Freitag, April 24

Exkursion Hassberge!



Servus zam,


über meinem Geburtstag am letzten Wochenende waren wir auf Exkursion. Gemeinsam mit dem bayrischen Wissenschaftsministerium gehen wir mit der Uni in die eher entlegenere Ecken Bayerns, suchen denkmalschutzwürdige Objekte und erstellen Konzepte für neue Nutzungsmöglichkeiten.

So komme ich also mal dazu, die Region zwischen Bamberg und Schweinfurt kennenzulernen. Grob gesagt ist das Unterfranken [obwohl es oberhalb von Mittelfranken liegt.....(:( ].
Und zwar genau auf der Mitte zwischen Weinfranken und Bierfranken. Während Richtung Würzburg die Weinstuben aufgesucht werden, gibt es Richtung Bamberg/Bayreuth hunderte von kleinen Bierbrauern.

Für die zugegebenermassen infrastrukturell und wirtschaftlich unterentwickelte Region sind Professoren und Studenten aus München etwas ganz besonderes. Gerade in den kleineren Dörfern werden uns die roten Teppiche ausgerollt. Alle Wahlkreis MDB`s und MDL`s waren zugegen und die armen Bürgermeister hatten einen Knochenjob: tagsüber "shaking hands" hier und da + Tagesgeschäft. Nachts, trinken mit dem Professoren und Studenten.

Man lebt gut als Student wenn gleich zwei Töpfe für Fördergelder (die Hochschule und das Ministerium) angezapft werden. Eine weitere Weinprobe habe ich hinter mir (Grauburgunder ists!) und nun bin ich Karpfenexperte. Unterfranken gilt nämlich auch als Karpfenland. Diesen Fisch verzehrt man nur in Monaten in denen "r" vorkommt. Plus Augu"r"st.
Gebacken wirklich vorzüglich, nur Vorsicht vor der Gräte mit den Widerhaken.

Ansonsten war ich von den kleinen Dörfern irgendwie fasziniert. Man kann hier nämlich locker flockig Filme drehen die im Mittelalter spielen sollen. Ausserhalb des Dorfkernes mit Kirche, Rathaus, Burgruine und Marktplatz sind kaum weitere Häuser gebaut worden. Die Mehrheit der Häuser sind Fachwerkhäuser. Und die Preise für Essen und Trinken wirklich noch fair. Wo sonst bekommt man noch nen Obstbrand für 70ct und die Flasche Wein für 3,50€?

Ein Bonbon am Ende: Konfessionell gesehen ist die Ecke durch die wechselvolle Geschichte sehr gesprenkelt. Ein Dorf mit Kirche ist protestantisch, dasselbe Dorf 5km weiter wieder katholisch. Auf die Frage wie man die Konfession des Dorfes schnell erkennt antwortete Frau Dr. Faber (Name von der Red. geändert..). "Die Protestanten, dat sind die Tätowierten"!

Ach ja und mal wieder zur bayrischen Sprache. Hier vermischt sich das bayrische mit dem hessischen. Ein P wird wie B ausgesprochen. So erzählt mir z.B. Tanja von der Dorfjugend Rügheim, Sie arbeite im "BodyService". Ich habe dann an Masseur oder Physiotherapie gedacht. Nein es war der "Partyservice". So kanns gehen....

Morgen. Daumen drücken. Ich bin in der Arroganz-Arena zugegen zum Spiel Bayern versus Schalke!

Ole S04!

Sonntag, April 5

Die Biergarten Saison ist eröffnet!




Mein Aussenthermometerzeigt 19 Grad. Die Sonne erwärmt Haut und Herz. Das heisst in München am Samstag eigentlich nur eins: Biergarten!

München und seine Biergärten. Der berühmteste Biergarten der Welt dürfte warscheinlich der im englischen Garten, am "chinesischen Turm", sein.
Eins ham alle Biergärten gemeinsam. Sie sind immer von uralten, knorrigen Kastanienbäumen überwachsen. Man hat festgestellt, dass die Kastanieblätter den besten Schatten spenden, und somit für eine angenehme Kühle im Sommer sorgen.

