Montag, August 17

Lederhosn





















Traditionelle Lederhosen haben eine sehr lange Haltbarkeit.
So sieht meine Lederhosn aber schon nach der ersten Benutzung 2009 aus. Nun bedarf Sie einiger Pflege mit der Bürste damit Sie wieder guat ausschaut.

Ein Oktoberfestbesuch ohne Dirndl oder Krachlederne macht wirklich nur halbsoviel Spass. Daher habe auch ich mir vor 3 Jahren eine solche zugelegt (leider ab 180€ aufwärts!).
Seitdem der alte bayrische König Maximilian Mitte des 19. Jahrhunderts nämlich Trachten plötzlich wieder schick fand, erfreut sich das Kleidungsstück zu jedem festlichen Anlass grosser Beliebtheit. In Bayern ist es daher auch vollkommen akzeptiert, wenn man in Tracht zu einem Jubiläum oder einer Feier kommt. Daher sieht und sah man auch Horst Seehofer oder Stoiber Eddy häufiger mal in Tracht (was ich früher nie ganz verstanden habe..).

Was viele Leute nicht wissen: Das was ich und die meisten so an uns tragen hat mit der klassischen bayr. Lederhose nicht mehr viel gemeinsam. Die war eher kurz und dunkel. In München werden die meisten Ledernen eher dem sog. Landhausmodenstil gerecht.

Auskunft über die Herkunft einer Hose gibt übrigens die "Arschnaht" (Fachbegriff). Kommt Sie aus dem byrischen oder salzburger Raum ist die Arschnaht waagerecht. In der Steiermark, Kärtnen und im Allgäu verläuft Si
e senkrecht. Interessanterweise gibt es in der Schweiz gar keine Lederhosn Tradition.

Meine Ho
se sieht übrigens schon so abgenutzt aus, weil ich mich an den Ratschlag meines alten Kollegen Uli B. halte. Der meint, eine gute Lederne müsse einen richtigen Speckglanz haben. Ausserdem halten mich dann die Leute für einen urigen Bayern mit über Generationen vererbter Krachlederner. Also reibe ich meine Hände nach jedem Henderl (Brathähnchen, das Standartessen auf dem Volksfest) an meiner Lederhosn aus. Leider hängt da an meinen Fingern nicht immer nur reines Fett, sondern manches mal auch noch ein Fleischfetzen. Sehr zum Entsetzen weiblicher Tischnachbarn.

PS: Auch Mädels in Lederhosn sind von mir durchaus akzeptiert (:-). Schaut auch schick aus.

Donnerstag, August 13

Die Wiesn werfen Ihren Schatten voraus.....

Ja, in 5 Wochen ist es schon wieder soweit. Die 5te Jahreszeit beginnt.

Seit Anfang Juli werden nun schon die Festzelte aufgebaut. So ein Zeltaufbau soll angeblich alleine an die 200. 000 € kosten. Während das äussere Gewand nun schon seit einigen Wochen steht, sieht es innen noch völlig unbenutzbar aus.


Mein derzeitiger Nachteil: ein Grossteil meiner Joggingstrecke ist blockiert.

Mein Vorteil: Für die vielen Bauarbeiter auf der Wiesn (ganz wichtig, immer "auf der" und nicht "auf de
n" Wiesn sagen) wird immer eine Schänke eingerichtet, wo Sie sich mit einem Hellen und günstigen bayrischen Schmankerln versorgen können. Diese Schänke steht auch Externen offen. Wo kann man schon ein Wammerl (Bauchspeck), Kartoffelsalat und ein Helles für 5,50€ geniessen.





Mit Vergnügen sind mir neulich auch die Erste Hilfe Selbstbedienungs-Automaten auf der Theresienwiese aufgefallen. Es macht ja wirklich Sinn bei dem Alkoholkonsum und Ausfällen die Besucher medizinisch zu versorgen. Am sogenannten "Wall der tausend Ströme" hinter den westlichen Zeltseiten, wo sich viele Besucher "ausruhen", habe ich schon Menschen beim Verteilen und Austauschen jeglicher Körperflüssigkeit gesehen.


