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Sonntag, März 23

Die schönsten Plätze Münchens I - Sitzen Hackerbrücke!

Nein, auf diesem Photo ist nicht Instagramm beteiligt oder Photoshop. Das ist ein abendlicher Schnappschuss von der Hackerbrücke in Münchens Westen.

Mit ein wenig Akrobatik kann man sich auf die erste Etage der gusseisernern Brückenbefestigung schwingen und eine Feierabend-Augustiner mit Blick auf die untergehende Sonne verzehren.
Hackerbrücke Sonne Sitzen Abend Bier

Die Brückensitzer trinken das gute Augustiner, immerhin verbindet die Trasse die Augustiner Brauerei mit dem Augsutiner Keller -einem der meistbesuchten innerstädtischen Biergärten. Dennoch sprechen wir nicht von der Augustiner-Brücke sondern von der Hacker-Brücke -ob einer weiteren nahe gelegenen Brauerei (Hacker Pschorr). Der Blick schweift über das Gleisbett der Anfahrtstrasse des HBF München. Immerhin das breiteste Gleisbett Deutschlands - Industrieromantik pur.

Während der Wiesn ist die Brücke für den motorisierten Verkehr komplett gesperrt (Ausnahme Brauereipferde), weil es der nächstgelegenen S-Bahnhof zur Theresienwiese ist. Ich selber habe dabei schon beobachtet, dass die Polizei aus Ihren Lautsprechern zur Deeskalation Schlager-Wiesn-Hits spielt. Nette Aktion.

Während der restlichen Jahreszeit aber ist die Hackerbrücke für den ganz normalen Fuss, Radl und Autoverkehr geöffnet. Leider hat man bei der Konstruktion der Brücke im späten 19. Jahrhundert wohl noch nicht an den gemeinsamen Verkehr von Auto und Radlern gedacht. Wie man unten im Bild sieht fehlt der Platz für einen Fahrradstreifen oder gar Radweg. Durch die Leitplanken wird das Ausweichen damit leider unmöglich; und die Hackerbrücke zu einer gefährlichsten Stellen für Radlfahrer in München. 

Sitzen Hackerbrücke Sonne Bier

Die beengte Fahrbahn scheint auch den Macher der 80er TV Serie SOKO 5113 aufgefallen zu sein. Ich hatte es mir schon lange gedacht und heute wurde es zur Vergewissheit. Im Vorspann läuft ein Mann vor einem aufholenden Auto davon und scheint eingeholt und überfahren zu werden.  Das Ausweichen scheint Ihm und mir als Radler unmöglich. Ja es stimmt, seht selber die Aufnahmen wurden auf der Hackerbrücke gedreht.





Sonntag, Oktober 13

Auf eine friedliche Wiesn - das Oktoberfestattentat

Oktoberfest Eingang


Das Oktoberfest ist vorbei. Bei der morgendlichen Joggingrunde sehe ich einen Bauzaun vor dem Haupteingang. Durchfahrt mit dem Radl verboten. Beim Aufbau bin ich mal mitten durch die Zelte gejoggt, wurde aber von einer korpulenten Frau mit dem Hinweis "dies ist eine Baustelle" vertrieben. Ich hätte damals auch auf meine Kopfhörer zeigen und einfach davonlaufen können.

Der Wiesnabbau dauert gefühlt viel länger als der Aufbau. Es fehlt ja auch die Vorfreude. Eher herrscht in München Katerstimmung und Zeitungen titeln "jeder 3 Münchner ist krank". Zum Glück hatte ich bereits einige Wochen vor der Wiesn eine Erkältung, so dass ich heuer immun gegen alle Viren war. Während die Kirmesfahrgeschäfte schnell abgebaut sind und eine Schlammwüste hinterlassen, bleiben die Zelte noch einige Wochen trostlos und trotzig stehen. Erst Anfang Dezember beginnt an hiesiger Stelle das Winter - Tollwood.