Der Kenner hält also nicht nachBrauereiemblemen Ausschau, sondern nach den besagten Bäumen. In den hiesigen Jahren sorgt kurioserweise eine Massen-Attacke der Miniermotten bei den Kastanienfür viel Verdruss. Viele Kastanien sind befallen und verlieren Ihre Blätter schon im Spätsommer, was zu herben Umsatzverlusten führen kann.

Mit dem Radl nur 10 mins von mir entfernt liegt netterweise im Hirschgartenpark der grösste Biergarten Europas. Sage und schreibe 10.000 Besucher fasst dieser Biergarten im ehemaligen königlichen Jagdrevier. Heute ist der Hirschgarten ein innerstädtischer Park, in den sich nur selten Touristen verlieren. Viel mehr trifft sich hier der grantige Münchener beim Boule spielen, Schach, Tischtennis oder Frisbee. Ein Tiergehege mit Damwild und Muffelwild erinnert an die alten, guten Zeiten als Jagdrevier.

Der Biergarten selber ist grundehrlich. Unzählige Kastanien, Schotter und feste alte Bierbänke und Tische erzeugen schnörkellose Biergartenatmosphäre.
Im Biergarten selber gibt es mehrere "Schänken" wo man sich mit Cervecia deorum versorgt und daneben ein paar Buden mit bayrischen Schmankerln, wie Steckerlfisch, Obatzdn, Radieserls etc..

Vor allem der Bierausschank hats mir angetan. Man nehme sich aus einem Schrank eine Masskrug, befeuchte Ihn selbstständig in den vorhandenen Wasserbecken und gebe Ihn dann zur Befüllung an der Schänke ab. Wer eine Radlermass möchte kann sich auch Limo selber zu
zapfen. Geniales Prinzip.





Schön ist auch die Sitte in den bayrischen Biergärten, dass nur die Getränke beim Wirt abgenommen werden müssen. Alles was aber zu einer
zünftigen Brotzeit gehört, darf selber mitgebracht werden. So sieht man wirklich häufig alte barzige "Minganer" (Münchner) Pärchen mit
Picknickkorb bewaffnet an einem der Holztische ganze Nachmittage verbringen.

Auch ich habe mich mittlerweile bereits mit Holzbrettl und Brotzeitmesser ausgestattet. Gestern ham wir uns dann mit nem erweiterten Kommilitonenkreis getroffen. Dubai war ich für den Brotzeitpunkt "Fleischpflanzerls" auserkoren. Flugs 35 Frickas gemacht und der Nachmittag war gerettet. Sonnenbrille auf, die Mass Bier im Arm. A draaum.

Verstehe noch einer, warum sich das Biergartenprinzip nicht auf alle Regionen Deutschland ausbreiten lässt?

i am a celebrity, get me out of here: http://www.abendzeitung.de/bilder/11655/9

Sonntag, März 15

Erasmus IP Finland

Moikka,

so da bin ich wieder.

Allerdings haben mich die letzten 2 Wochen zum Wahlfinnen gemacht. Klasse Land, nette Leute. Aber der Reihe nach.

Irgendwann habe ich mir geschworen ab sofort jede von der Uni angebotene Exkursion mitzunehmen. Im Januar habe ich dann von einem EU geförderten Erasmus Intensive Program gehört. Da ich ja in Australien war und nicht in einem EU Land mein Auslandssemester verbracht habe dachte ich mir, eine prima Sache dass mal nachzuholen. Stehen doch Erasmussemester für mich in erste Linie für "Leute kennenlernen" und eine "schöne Zeit verbringen".

Zack beworben, genommen, 2 Wochen intensiv Erasmus in Jyväskulä, Finnland. Mit dabei waren 13 weiter Deutsche, 13 spaniels, 13 Slowenen und jede Menge Finnen. Also ein ziemlicher Clash of Cultures.

Untergebracht waren wir zunächst in einer klassischen finnischen Landschaft. Birken, Seen (alle zugefroren und begehbar), Sauna. Und die Finnen haben uns sofort in Ihren way of life eingeführt.
Abends ab in die Sauna, Bieraufgüsse, Nacktbaden im Eisloch danach, Saunalieder auf Finnisch.

