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Mittwoch, April 1

Am Gipfel des Müllbergs! Spurensuche am versunkenen Dorf!

Fährt man die A9 entlang, oder besucht man die Arroganz Arena fällt es seit 1999 auf. Das Windrad auf derm Fröttmaninger Berg. Der Berg ist eine alte Mülldeponie und 75m hoch, das Windrad ragt nochmal 100m in die Höhe! In Anlehnung an das Lied der Mannschaft in der AA nennen es Siemens und die Stadt München: Stern des Südens.
Windrad am Müllberg Fröttmaning
Die Windräder sind mit tauenden LEDs beklebt, so dass es im Winter hell erstrahlt und munter dreht und blinkt. Die Eigentümer sind schnell mit Superlativen dabei und behaupten es sei der grösste Weihnachtsstern der Welt. Vielleicht strahlt hier ja das Selbsverständnis des angerenzendes Clubgeländes herüber?
Blick auf Arroganz Arena vom Müllberg

OK, nach etlichen Jahren in München bin auch ich mal hoch auf den Berg. Da es mich beim Fussball erwischt habe und meine Schneidezähne übel einen mitbekommen haben, reicht es derzeit nicht für die 3.000er, also war ich mal oben am Gipfel des Fröttmaninger Berges. Sicherlich auch für den Radlausflug ein Hit. Denn die Aussicht ist der Hit.
Man beachte übrigens die langsam entstehende Skyline in Freimann an der Auffahrt zur A9.

Blick auf München vom Müllberg

Ausserdem kann man oben auch Kultur und Natur erleben. Nicht dass einem langweilig wird. Viele Tafeln erklären die Fauna und Flora des Berges. Und dann gibt es da sogar noch eine Kunstinstallation mit dem Namen versunkenes Dorf.

Man lernt viel hinzu. das Dorf Fröttmaning gibt es nämlich gar nicht mehr, nur die abgebildete Kirche links. Sie scheint halb im Berg versunken wie das komplette Dorf Fröttmaning in der Realität ist.


Alles vorhanden also für einen prima Sonntagsspaziergang! OK ein Biergarten am Gipfel wäre nice to have!





Mit den Zähnen doch alles halb so schlimm, oder?



Donnerstag, Juni 21

Dann werden wir einmal politisch oder mia san mia

Am letzten Sonntag war es wieder soweit. Als Münchner Bürger war ich aufgerufen an einem Bürgerentscheid teilzunehmen und die Wahlurne aufzusuchen. Nach der Abstimmung über das Rauchen 2010 war es schon der zweite Urnengang für ein kontrovers diskutiertes Thema. Die bayerische Verfassung erlaubt solche Bürgerentscheide nämlich einfacher als viele andere Bundesländer (aber natürlich noch lange nicht so einfach wie die Schweiz!).

Nun ging es um die 3 Startbahn am FJS Flughafen München. München durfte abzustimmen, die wirklich betroffenen Städte am Flughafen durften es nicht. Ich halte es heuer mit der angloamerikanischen Presse und will meine Präferenz veröffentlichen und eine nachträgliche Wahlempfehlung abgeben:
Heimlich in der Wahlkabine, Kreuze mit Wachsmalkreide

Ich habe für den Ausbau gestimmt und war vom Sieg der Startbahngegner überrascht. Warum?: Zum einen kenne ich keine Betroffene aus dem Erdinger Moos. Zum anderen sehe ich es nüchtern wirtschaftlich. Zu einer 1a Wirtschaftsregion, gehört ein 1a Flughafen. Basta.

Die Münchner waren mehrheitlich dagegen und haben auch "Basta" gesagt. 54% contra versus 46% pro.

Obwohl sicherlich viele Alternative oder Grüne besonders motiviert waren den sonnigen Nachmittag an der Wahlurne und nicht am See zu verbringen, werde ich das Gefühl nicht los, dass auch viele einfache Bürger der Mitte gegen den Bau gestimmt haben. Den Münchnern geht es sehr gut derzeit. Die Arbeitslosigkeit tendiert gegen 0, im Vergleich zu Rest Europa steht München wirtschaftlich blendend da. Scheinbar fehlt den Menschen in diesen Zeiten der Dringlichkeitswunsch eines Flughafens in der Größe des Frankfurt Airports. Es fehlt schlicht an der visonären Stahlkraft.

Viel mehr liessen sich die Münchner von der Idee und Angst vor steigenden Mieten, mehr Berufsverkehr und der weiteren Gentrifizierung der beliebten Stadviertel leiten.

Mia san Mia Mentalität ausgedient?

Eigentlich spreche ich die "Mia san Mia" Mentalität dem FC (Vize) Bayern München zu. Aber man kann Sie wohl auch auf die Münchner Bürger 1 zu 1 anwenden. Die Münchner sind satt und zufrieden. Sie ruhen sich auf Ihren Erfolgen der vergangenen Jahre aus, Ihnen geht es gut, was Auswärtige oft als arrogant empfinden.Das diese Mentalität auch nach hinten los gehen kann hat der FC Bayern in den erfolglosen, titellosen letzten 2 Jahren eindrucksvoll aufgezeigt bekommen. Eine Region wird nun leider nicht jährlich an Titel gemessen. Wollen wir hoffen das "mia" noch lange "mia" bleiben können hier im ach so gemütlichen München!