Was bleibt? Schöne Stunden in den Zelten sicherlich. Viele Eindrücke vom Rummel, ganz sicher die Besoffenen am Kotzhügel und auch der Wiesnabschluss mit VIP watching im Käferzelt. Was ebenfalls noch länger bleibt, sind die Blumenkränze und Plastikrosen am Oktoberfestattentatsmahnmal.

Mahnmal Oktoberfest Attentat

Ein Attentat beim Oktoberfest? Ja es gab tatsächlich ein Attentat: 1980. Seit einigen Jahren wird mit einem Mahnmal direkt neben dem Eingang daran gedacht. Zwar setzt die Metallummantelung einer Säule schon Rost an, dennoch finde ich es sehr gelungen. Die Ummantelung sieht aus als seien Fetzen herausgerissen worden. Das erinenrt an die fiese Wirkung der Nägel, die in die Rohrbombe -gespickt mit kiloweise TNT- gesteckt wurden.

 

Plastikrosen für die Toten und Verletzten 

 

Inschrift Säule Oktoberfest Attentat13 Menschen wurden bei dem Attentat getötet, darunter der Attentätet selber. Über 200 wurden verletzt. Damit war es dass schlimmste Attentat der deutschen Nachkriegsgeschichte. Auf der Säule findet man die Namen der Toten. Den Attentäter hat man nicht hinzugefügt.

Heuer hat man zudem die Namen der zum Teil schwerverletzten Überlebenden auf Blätter gedruckt und an den Fuss des Denkmals gelegt. Nach einigen Tagen fangen Oktoberfestbesucher meist an neben echten Blumen auch Plastikblumen von den Schiesständen an der Gedenksäule zu befestigen. Auch ich habe dies schon getan.

Gewissensfrage: Ist das Ablegen einer Plastikrose am Denkmal -auch weil man froh ist sie los zu werden, oder keine Herzensdame in der Nähe- pietätlos?
 
Ich finde nicht. Und das nicht nur, weil Plastikrosen nie verblühen. Eine abgelegt Rose heisst zumindest dass man sich für wenige Sekunden mit dem Denkmal befasst hat. Man wird sich bewusst, dass der Ausspruch beim Anstick von Christian Ude "auf eine friedliche Wiesn" keine inhaltsleere Floskel ist. Wir können uns glücklich schätzen in einem Land zu leben wo sich an einem Samstag 100.000 Menschen versammeln können um friedlich zusammenzusitzen und zu feiern. Und Bier zu trinken.

Terrorauswirkungen auch in den letzten 13 Jahren

Übrigens gab es auch in jüngster Zeit Auswirkungen durch Terrorakte. Im Jahr 2001 wurde der Anstich abgesagt, weil man noch unter dem Eindruck von 09-11 stand. Und es muss ungefährt 2 Jahre her sein, dass von einem auf den anderen tag spürbar weniger auf der Wiesn los war. Al Kaida hatte ein Video mit möglichen Attentatszielen veröffentlicht. Neben dem Brandenburger Tor war da auch das Oktoberfest zusehen. Ein Tag später wurde der Ring, um die Wiesn gesperrt und im nächsten Jahr waren Panzersperren vorhanden. Die Sperrung des Ring stellt nun eine erholsame Ruhezone rund um das Festgelände dar. Nich einmal Taxis dürfen in die Sperrzone. Sehr zur Freude der Rikscha Fahrer die sich gerne abstrampeln.

Das Attentat von 1980 wurde zu großer Wahrscheinlichkeit von einem verbitterten, verwirrten rechtsradikalen Einzeltäter ausgeführt. Da er unter den Opfern war, konnte man leider nie 100% ermitteln ob die Einzeltäterthese stimmig war. Vieles spricht dagegen. Erst 2013 wurde der Fall erneut aufgerollt (siehe hier SZ Artikel).

Donnerstag, September 27

Name für den Wall hinter den Zelten gesucht..

Kotzhügel vor der Invasion
Hier sitzen Sie. Hier schlafen Sie Ihren Rausch aus. Hier lieben Sie sich. Hier übergeben Sie sich. Hier denken Sie nach. Hier sammeln Sie neue Kraft für die nächste Mass. Hier lassen Sie Ihre letzte Mass verdaut zurück. Hier rutschen Sie auf allen Vieren den Hang hinunter.