Ergo unterstütze ich diese Erste Hilfe Automaten sehr. Gibt es hier doch so sinnvolle Sachen wie Pflaster, Flu-Tester, Kondome oder Mundspray. Über die Potenztropfen und den Drogentest (was wird da eigentlich getestet?) kann ich auch noch prima lachen.


Aber warum gibt es hier Darm- Prostatakrebsvorsorgetester? Na ja vielleicht wird man ja mit gestiegenem Alkoholgenuss plötzlich ganz vernünftig und denkt mal an ein paar Vorsorgeuntersuchungen, die man dann auf dem Dixie-Klo durchführt.





Egal, ein bisl freu ich mich natürlich schon aufs Feschtl. Und natürlich auf meine Besucher aus der Heimat und aller Welt, die sich langsam ankündigen. Ein neues Trachtenhemd muss noch her und am Samstag wird mal das zweitgrösste Volksfest, das Gäubodenfest Straubing, angetestet.

O zapft is.

Donnerstag, August 6

Der Gärtnerplatz


Zwischen Glockenbachviertel und Viktualienmarkt liegt mein sommerlicher Lieblingsplatz in München. Der Gärtnerplatz.
Die 6 Zufahrtsstrassen führen sternförmig zu diesem kreisrunden Platz. In der Mitte des Kreisverkehrs liegt er dann. Der mit Blumen, Grün und Bänken bedeckte Platz.

Umgeben von den Säulen des Staatstheaters, und Häusern, die alle pastell- oder ockerfarben verputzt sind. Gerade im Sommer trifft man sich hier in der Mitte der südlichen Szeneviertel um Bier oder Wein zu trinken, Freunde zu treffen und die lauschigen Abende zu geniessen.
Hier kann man stilgerecht einen Sommertag ausklingen lassen. Zudem ist das gekühlte Kiosk "Gustl" i
mmer noch günstiger als die Getränke in den umliegenden Edelrestaurants.

Mit der Bebauung, den Farben und den Menschen, hat dieser Locus ein richtig angenehmes urbanes, südländisches Flair. Fast nirgendwo wird München seinem Ruf als "nördlichste Stadt Italiens" gerechter.

Immer wieder geht ein Ruck durch dieses verträumte Fleckchen München. Nämlich wenn sich im Sommer altgediente Szenegänger und Nachtschwärmer, mit zugezogenen Loft-anwohnern bekriegen. Wegen Ruhestörung und Verschmutzung ist nämlich sogar schon ein Alkoholverbot angedacht worden. Erste Massnahmen wurden schon getroffen. Die Rasensitzflächen wurden begrenzt und Blumen angepflanzt. Zudem gehen ab ca. 10 Uhr Lichter an, die den Platz mit gleissendem Licht beträufeln.
Ich halte es natürlich mit den Nachtschwärmern, die Ihren Unmut mit den Aufklebern "mir Gärtnerplatzt der Kragen" geäussert haben. Für den Erhalt der abendlichen, öffentlichen Trinkkultur und mein Feierabendbier!

Sonntag, August 2

Wochenende auf bayerisch

Was in Hamburg vielleicht ein Segelwochenende an der Nord-/Ostsee ist, im Westen ein Wochenende im CenterPark, ist im Münchener Sommer (wo ist er nur?) eine Fahrt mit Freunden zu einer Hütte in die Bergen.

So just geschehen, um den Geburtstag von zwei Kommilitoninnen zu feiern. Das Ganze war ziemlich genau auf der Dreiländergrenze Schweiz-Ösiland-Deutschland mit Blick auf den Bodensee. Und ich bin begeistert.
Nun war ich beim Wandern schon auf ein paar Hütten, aber so ein Wochenende mit Freunden ist schon was besonderes: Die Hütte mit dunklem Holz verkleidet, ein Raum zum Kochen, ein Raum zum Feiern, oben 3 Räume mit Bettenlagern. Vor der Hütte Bänke mit Talblick, das mitgebrachte Augustiner wird im eiskalten Bergbach gekühlt.
Tagsüber eine kleine Wanderung lässt jenes eiskalte Bier am Nachmittag besonders gut schmecken.