Überhaupt war ich in den letzten 14 Tagen ca. 10 mal in der Sauna, somit mehr als in den letzten 4 Jahren. Die Sauna ist sowas wie ein Nationalheiligtum für Finnen. Also keiner meiner neuen finnischen
Freunde kann sich vorstellen jemals in einem Haus ohne Sauna zu wohnen. Die Sauna gilt auch als völlig asexuell, was schon mal zu für uns ungewöhnlichen Szenen führt. Wenn zum Beispiel nach dem Saunagang (nach Geschlechtern getrennt sind die meist schon) der finnische Prof nackt voran und seine Studenten nackt hinterhertraben, die Mädels vom Bootssteg verscheuchen und dann gemeinsam ins Eisloch hüpfen, völlig normal. Zudem wurde eigentlich bei jedem Saunabesuch eine Schale mit Schnee gefüllt um dass Bier zu kühlen. Also für Antialkoholiker ist Finnalnd Sauna auch nix.

Ansonsten bestand unsere Aufgabe meist in der Besichtigung, Evaluierung von Skiresorts und Spahotels. Also kam das finnische Freizeitprogramm nicht zu kurz. Snowrugby, Ice Hockey, Snowfrisbee, Alpiner Ski, Schneeschuhwandern und natürlich das unvermeitliche Cross Country Skiing. Gar nicht so einfach auf diesen wackligen Langlaufskiiern zu stehen, auf denen man gar nicht bremsen kann. Das musste auch ein Gastprofessor aus Texas feststellen, der zum ersten mal auf Skiern stand und Schnee gesehen hat!

Die finnische Sprache ist, wie vielleicht bekannt schwierig, wenn nicht gar verrückt. Man sagt die nächste europäische Sprache sei das Ungarische. Allerdings verstehen sich zwei Sprecher untereinander nicht. Linguistik Experten wollen sogar Verwandschaft mit der koreanischen Grammatik ausgemacht haben! Bei den meisten Sachen versteht man echt nur Bahnhof. Bei den wenigen Ausnahmen wird einfach ein "i" drangehängt. Grilli oder Apotheki zum Beispiel!
Internetdomainbetreiber dürfte das zur Verzweifelung treiben:
Aus dem englischen übersetze Texte werden meist doppelt so lange und es hagelt "üs" und "äs". Das da links zum Beispiel soll einfach nur heissen, dass man eine Schlange vor dem Lift bildet.

Die finnische Gastronomie war herzlich. Wenn es nicht gerade Reisbrot und Makrelen sind, stehen schon mal Rentierfleisch, Elch oder man höre und staune Bär auf der Speisekarte. Also die ersten beiden habe ich mal probiert. Beim Bären reichte mein Budget echt nicht aus.


Der finnische Charakter ist cool. Zwar dauert es erst einmal bis der Finne auftaut, aber hast du einmal mit Ihm das Bier in der Sauna geteilt, hast du einen Freund fürs Leben. Interessanterweise lassen sich Finnen immer gegenseitig erst ausreden bevor Sie antworten. Schuhe werden wirklich immer am Eingang ausgezogen, und ja die Finnen stehen echt auf dieses Black Metal Musik-Zeugs als HIM, Lordi und Co. Akseli, der Pekka, Katri, Minna, Venla, Mika usw. werden mir fehlen, bzw. hoffe ich, dass man sich wiedersieht!

".. the sauna is hot, the lake is freezing, the beer is cold - there is no time to lose… VIVA FINLANDIA! ......"

Schaut mal was für ein harter Hund ich bin:




Dienstag, Februar 10

Siemens Kantine vs. Mensa

Servus gents,

mein Zeit bei der Siemens AG im Praxissemester neigt sich leider dem Ende entgegen.