 Die Rede ist vom westlichen, halbkreisförmigen Hang hinter den Zelten Hippodrom, Ambrustschützen, Hofbräuzelt, Hackerzelt und Schottenhamel. Eigentlich ist der Hang ein ganz normaler Fortsatz des Isarurstromtales, der sich komplett durch München zieht. An der Theresienwiese ist er nicht bebaut und wird somit im Winter zum Rodeln benutzt. Auch die Treppe vor der Bavariastatue gehört quasi zum Hang.

Nur in den 3 Oktoberfestwochen bekommt er eine gänzlich neue Funktion auf dem oben genannte Tätigkeiten ausgeführt werden. Nicht wenige Schaulustig werden oft Zeugen der Vorgänge am Hang.

Meinen Name:"Hang der tausend Ströme". Immerhin schon viele Ströme an Flüssigkeiten selber gesehen.

Derzeit mache ich gerade eine Liste auf, wie Freunde und Bekannte den Hang noch so nennen. Dies ist mein Ergebnis:

Vögelwiese -- Surprise Sex Hill -- Kotzhügel -- Sexhügel -- Vögelwall -- tbc

Vögelwall
Vögelwall von Besuchern besetzt
Nachdem es schoneinmal ein ähnliches Kunstprojekt gab, hat zum Glück auch 2012 wieder ein Onliner sich die Mühe gemacht uns stellt die lustigsten Bilder online. Unter wiesnkotzer.de könnt Ihr euch auch einen Eindruck machen.

Dienstag, Juni 12

Durstige Bayern

Endlich habe ich nun einmal Beweise gefunden für das Gerücht um die Augustiner Brauerei. Als letzte Brauerei Münchens ist der Augustiner Bräu noch im Zentrum der Stadt ansässig und produziert ausschließlich an der Landsberger Strasse. Ob der begrenzten Platz Kapazitäten und weil es einfach ein beliebtes, leckeres Bier ist, heisst es immer wieder, dass Augustiner gerade im Sommer nicht den Bedarf an Hellem für seine durstigen Konsumenten decken kann.

Nun habe ich Beweise, dass der Fall der Fälle echt eingetreten ist und nicht ins Reich der Legenden um die Kult Brauerei gehört. Im Tengelmann habe ich folgendes Schild entdeckt:

 
Wohl ob der überraschend warmen Mai Temparaturen und weil die Produktion des Gerstensaftes noch nicht bei 100% war kam es tatsächlich zu Lieferengpässen, wie auch verschiedene Müchner Gazetten bestätigen.

Heute hat der Roiderer Tonei -Sprecher der Wiesnwirte- auch die neuen Masspreise für die Wiesn bekannt gegeben. Die 10€ Grenze wird heuer noch nicht gebrochen. Die Mass Bier wird zwischen € 9,10 und € 9,50 € kosten. Und damit nur 4% teurer als 2011. Das kann man verkraften, da viele wahrscheinlich weiter 10€ geben werden.

Sonntag, Oktober 10

rauch auf der wiesn - nur heimlich


Das Rauchverbot auf der Wiesn hat echt ganz gut gegriffen. Mein SZ Lieblingskarikaturist Dieter Hanitzsch hatte in einer symphatischen art und Weise auf das Verbot hingewiesen.


Nachdem dann einige Raucher nach dem Genuss einer Zi
garette des Zeltes verwiesen wurde, wurden die Raucher vorsichtig.
Option war es, sich am Ausgang ein Raucherbändchen für den Wiedereinlass zu holen und draussen zu rauchen. Diejenigen, die das Zelt eh verlassen wollten, konnten zum Teil dieses Bändchen an Leute, die vor dem Zelt anstanden verkaufen. Ein Freund hat für ein Band sogar 8 € gezahlt.


