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Sonntag, Oktober 19

Die Sache mit dem Bier....

Vor einigen Jahren habe ich mir einen Artikel ausgeschnitten, der nun meine Collage auf der Toilette ziert:

Jeder 4 Bayer trinkt täglich Bier!

Wenn es so wundervolle Herbsttage sind wie derzeit kann ich dass gut nachvollziehen - und addiert man die Biere aus der Oktoberfestzeit hinzu, kommt das bei mir für die letzten 4 Wochen wahrscheinlich auch hin:


Weissbier im königlichen Hirschgarten!
Belohnungs-Weissbier im Rißtal/Karwendel aka auf dem Weg zum Biermodel!

Natürlich legen viele Münchner eine Pause zwischen dem Ende des Oktoberfestes und der kommenden Weihnachtszeit ein, damit der Körper sich gut erholen kann, aber ich denke ein-zwei alkoholfreie Weissbiere tun es auch. Zudem verzichte ich meist auf jegwelche Schnäpse, weshalb mich auch die Whiskey Messe in München "Classic Whiskey" nicht locken kann:


Schmunzeln musste ich aber über die Namensgebung der Messe. Immerhin unterscheiden viele Schnapsliebhaber WhiskY aus Irland und WhiskEY aus Schottland. Die Veranstalter lösen es geschickt indem Sie das "e" klein und schräggestellt andeuten. Auf dem Plakat und in der URL wird es wiederum ohne "e" geschrieben.

Also wie denn nun? Fragen wir doch einfach Mama Google, und siehe da, in Deutschland wird die ohne "e" Variante doppelt so oft gesucht!



Aber den Spruch der Messe Veni Vidi Whiskey kontere ich lieber mit:


Mittwoch, August 15

Was macht die Klobürste im Hirschgarten? Masskrugtradition im Biergarten

Damhirsch im Hirschgarten
Der Hirschgartenbiergarten ist mit seinen fast 10.000 Plätzen nicht nur der größte Biergarten Europas. Er gehört auch zu den ursprünglichsten Biergärten Münschens. Heute ist der Hirschgarten ein Stadtpark, umgeben von den Vierteln Nymphenburg, Laim und Neuhausen. 
Früher aber bis ins 19te Jahrhundert muss er vor der Stadt gelegen haben, und die Kurfürsten fröhnten hier Ihrer Jagdleidenschaft. Neben dem Hirschen im Namen kann man sich ein Jagdrevier vielleicht am immer noch vorhanden Wildtiergatter vorstellen, wo Mufflons und Damhirsche friedlich zusammen grasen. Heute werden Sie nur noch von kleinen Kindern gefährdet, die durch Schilder extra darauf hingewiesen werden, diese wilden Tier nicht mit Abfällen aus dem Biergarten, wie Pommes oder Steckerlfisch zu füttern.

Alles in allem ist der Hirschgarten ein traditioneller Biergarten, den ich gerne aufsuche, wenn sich in den vielen anderen zentralen Biergärten Horden von Touristen und Businessleuten treffen. Für den gemeinen Tourist ist es nämlich nicht so leicht den Biergarten trotz seiner Größe zu erreichen. Zum einen liegt er nicht in Fussdistanz zum Marienplatz und zweitens braucht man von der Tram oder S-Bahn Haltsstelle noch gut und gerne 15 min bis in den Park. 

Im Hirschgarten ticken die Uhren noch ein wenig anders. Das merkt man schon bei der Abholung des Bieres an Schänke 1. Nein, man geht nicht hin und bestellt brav ein Helles, zahlt und sagt Danke! 
Nein vorher ist man selbst mit der Vorbereitung des Masskruges beschäftigt, was den einen oder anderen Erstling im Hirschgarten etwas ratlos zurücklässt.

Zunächst sieht er einen halb geöffneten Schrank mit hunderten von Masskrügen, dann ein Wasserbecken in dem einzelne Klobürsten liegen. Normalerweise sieht man zu Stosszeiten immer einige Touristen heimlich zugucken, die es dann einem nachmachen. Mir macht es dann immer Spass routiniert vorzupreschen und den Weg zu weisen. Das läuft im Hirschgarten folgendermaßen. 