Abends wird man wahlweise mit Käsespätzle oder Rindersteaks versorgt. Ein Fussball läd zum leichten Kicken ein. Nette Gespräche in der lauen Nacht unter dem weiten Alpenhimmel. Irgendwann fällt man müde ins Bett.

Irgendwie besteht das besondere an einer solchen Zeit auch darin, dass man sich halt keine besonderen Ziele setzt. Wer wandern will geht wandern. Wer lieber eine Runde schwimmen mag, macht das. Andere bleiben einfach auf einer Decke an der Hütte und geniessen Sonne, Aussicht oder Augustiner. Einfach eine perfekte Zeit.

Meinen Spass hatte ich einmal mehr mit den österreichischen "Fussgängerweg"-Hinweisschildern. Sehen Sie in meinen Augen doch eher so aus als ob ein böser "Herr" ein Kindelein im Rock etwas gegen seinen Willen an der Hand hält! "Jeannie - Come on" - Falco lässt grüssen!

Mittwoch, Juli 22

An encounter of the special kind - (Sir Charles) Kingsford Smith

Eine Begegnung der besonderen Art hatte ich vor ein paar Wochen in den Alpen. Eigentlich wird es nur eine Semesterabschlusswanderung mit ca. 20 Studenten und einer handvoll Professoren.
Das Ziel ist die Tölzer Hütte des Alpenvereins, wunderbar gelegen im Karwendelgebirge zwischen Sylvensteinsee und Mittenwald.
Neben einer geschätzten Professorin und Ihrem Mann steigt morgens noch ein graumelierter, ca. 70 jähriger Mann in den Zug ein. Herr Kingsford-Smith trägt eine kurze Jeans, lange Wandersocken und wenn es regnet, holt er auf der Wanderung einen Schirm mit durchsichtigem Bezug hervor. Ehrlichgesagt bin ich froh, dass er sich morgens nicht neben mich setzt, denn auf eine Konversation mit einer mir fremden Person habe ich gerade nicht sonderlich Lust.

Im Laufe des Tages erfahre ich beim Ausnüchtern, dass Kingsford Smith Australier ist, aber 40 Jahre in München Sprach- und Intercultural Trainings gegeben hat, u.a. an unserer Hochschule. In ein paar Tagen wird er für den Lebensabend wieder nach Australien ziehen. Somit verabschiedet er sich hiermit von den Alpen.

Wir übernachten auf der Tölzer Hütte. Abends entfacht der Hüttenwirt auf 2000m Höhe ein Mitsommerfeuer und auch den Bergen rundherum sieht man solche Feuer leuchten.

Ich mache mir so meine Gedanken und erinnere mich, dass der Fluhafen in Sydney "Kingsford Smith Airport" heisst. Weiter fällt mir nun die Geschichte des australischen Piloten Charles Kingsford-Smith ein:
Ein Sir Kingsford Smith hat in den 1920ern und 1930ern nicht nur Geschwindigkeitsrekorde auf der Strecke London-Sydney aufgestellt, sondern auch die erste Pazifiküberquerung von den USA nach Australien geleistet. Er gilt als einer der besten, vor allem aber als einer der waghalsigsten Piloten aller Zeiten. In meiner Zeit in Brisbane habe ich seine Maschine die hochverehrte "Southern Cross", die ein eigenes Museum besitzt, am Airport gesehen.