Die zweite Option war es, auf Schnupftabak umzusteigen. Ich konsumiere es aus Kult-Gründen
schon seit Jahren auf der Wiesn. Ist ein wenig ekelhaft sich das braune Zeug am nächsten Tag wieder aus der Nase zu bohren. Aber mei. Im Wiesnjargon spricht man bei dem Schnupftabak auf dem Oktoberfest auch von "Wiesnkoks". Er wurde aber nach meiner Beobachtung kaum vermehrt als Alternative zum Glimmstängel genutzt.


Hauptsächlich wurde einfach weniger und zudem heimlich
geraucht. Das nahm dann witzige Züge an. Die Zeltbesucher lehnten sich unter den Tisch um einen Zug zu nehmen. Oder wenn die Stimmung richtig kochte und alle auf den Bänken standen wurde heimlich unten am Tisch geraucht. Eine Freundin macht das einmal hier exemplarisch vor. Die Arme.


Nun sind die Wiesn zum Glück vorbei. Die Gazetten berichten nicht mehr über Wiesntratsch. Endlich sind es wieder sinnvolle Hinweise für den Alltag (nach der Feierei).

Mittwoch, September 29

Wahnsinn, warum schickst du mich auf die Wiesn..Hölle hölle hölle


Des is aber mal wirklich der Wahnsinn.
Aus Interesse checke ich gerade mal die Angebote für Tisc
hreservierungen für ein Zelt auf der Wiesn bei ebay.

Mit den Reservierungen läuft es folgerndermaßen ab:
Im Januar - Februar schickt man ein klassisches Telefax an das
Wiesnwirtbüro, mit dem Wunsch einen Tisch
für 10 Personen zu reservieren. Die meisten Zelte reservieren meist zweimal am Tag. D.h. z.B. von 12-17 Uhr, und von 17-22 Uhr. Hat man Glück noch was zu bekommen, gilt Sofortüberweisung an den Wirt. Im April-Mai sind eigentlich alle Reservierungen vergeben.
Die Reservierung an sich ist kostenlos. Damit versichert wird, dass die Leute aber auch was verzehren, sind Gutscheine für 2 Massen Bier und ein Gutschein für 1 Hendl Pf
lichtabnahme.

Der Preis erechnet sich also folgendermaßen:
2 Bier (incl. Trinkgeld) (20€) + 1 Hendl (12€) = 32 € x 10 Personen = 320 €

Und das als Sofortkasse für den Wirt schon im Februar. Das schreckt dann doch einige ab. Mich auch.

Das ist dumm. Denn für den Wirtschaftswissenschaftler liegt hier ein klassischer Fall von "hidden information" vor. Erst "ex post" erkenne ich den Wert einer solchen Reservierung.
Wenn man nämlich wie jetzt an den Wochenenden schon nachmittags ohne Reservierung in kein Zelt auf der Wi
esn mehr rein kommt. Oder wenn man eigentlich immer Frauen vorschicken muss, um zu fragen damit man ansatzweise noch eine Chance auf Plätze am fremden Tisch hat.
Was ich aber nun bei ebay entdeckt habe, kann ich mir selber nicht erklären. Wie gesagt. Gegenwert der Reservierung 320 €. Seht selbst!








Freitag, September 17

O zapft is`

...erklingt es heute um Punkt 12:00 Uhr wieder aus dem Schottenhamel-Zelt zur Eröffnung der Wiesn.
Wer es live verfolgen möchte, dem sei der Livestream vom Bayrischen Rundfunk ans Herz gelegt. Immerhin darf mit Spannung verfolgt werden wieviele Schläge Oberbürgermeister Ude zum Anstich des Fasses heuer benötigt. Traditionell krempelt der amtierende Oberbürgermeister die Ärmel hoch, zieht sich eine Kellnerschürze an, sticht das erste Fass an und übereicht die erste Mass an den bayrischen Ministerpräsidenten. Während Ude schon seit 1993 agiert, ist bei den bayerischen MP`s in den letzten Jahren ein erstaunlicher Trend zum Wechsel erkennbar. Dann ruft er "O zapft is", und es ertönen 3 Böller Schüsse. Die Schüsse sind eminent wichtig. Erst so erfahren 60.000 durstige Kehlen, die in den anderen Zelten seit Stunden ausharren, das es nun endlich Bier gibt!