Der erneute Ausflug ins Berufsleben war wirklich wieder lohnenswert. Super Kollegen, auch eigene Verantwortung & Projekte und eine super Arbeitsumgebung am modernen Standort St. Martinstrasse. Besonders angetan war und bin ich von den Schreibtischen, die per Knopfdruck zu Stehpulten umgewandelt werden können. Echt genial und bei Präsentationen etc. praktisch allemal.
Und Bestechungsaffäre hin oder her. Compliance (Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien) wird nun ganz gross geschrieben. Und insgesamt geht es dem Konzern und vor allem seinen Reisenden Mitarbeitern noch recht gut. War ich doch mehrheitlich für diese zuständig in meiner Abteilung: GSS PNL Mobility Services CRM. Alles klar?

An den besagten Stehschreibtischen fühlt man sich wie Donald Rumsfeld, der ja bekanntermassen auch nur am Stehschreibtisch arbeitete (Zitat Rumsfeld zu den Bedingungen in Guantanamo: „Ich stehe selbst acht bis zehn Stunden am Tag“, sagt Rumsfeld, der statt am Schreibtisch an einem Stehpult arbeitet: „Warum ist das Stehen (der Häftlinge) auf nur vier Stunden beschränkt?“)


Ab März heisst es dann nochmal den Campus besuchen und mal wieder vom Studentenwerk subventioniertes Essen zu verspeisen. Das ist hier in München echt gewöhnungsbedürftig. Es werden da schon waghalsige Kombinationen versucht. Von Salatbuffet, Fisch und Fleischvariationen, nem Grill und Pasta Stand ala Siemens AG darf man da nur träumen. Bei einem Kurzbesuch Anfang Januar bin ich beispielsweise auf diese Kreation gestossen:Fisch mit Cornflakes? Und der Preis ist nunmal nicht alles!

Am Wochenende bin ich also durch und es geht mit dem Flieger nach London wo zwei westfälische Homies von mir ihr Traineedasein fristen. Ob des günstigen Pfundkurses freue ich mich schon sehr Jlo und Vollmoh wiederzusehen!

Hoffe die Wetterbedingungen haben sich bis dahin gebessert. Das es mal kein Untergang wird!


Macht es gut und lasst euch nicht umblasen, gel!?

Sonntag, Februar 1

Weltcup Slalom - zick, zack und wieder draussen!

Hi folks,

heute mal News aus dem alpinen Weltcupzirkus.

In diesem Jahr sehe ich nach dem Neujahrsskispringen, mit dem Herren Skislalomrennen in Garmisch schon das 2. Wintersporthighlight!

Eigentlich schaue ich mir Skirennen, wie die Streif in Kitzbühel nur gelegentlich im Fernsehen an. Irgendwie denke ich aber, dass muss man mal live gesehen haben. Und was soll ich sagen, das ist echt ne supi Veranstaltung.

Das Rennen heute findet am Gudiberg direkt neben der Skisprungschanze in Garmisch statt.
Wir erreichen die Zielarena im 2 ten Durchgang, es sind noch die Top 15 des ersten Durchgangs oben. Praktischerweise, wird just in dem Moment wo wir an der Kasse stehen, allen Zuschauern freier Eintritt gewährt!

Da der Slalom Hang nicht so lang ist, kann man die Fahrer von der ersten bis zur letzten Sekunde live auf der Piste sehen. Wer Dioptrie 18 hat schaut einfach auf die Riesenleinwand, wer blind ist lässt sich einfach von dem Stadionsprecher und der Stimmung im Stadion mitreissen.

Unsere Hoffnung- derPartenkirchner- Felix Neureuther ist zwar schon nach 27 Sekunden im ersten Durchgang - "zick zack"- ausgeschieden, dennoch werden fast alle weiteren Fahrer frenetisch gefeiert. Aus Schweden ist eine komplette Band angereist, die mit ABBA und Ace of Base Klassikern für Stimmung sorgen.


Die zahlreichen Italiener feiern Ihre Fahrer Rocca, Razzoli und den Gewinner Moelgg frenetisch und intonieren die Nationalhymne.




Mein Lieblingsfahrer Bode Miller wird nur 6ter und schlurft lustlos an mir vorbei zurück zu seinem Wohnmobil, in dem er ja bekanntlich den Weltcupwinter verbringt.