Aber zurück zum Bergfeuer und meinem Wandererkollegen, dem Münchener Kingsford Smith. Am Feuer angesprochen auf seinen berühmten Namensvetter, entwickelt sich ein Gespräch, welches mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird:
Mein Wandersfreund ist tatsächlich der Neffe des berühmten Fliegers! Er spricht immer nur von "Smithy" und es wird ganz emotional als er von dessem tödlichem Absturz 1935 bei einem Unwetter in Asien erzählt. Ich bin schnell fasziniert von diesem Menschen. Für Filmaufnahmen durfte KS (München) auch er noch einmal mit der berühmten "Southern Cross" mitfliegen. Zudem bin ich mir sicher, dass er in beinahe jedem Pub in Australien Freibier bekommt, wenn er von seinem Namen und dem berühmten Onkel erzählt. KS (Oz) geniesst einen Heldenstatus in Down Under.

Aber auch er selber (KS (München)) hat eine interessante Lebensgeschichte. Seit seiner Studentenzeit in Sydney vom Bergsteigerfieber gepackt, hat er es zu beachtlichen Leistungen gebracht. Er stand mehrfach auf dem kältesten Berg der Erde, dem Mt. McKinley (mit Hans Kammerlander..), und hat den höchsten Berg Südamerikas bestiegen. Erstbegehungen an den Wänden des Mt. Blanc vorzuweisen und den Annapurna alleine umrundet.

Am meisten erstaunt mich der Erstbegehungsversuch eines völlig einsamen, spitzen und 800m hohen Felsens irgendwo im Meer zwischen Australien und Neuseeland. Die "Balls Pyramide"! (rechts). Wahnsinn.
Das er dabei noch ein für ausgestorben gehaltenes Insekt wiederentdeckt hat, erstaunt schon gar nicht mehr.

Zudem ist er befreundet mit einem der bekanntesten Gesichter Australiens. Der Gründer, Namensgeber und Brandicon der grössten Elektronik Kette Australiens, Dick Smith, ist sein Schulkamerad gewesen.





Wir verbringen noch einen langen, unterhaltsamen Abend am Feuer und nun habe ich ihm bereits ein Email, mit sich aus dem Gespräch ergebenden Infos und Links, nach Down Under geschickt. Thanks for the nice chat Smithy!


Ansonsten konnte sich auch die Landschaft (und die vielen Gemse..) auf der Tour sehen lassen. I`ll be back!


Sonntag, Juli 12

Kostenlos in München

München ist ein teures Pflaster. Das ist ja eigentlich bekannt. Die Maximilianstrasse gilt als exklusivste Einkaufsmeile Deutschlands. Und in der Fussgängerzone auf der Kaufinger Str. werden die höchsten Mieten Deutschlands verlangt.

Clever daher derjenige der weiss, wo man in München auch mal was umsonst bekommt. OK zum Beispiel das Feuerwehrmuseum ist umsonst. Na ja. Nett. Der Eintritt ins P1 kostet auch nix. Schon besser.

Viiiel besser finde ich es aber ein Konzert mitzuerleben ohne ein Ticket dafür zu bezahlen.
Das habe ich nun am Freitag erlebt. Im Rahmen der Münchener Opernfestspiele fand ein Konzert von Anna Netrebko & Co. am Königsplatz statt. Eine tolle Location ist das, vor den tempelartigen Gebäuden der Pinakothek und Antikensammlung. Gewaltig.
Da ein Ticket einen hohen 2 stelligen Betrag kostete und es eh ausverkauft war, haben viele Leute einfach vor den Absperrungen gestanden und gelauscht. Über riesiger Bildschirme konnte man sogar verfolgen was auf der Bühne geschah.

Diesen Konzertschnorrer-Tourismus in Perfektion gibt es schon länger im Olypark.
Wenn im alten Olympiastadion Depeche Mode, die Chili Peppers oder Madonna (Mitte August) spielen, versammeln sich wieder einige Leute mit Decken, Wein und Käse bewaffnet auf dem Olyhügel und geniessen eine kostenlose Aufführung.
Vom dem Hügel hat man dann sogar tlw. Einblick bis auf die Bühne. Schön auch mal nen Kreuzer in München zu sparen...