Für OB Christian Ude sind nach jahrelanger Übung höchstens drei Schläge eine Selbstverständlichkeit. Im Jahr 2005 stellte er einen Rekord von zwei Schlägen auf, im vorvergangenen und im letzten Jahr gelang ihm das Kunststück wieder. Nun neigt sich seine Amtszeit dem Ende zu und er hat noch grosses angekündigt. 2010 will er tatsächlich das Bierfasserl mit einem einzigen Schlag anzapfen. Ich bin gespannt.

So richtig gezählt werden die Schläge eigentlich auch erst seit 1986. Thomas Wimmer -OB 1953 und Begründer der Schläge auf das Fass- brauchte 1953 angeblich noch 19 Schläge, um das Fass anzuzapfen. Es gibt ja wirklich
einige solche Gschichten um das Oktoberfest. Diese finde ich aber wirklich interessant:
Dass sich jemand als Bürgermeister und Mitglied der Obrigkeit dazu herabliess Schankkellner zu spielen war nämlich damals wirklich ungewöhnlich.

Es spiegelte aber den Zeitgeist der Nachkriegszeit wieder und wurde bewusst von Wimmer eingeführt. München lag immer noch in Schutt, ein jeder sollte durch diese Aktion angehalten werden mit anzufassen wieder neu anzufangen. Ganz unabhängig von Rank und Stand.

Und warum findet das ganze immer in Boxe 17 im Schottenhamel (dem zugegebenermassen unschönsten Zelt von allen) statt? Es ist folgendes überliefert:
Nun ja, OB Wimmer musste 1953 noch kurz vorher eine Elektro Messe eröffnen. Das Messegelände lag in meinem heutigen Wohnviertel Westend. So stolperte er von dort zu Fuss kurzerhand missmutig den Hang hinunter zum Festgelände. So landete er zufällig im erst-besten Zelt. Dem Schottenhamel. Mehr von solchen interessanten Anekdoten finden sich übrigens im Oktoberfest Blog.

Auf eine friedliche Wiesn!

Sonntag, Mai 30

Die schöne Münchnerin


vespa mädels sexy
"Die schöne Münchnerin" ist ja mittlerweile schon fast ein geflügeltes Wort.
In Gesamtdeutschland hört man von diesem Klischee über die Isarmetropole. Während unser einer dabei an TV-Show-Topmodelgewinnerinnen oder die Begleiterinnen der FC Bayern-Fussballer denkt, denkt die Generation über uns an die Uschis: Uschi Glas oder Uschi Obermaier.

Um dem Grund des Mythos der attraktiven Frauen auf den Grund zu gehen, muss man bis zur Regentschaft von König Ludwig I. (1786-1868), dem Grossvater vom Märchenkönig Ludwig II., zurückgehen.
Ganz in der Tradition der bayrischen Könige stehend, war er einem Techtelmechtel neben der Ehe ganz und gar nicht abgeneigt. Sein Architekt Leo von Klenze machte sich sogar die Mühe alle Flirts des Königs in einem Dossier mit über 50 Namen (!) zusammenzustellen. Bis ihm der letzte Name seine Regentschaft kostete.

Schliesslich entschloss sich Ludwig I. zwischen 1827 und 1850 die 50 schönsten Damen seines Landes Bayern von seinem Hofmaler portraittieren zu lassen. So entstand eine Schönheitengalerie, die heute in Schloss Nymphenburg in München zu bestaunen ist. Dabei achtete der König höchsselbst darauf, nicht nur adelige, honorige Damen zu erwählen sondern auch einfache Schönheiten aus dem Volk zu finden. So wurde er zufälligerweise auf die damals 17 Jährige Schusterstochter Helene Sedlmayer aufmerksam. Allgemein zählt man das Portrait der "Ausläuferin in einem Spielzeuggeschäft" zu den idealsten und attraktivsten der gesamten Sammlung. Voila, der Inbegriff der
schönen Münchnerin anno 1831!
helene sedlmayer portrait
Während Helene Sedlmayer als
"ungemein fleißig, treu, brav und reinlich" galt, kann man das von Uschi Obermaier in der `68 Kommune wohl nicht mehr uschi obermaier nacktbehaupten.
Obwohl die Kommunardin und 68erin wohl eher mit alten Traditionen brechen wollte, hat sie die Tradition der schönen Münchnerin sicherlich weitergeführt.