Punkt 1: Man nehme sich einen leeren Maßkrug aus dem Schrank und prüfe Ihn auf Beschädigung oder grobe Verschmutzung. Sonst wird ein anderer genommen.
dieser Herr stiehlt keinen Masskrug im Hirschgarten......
Punkt 2: Ist der Masskrug unbeschädigt, geht es zum Wasserbecken, in dem ständig Wasser nachlaufen sollte. Hier nimmt man sich mit etwas Überwindung die Klobürste und wischt damit einmal durch das Innere des Masskruges. Eigentlich muss er nur vom Staub befreit werden.

Die Herren spülen freiwillig und unentgeltlich
Die königlich hirschgärtliche Klobürste
Punkt 3: Zur Schänke gehen und mit Bier füllen lassen. Hernach in die Sonne setzen und geniessen. Mitgebrachte Brotzeit verspeisen. Was lesen. Prosit!


    

Donnerstag, März 31

Der sterbende Schwan

Die ersten Frühlingstage und die hellen Stunden am abend haben mich wieder aufs Mountainbike gehievt. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man aus Münchens Mitte an der Isar entlang in das bayerische Oberland vorstossen kann. Hat man einmal bei Pullach den Radweg am Isar-Hochufer erreicht ist es einfach nur traumhaft. Die Strecke hat einiges zu bieten: Schotterwege, schmale Trails über Buchenwurzeln, herrliche Aussichten und immer wieder Biergärten, Biergärten, Biergärten.

Mountainbike Isar Trails Grünwald
Nach 25 km hat man dann mit der Benediktinerabtei Schäftlarn einen idealen Scheitelpunkt erreicht. Natürlich einen Scheitel mit Bräustüberl und Biergarten.

Am anderen Isarufer geht es dann über Grünwald zurück nach München. Im Moment ist das Isarufer so weit draussen vielleicht ob der Jahreszeit noch nicht zu sehr mit Bikern und Spaziergängern gefüllt. Die Isar ist hier noch ein richtig wilder Strom. Bevor er bis München durch diverse Flossschleussen und Wasserkraftwerke gezähmt wird. An diesem wilden Strom habe ich aus dem Augenwinkel im Schilf plötzlich einen weisslich schimmernden Fleck auf braunem Grund erhascht.
Die Überraschung ist gross als ich einen brütenden Höckerschwan auf einem Schilfnest identifiziere. Irgendwie habe ich mir noch nicht konkrete Gedanken gemacht, wo all die hübschen Schwäne in Münchens Parkanlagen herkommen. Sie werden also von eleganten, hübsch schlafenden Schwäninnen auf schwimmenden Schilfinseln im beschaulichen Isartal ausgebrütet.Brütender schwan GrünwaldDem Schwan werden wohl -wie nur wenigen anderen Tieren- edle humane Eigenschaften angedichtet. Ein Schwan wirkt anmutig, elegant ja gar romantisch, musisch. Der Schwanengesang bezeichnet die letzte Rede eines Politikers oder das letzte Werk eines bedeutenden Künstlers. Der sterbende Schwan und Schwanensee sind weltberühmt. Der Schwan kommt im Märchen vor, Richard Wagner verewigt Ihn in der Lohengrin Oper und die irische und griechische Mythologie (Leda..) handelt von Schwänen als Symbol der Reinheit.

Am Ortseingang von Grünwald werde ich jäh aus meinem Schwanentraum gerissen. Erzürnte Bürger haben einen Zeitungsartikel an einen der letzten Bäume vor Grünwald geheftet. Es geht um die Jagd auf Schwäne im Dezember letzten Jahres, die von Spaziergängern beobachtet wurde. Der Artikel stellt gleich zu Beginn fest, dass die Schwanenjagd rechtmässig war (unterliegen dem Jagdrecht). Dennoch haben sich die Jäger auch wohl etwas ungeschickt angestellt. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass es wohl kaum Proteste gegeben hätte wenn Jäger die Wanderratten Grünwalds bejagt hätten (unterliegen allerdings nicht dem Jagdrecht).

Das es eine Menge Schwäne in München gibt, stelle ich regelmäßig am beliebten Grillplatz auf dem Isarkies an der Tierparkbrücke fest. Hier wimmelt es von Schwänen, sicherlich auch weil sie den ein oder anderen Happen von tierfreundlichen(feindlichen) Grillern abbekommen.
Meine Schwanrecherche in Grünwald hat mich leider auf dem Bike aufgehalten. Angekommen bin ich nach knapp 4 Stunden 56 km später im dunkeln und kalten Regen. Am Wochenende soll es aber 25 Grad werden. Da bin ich sicher wieder on tour. Und diesmal fahre ich nicht nur vorbei an den Biergärten, Biergärten, Biergärten...