Samstag, Juli 4

Bärte aus Passion in Oberammergau

2010 ist es wieder so weit. Die berühmten Passionsspiele in Oberammergau werden aufgeführt. Irgendwann im 30 jährigen Krieg haben die Oberammergauer, nachdem sie von der Pest verschont blieben, als Dank geschworen alle 10 Jahre die Passion Christi nachzuspielen (solche Spiele gibt es übrigens nicht nur in O`gau....btw) .

Heutzutage ist das Ganze ein grosses Event mit mehr als einer halben Millionen Zuschauern aus aller Welt. Gespielt wird von Mai bis Oktober auf einer riesigen Freilichtbühne auch bei Schnee, Hagel und Regen.

Ende Mai war ich mal vor Ort und habe mir das bayerische Kulturevent näher ansehen können. Dubai bin ich auf einige Kuriositäten gestossen.
Zunächstmal muss, wer mitspielen will, in Oberammergau geboren sein, oder mindestens schlanke 20 Jahre dort leben. Ausnahme sind Musikanten im Orchestergraben. Bei den Violinen gibt es leider nicht genug örtliche Kompetenz und Musiker müssen reingeholt werden (O weh).

Mein Favorit ist aber der Barterlass:
That means ab Aschermittwoch 2009 (also mehr als ein Jahr vorher!) darf sich kein männlicher Einwohner Oberammergaus mehr rasieren (Frauen hoffentlich schon...). Hinweisschilder wie dieses rufen dazu auf.Bundeswehrmitarbeiter und Polizisten dürfen in dieser Zeit sogar mit Bart dienen bzw. arbeiten (..und Studenten beim Radeln mit Strafgeldern und Punkten in Flensburg versehen..). Das alles dient natürlich dem Zweck, dass im nächsten Jahr alle Oberammergauer wie echte Bewohner Judäas vor 2000 Jahren aussehen. Fährt man in diesen Tagen durch Oberammergau führen die Bärte zu lustigen Begebenheiten. Vom Tankwart bis Pfarrer bis zum flaumigen 14 Jährigen tragen alle Bärte.

Mein Kommilitone Benni hat seinen Wohnsitz leider (er sagt natürlich extra) nicht nach München verlegt, so dass er ziemlich wild aussieht (siehe Foto).

Um nicht aller Welt erklären zu müssen, warum man so ungepflegt aussieht gibt es übrigens nur eine Rettung. Einen Job als Römer ergattern. Davon gibt es ca. 200 Stück.
Wie man bei Asterix und Obelix sieht, waren die nämlich so clever und haben sich bereits vor 2000 Jahren rasiert. Auf Oberammergau hat das noch im Jahre 2010 Auswirkungen.

Sonntag, Juni 28

wetteranomalie in münchen


Mittlerweile ist es eigentlich schon eine rhetorische Frage in Gesprächen mit Freunden in anderen Teilen Deutschlands.
Wenn ich frage: "Wie ist das Wetter?" lautet die Antwort meist: "Auch ganz gut". Das heisst dann wohl eher "mittelmässig".
Während es woanders grau ist, ist der Himmel in München aber oft blau. Schnell wird die Sonnebrille herausgeholt. Die Ladies sitzen dann in schicken Cafes in Schwabing. Ich sitze im Biergarten.
Sonnentechnisch ist München nämlich verwöhnt. Im Gegensatz zu Münster oder Hamburg scheint die Sonne hier gefühlt viel häufiger.

In den letzten Wochen stelle ich aber eine deutliche Wetteranomalie fest. Scheinbar überall woanders ist es warm und sonnig, nur München hat bereits seit Wochen dunkeles, graupeliges, herbstliches Ekelwetter. Das ist mal eine ganz neue Erfahrung. Die Isar ist bereits ordentlich über die Ufer getreten, so dass Fahrradunterführungen gesperrt sind. Ganze Baumstämme werden aus den Alpen bis nach München City gespült.