Zur Zeit der Wiesn wird das Klischee auch gut gefüttert. Die Dirndl haben ja mit der klassischen Tracht häufig nicht mehr viel zu tun. Sie enden oberhalb der Knie, leuchten in bunten Farben und protzen mit einem mächtigen Dekollete. Das ist manches mal vulgär und nicht wirklich schön anzusehen. Häufig aber doch! Wie dies 3D Geburtstagskarte beweist!


a guades holz vor der hüttn

Wie mir mein bairisch Duden verrät, beugt man sich beim Anblick eines solchen Vorbaus zu seinem Nachbarn am Biertisch und flüster ihm ins Ohr:

"de höd vileichd a Holz voa da Hiddn" = hochdeutsch: "diese Dame hat eine respektable Oberweite!"

So sans, die schönen Münchnerinnen.


Update: Sie wird wieder gesucht. Diesmal von der Abendzeitung:

http://www.abendzeitung.de/muenchen/die_schoene_muenchnerin/

Samstag, Oktober 11

die Wiesn sind vorbei....

.....und ich bin froh darüber.

Schliesslich hatte ich einigen netten Besuch während der 2 Wochen. Aber nun eine derbe Wiesnerkältung. Wie die T.Z. meldet: "Jeder 4. Münchener ist krank".

Devid, Renne, Bernd, Markus F., Markus T., Thomas T., Thomas W., Dübby und Susi T. haben hier gepennt. Einen super Tag habe ich mit der Truppe aus Münster verbracht. Viele weitere Leute in den Wiesnzelten getroffen.

Meine "richtigen" Wiesnbesuche fanden meist samstags statt. Nämlich ziemlich früh, um am WE einen nicht reservierten Platz zu ergattern. Und 2 x im Schottenhamel. Normalerweise schnell noch vorher zum Metzger meines Vertrauens Vinzenz Murr, ne Leberkassemmel zum Frühstück und dann anstehen am Festzelt.
Über Kamerad "Bunde" Fels haben wir Connection zum Dietmar, ner Bedienung im Festzelt. Er bedient 5 Tische links von der Musikkapelle und ist im wahren Leben Wirt in einem Tennisclub nahe der tschechischen Grenze. Er läd uns immer mal zu sich ein, vielleicht klappts in diesem Jahr ja einmal.
Na ja und die Dietmar Connection ist sehr hilfreich. Während ca. 10.000 Feierwütige morgens um 7:30 Uhr !! vor der Festhalle stehen, verteilt auf den Haupteingang (der übrigens nie geöffnet wird, womit schon mal nen paar tausend weg sind) und die Seiteneingänge, stehen Bunde oder ich halt am Hintereingang W1 oder W3, völlig allein und warten auf Dietmars Einlass.

Dietmar öffnet so gegen 8:30 Uhr, und während die Pforten offiziell erst um 9 Uhr geöffnet werden, kann einer von uns so entspannt zum Tisch laufen und diesen für uns besetzen. Dann hilft man Dietmar noch ein wenig beim Tische säubern, begrüsst die Nachbarbedienungen Heinz und Alex und schmunzelt über die Menschenmassen vorm Zelt.

Ab 9 Uhr wirds dann etwas stressig, weil man allein an nem super gelegenen Tisch sitzt und allen erklären muss "der tisch ist besetzt es kommen noch 17-18 Leute" sorry (immer zuviele sagen auch wenn es nie stimmt. Auf dem Ofest ist der ehrliche der dumme!). Na ja, und wenn die Kumpanen endlich ins Zelt kommen kann der Spass dann los gehen.
Hab es 2 mal tatsächlich bis 9 Uhr abends im Zelt ausgehalten. Für die After Wiesn Partys hat es dann aber leider (siehe Poster) heuer nimmer gereicht.

Prosit