World Press Award

Wie es nur eigen tausend Kilometer weiter südlich und östlich zugeht bekommen die Münchner derzeit in einer beeindruckenden Fotoausstellung am HBF aufgezeigt. In der kostenlosen Ausstellung werden die besten Pressefotos des Jahres gezeigt. Kategorien des World Press Awards sind nicht nur Politik und Krisen, sondern auch Natur und Sport. Mich haben viele der Bilder, wie das vom toten Gaddhafi, von Tierschützern in der Todeszone um Fukushima oder von Ausschreitungen auf dem Tahir Platz schockiert, irritiert und angeekelt. Nicht ohne Grund ist die Ausstellung erst für Jugendliche ab 16 geeignet. Vor allem zeigt sie noch einmal was für ein aussgewöhnliches und schnellebiges Jahr 2011 war. 

Hier 2 der Fotos die mir noch immer vor dem inneren Auge erscheinen.

1. Eine drogenabhängige Prostituierte aus Kiew:
 2. Eines der letzten 8 lebenden nördlichen Breitmausnashörner. Streng bewacht vor Horndieben von einer bewaffneten Rangereinheit:


Mittwoch, Dezember 1

typisch deutsches aus der Arroganz Arena


Nach langer Zeit war ich einmal wieder in der Arroganz Arena. Bei einem Spiel der 60ger.

Hätte ich eigentlich auch mal eher drauf kommen können. Die Spiele von 1860 sind ja nie ausverkauft, sondern es bewegen sich im Schnitt 20.000 Menschen in das blaue Rund der Arena.

Man kann also ohne Wartezeit mit der U-bahn rausfahren und der frühe Sonntag Nachmittag bekommt um 13:30 Uhr plötzlich einen Sinn.


Man merkt aber dann recht fix, dass 1860 nur in der zweiten Fussball Liga spielt. Von den immerhin 6 Toren waren mindestens die Hälfte katastrophale individuelle Fehler.

Ergo habe ich mich mal dem drumherum gewidmet. So zum Beis
piel den Gästefans aus Frankfurt.

Wenn man schon nur mit ca. 40 Anhänger anreist, und nur ein Plakat aufhängt, sollte man da nicht wenigstens prüfen, ob es richtig herum hängt?







Was es heisst? "Broken AdoleSCence". Wofür es steht? Scheint die Jugendabteilung der FSV Fans zu sein!









Ansonsten ist mir mal aufgefallen was Stadionbesuche für eine typisch deutsche Veranstaltung sind!

1. Man geht zum Nationalsport Nr. 1: Fussball.
2. Man nutzt öffentliche Verkehrsmittel.
3. Man isst Bratwurst.
4. Man trinkt Bier.
5. Man trennt nachher den Müll!


Ich habe den Eindruck, dass bei der Trennmethode alkoholisierte 60ger bereits stark überfordert sein dürften. Wie geht es denn da erst den Gästefäns aus Mailand oder Donezk??

Donnerstag, Juni 4

FC Bayern / FC Hollywood

Moinsen.

Der Fussball ist natürlich hier in München immer ein grosses Thema. Während der Ur-Münchner die 60`ger (1860 München, die Red.) traditionell supported, bejubeln viele "Zugroiste" und durchschnittliche Erfolgsfans ohne Herz, den FC Bayern München. Ich bleibe natürlich mein
er Liebe, dem FC Schalke 04 treu.

So begab es sich ja a
uch Ende April, dass die Schalker Knappen die Bauern in der Arroganz Arena mit 1: 0 besiegt haben. Dadurch fehltem dem FCB genau die Punkte, die zur Meisterschaft gereicht hätten. He He.

Ich freue mich sehr. Schliesslich verbin
det mich seit Mai 2001 eine besondere Ablehung gegen die Bayern, als Schalke erst am letzten Spieltag in der Nachspielzeit den kürzeren gezogen hat, und nur Meister der Herzen wurde. Wer das nochmal sehen will kann das hier tun (Ich kann es nicht empfehlen!).
Damals hat sich "Pelli" Kahn nach dem Gewinn die Eckfahne geschnappt, sich auf den Boden gewälzt und gejubelt. Genau wie ich, war 2001 der heutige Schalker Torwart Manuel Neuer im altehrwürdigen Parkstadion. Und genauso wie "Pelli" Kahn hat er sich anch dem Sieg in der Arroganz Arena im April die Fahne geschnappt und gejubelt. Echt genial. Da haben die Kaschmir Fans blöd geguckt!

Das brisante an der Sache ist nun, dass wiederum der FCB just im Moment versucht Manuel Neuer von Schalke abzuwerben. Mittlerweile sind schon 18, 5 Millionen Euro und der derzeitige Bayern Keeper als Ablöse im Gespräch.
Das ist sicherlich keine Pappenstiehl für einen nicht ganz so solventen Club wie Schalke. Und der Manuel ist ja auch ein guter Schnapper. Aber ganz ehrlich. Jemand der 2001 im Parkstadion war, Gelsenkirchen Shirts unterm Trikot trägt und auch noch aus der Region kommt - der kann doch nicht so mirnichts dirnichts zum Erzfeind gehen. Ich hoffe, dass soviel Moral, Anstand und Herz beim Manuel vorhanden sind.
Ein Blick auf die rein zufällig ausgewählten Noten eines Bayern-Spieles 2009 verrät auch sicherlich einiges über die Qualität der Mannschaft (;-).

Also ich würde nie zum FC Bayern München geh`n. Aber mich fragt ja auch keiner.