Die Brücken sind nur noch knapp über der Wasseroberfläche.


Der Fluss Isar ist - im Gegensatz zum klassischen Eisbach - nur bei Hochwasser zu surfen. Allerdings nur unter Lebensgefahr, gerade wegen den -oben genannten- schwimmenden Baumstämmen. An der Wittelsbacher Brücke wurden schon wieder Surferexemplare geichtet. Das sieht dann auf der braunen Isar so aus (Das Bild habe ich allerdings gegoogelt)
:



Langsam wird es wirklich wieder Zeit, dass der Sommer wieder in die Metropole einzieht, damit man sich wieder an den wichtigen Dingen im Leben erfreuen kann:

Immerhin habe ich mir heute nach Stadtlaufhalbmarathon einen guaten Schweinsbraten und nen August gegönnt. yam yam.

Mittwoch, Juni 17

Das Siegestor


Das ist das Siegestor in München. Die Löwenquadriga blickt stadtauswärts und erinnert mich immer ein wenig an das Brandenburger Tor.

Es bildet den Abschluss der Ludwigstrasse, dem Münchener Prachtboulevard. Ausserdem bildet es die Grenze zwischen den Stadtteilen Maxvorstadt (da stehen die Pinakotheken) und Schwabing (Cafe- und Schicki-Micki Viertel). Ganz klein kann man durch den mittleren Torbogen die Feldherrenhalle erkennen, die wiederum den architektonischen Abschluss am Odeonsplatz, in der Stadtmitte, kennzeichnet.

Dieser Triumphbogen wurde 1844 erbaut und soll dem Bayerischen Heere gewidmet sein, wie die Inschrift verrät. Nachdem es im 2. Weltkrieg schwer beschädigt wurde, ist es 1958 wieder aufgebaut worden. Um dem Siegestor seinen militaristischen Touch zu nehmen wurde das Tor von der Innenseite bewusst vereinfacht aufgebaut. Zudem wurde es von einem Münchener Historiker mit einem schönen Spruch versehen, der an die guten und schlechten Zeiten erinnert:


„Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend“.

Damit bekommt das Siegestor eine neue symbolische Bedeutung: Krieg bringt nicht nur den Sieg, sondern auch Leid und Zerstörung – er zerstört sogar Symbole des Sieges. Wie ich finde eine gelungene Art, wie man mit den vielen Kriegsdenkmälern aus dem 19 Jhd. umgehen kann.

Derzeit wird aber eine lustige Debatte in der Münchner Lokalpolitik geführt.
Einige Mitglieder des Stadtteilparlaments möchten unter dem Siegestor gerne eine "Gedenkfeier" anlässlich des Kriegsbeginns vor 60 Jahren abhalten.
Anderen Parlamentsmitgliedern gefällt das gar nicht und das älteste Mitglied sagt es graue ihr den Begriff (Gedenk-) "Feier" im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg zu hören.
Ein Befürworter der Veranstaltung hat trocken erwiedert das eine Beerdigung auch kein erfreulicher Anlass sei, aber auch als "Trauerfeier" bezeichnet werde.

Ich bin gespannt wie das endet.

Dienstag, Juni 9

München - Deine Parteien

Zum Glück ist dieser lächerliche Europawahlkampf endlich vorbei.

Wie Heribert Prantl heut in der SZ schreibt:
"Die Weimarer Republik war eine Demokratie ohne Demokraten, die EU ist ein Europa ohne Europäer".

Wenn ich mir diese Wahlkampfplakate in München anschaue muss ich Ihm völlig Recht geben. Europäische Themen spielen so gut wie keine Rolle. Die Linke z.B. wirbt mit "Raus aus Afghanistan". Als ob dass im EU Parlament entschieden würde.

Die ganz kleinen Parteien sind noch besser. So bildet die BüSo einen Deutz Schlepper ab und behauptet "Europas Zukunft liegt in Afrika"!
Warum wollen dann nur soviele Afrikaner nach Europa?

