wohl auch vermehrt genutzt) steil durch den Wald den Berg hinauf. Wir sind ganz schön am Prusten, ein Fehltritt und man liegt direkt wieder 20 m tiefer.
Ab der Hütte öffnet sich dann die Landschaft. Die Bäume verschwinden und wir stapfen als Dreiergruppe im alpinen Stil über Schneewachten und Traversen quer zum Gipfelkreuz. Von dort haben wir Blick zum Starnbergersee und Ammersee, vor uns liegt Deutschlands höchster Gipfel im Wetterstein, und unter uns schimmert bläulich der Walchensee. Traumhaft.

Auf dem Abstieg erkenne ich nach wenigen Metern, dass ich mit meiner Skihose, auf dem Hintern sitzend viel schneller vorankomme. Stefan und Simon haben leider nur Jeans an und müssen mit Plastiktüten vorlieb nehmen.

In rasender Fahrt erreichen wir wieder die Hütte wo wir uns eine Brotzeit gönnen.
Mit Eiern, Schninken, Salami, Semmeln, Käse, Karotten, Tomaten, Paprika, Tee und 2 Augustinern lassen wir es uns schmecken.
Nach weiteren Rutschfahrten und strammer Wanderung sind wir in Rekordzeit an unserem Auto in Einsiedl und schon um 16:30 Uhr wieder in Minga.



A Draaaum. Morgen geht es wieder schaffen bei Siemens. Schön war die Zeit.