Meine Favoriten -mal wieder- von der Bayernpartei. Die wollen ja ein von der BRD separates Bayernlande. Und hier in München machen sie Wahlkampf mit nem ganz klugen Spruch:
"Kriminalität verbieten".
Super! Dann wäre ich ausserdem noch für Krieg verbieten und Weltfrieden befehlen. Immerhin reicht das für 1% aller Wählerstimmen.


Abbgebildet waren auch hier in München überwiegend (von Dr. Silvana Koch Mehrin mal abgesehen) Politiker die Verantwortung in Deutschland tragen. Der Baron aus Bayern oder Horst Seehofer. Das zeigt auch sicherlich, dass die Konzentration der Parteien schon auf dem Bundestagswahlkampf liegt.

Parlamentskandidaten für Europa scheinen mir auch nicht gerade überagend attraktiv (wieder von Frau Dr. Koch-Mehrin abgesehen) oder charismatisch zu sein. Herr Schulz und Herr Pöttering sind es jedenfalls nicht so wirklich. Schade eigentlich!

Am Wochenende war ich in Hannover um die Hochzeit eines Freundes zu feiern, und da war ein wirklich cooler Herr für die SPD abgebildet. Siehe Bild.

Also derzeit unterschreibe ich noch den alten Merksatz für Parteivorsitzende:

"Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa".

Donnerstag, Juni 4

FC Bayern / FC Hollywood

Moinsen.

Der Fussball ist natürlich hier in München immer ein grosses Thema. Während der Ur-Münchner die 60`ger (1860 München, die Red.) traditionell supported, bejubeln viele "Zugroiste" und durchschnittliche Erfolgsfans ohne Herz, den FC Bayern München. Ich bleibe natürlich mein
er Liebe, dem FC Schalke 04 treu.

So begab es sich ja a
uch Ende April, dass die Schalker Knappen die Bauern in der Arroganz Arena mit 1: 0 besiegt haben. Dadurch fehltem dem FCB genau die Punkte, die zur Meisterschaft gereicht hätten. He He.

Ich freue mich sehr. Schliesslich verbin
det mich seit Mai 2001 eine besondere Ablehung gegen die Bayern, als Schalke erst am letzten Spieltag in der Nachspielzeit den kürzeren gezogen hat, und nur Meister der Herzen wurde. Wer das nochmal sehen will kann das hier tun (Ich kann es nicht empfehlen!).
Damals hat sich "Pelli" Kahn nach dem Gewinn die Eckfahne geschnappt, sich auf den Boden gewälzt und gejubelt. Genau wie ich, war 2001 der heutige Schalker Torwart Manuel Neuer im altehrwürdigen Parkstadion. Und genauso wie "Pelli" Kahn hat er sich anch dem Sieg in der Arroganz Arena im April die Fahne geschnappt und gejubelt. Echt genial. Da haben die Kaschmir Fans blöd geguckt!

Das brisante an der Sache ist nun, dass wiederum der FCB just im Moment versucht Manuel Neuer von Schalke abzuwerben. Mittlerweile sind schon 18, 5 Millionen Euro und der derzeitige Bayern Keeper als Ablöse im Gespräch.
Das ist sicherlich keine Pappenstiehl für einen nicht ganz so solventen Club wie Schalke. Und der Manuel ist ja auch ein guter Schnapper. Aber ganz ehrlich. Jemand der 2001 im Parkstadion war, Gelsenkirchen Shirts unterm Trikot trägt und auch noch aus der Region kommt - der kann doch nicht so mirnichts dirnichts zum Erzfeind gehen. Ich hoffe, dass soviel Moral, Anstand und Herz beim Manuel vorhanden sind.
Ein Blick auf die rein zufällig ausgewählten Noten eines Bayern-Spieles 2009 verrät auch sicherlich einiges über die Qualität der Mannschaft (;-).

Also ich würde nie zum FC Bayern München geh`n. Aber mich fragt ja auch keiner.