Felix Neureuther schaut sich den 2ten Durchgang alleine von einem Balkon im Olympiastützpunkt an. Wir witzeln ein wenig, ob er sich ob des Resultats nun da herunterstürzt. Das finden die Einheimischen nicht so lustig.
Immerhin hält ja die Riesch, Maria die deutschen Farben auf der Skipiste ja in Ehren.

So geht es also da ab:


Also, nicht einfädeln, gel! Pfiats euch,

Heiner.


PS: Diese Woche wird im Übrigen ein Snowboard endlich mit Bindungen bestückt, und ich werde die ersten Schwünge meines Lebens auf dem Schneebrett vollbringen!

Sonntag, Januar 18

Schneewandern

Gestern abend, ein paar Tegernseer und ein Gustl waren schon getrunken, sagt mein Kumpel Simon plötzlich: was haltet Ihr davon wenn wir morgen Schneewandern gehen?

Mittlerweile sind wir im Zuge unserer Glockenbachtour vom "Cafe King" in den "Flaschenöffner" gewechselt und bei dem Gedanken an sehr frühes Aufstehen und gewaltige Anstrengung bin ich noch nicht wirklich begeistert.
Zudem kann man doch wohl nur zwischen Mai und Oktober wandern, oder?


Simon, der alte Grattler, hatte aber natürlich schon alles vorbereitet und sogar einen Tourenvorschlag ausgedruckt. Also musste nur noch verteilt werden, wer die Eier kocht, wer holt Semmeln, wer hat noch 3 Gustls im Kühlschrank und wer mich per Anruf um 7:30 Uhr weckt.

Früh geht es an meinen so geliebten Walchensee, Deutschlands tiefstem See, nur 45 mins im Süden von München. Von dem kleinen Örtchen "Einsiedl" am Ende des herrlichen Sees wollen wir 1.000 Höhenmeter bewältigen und den Simetsberg bezwingen.

Richtig, es herrscht Winter in Bavaria. Während am Parkplatz nur wenige cm Schnee liegen, sind es am Gipfel auf 1.880 m bis zu 50 cm. Der erste Teil führt zum Glück über einen gut begehbaren Wirtschaftsweg und wir kommen gut voran. Irgendwann geht der Wanderweg aber rechts ab, der Schnee ist zwar noch fest, aber 2 Schneeschuhwanderer nehmen uns trotzdem gut Meter ab. Zeit für eine erste Pause mit Thermoskannentee und ner Brezn.

Der nächste Teil der Strecke bis zu einer Schutzhütte 200 Höhenmeter unter dem Gipfel führt nämlich wie eine Waldabfahrt (als das wird sie wohl auch vermehrt genutzt) steil durch den Wald den Berg hinauf. Wir sind ganz schön am Prusten, ein Fehltritt und man liegt direkt wieder 20 m tiefer.
Ab der Hütte öffnet sich dann die Landschaft. Die Bäume verschwinden und wir stapfen als Dreiergruppe im alpinen Stil über Schneewachten und Traversen quer zum Gipfelkreuz. Von dort haben wir Blick zum Starnbergersee und Ammersee, vor uns liegt Deutschlands höchster Gipfel im Wetterstein, und unter uns schimmert bläulich der Walchensee. Traumhaft.

Auf dem Abstieg erkenne ich nach wenigen Metern, dass ich mit meiner Skihose, auf dem Hintern sitzend viel schneller vorankomme. Stefan und Simon haben leider nur Jeans an und müssen mit Plastiktüten vorlieb nehmen.

In rasender Fahrt erreichen wir wieder die Hütte wo wir uns eine Brotzeit gönnen.
Mit Eiern, Schninken, Salami, Semmeln, Käse, Karotten, Tomaten, Paprika, Tee und 2 Augustinern lassen wir es uns schmecken.
Nach weiteren Rutschfahrten und strammer Wanderung sind wir in Rekordzeit an unserem Auto in Einsiedl und schon um 16:30 Uhr wieder in Minga.



A Draaaum. Morgen geht es wieder schaffen bei Siemens. Schön war die Zeit.


Sonntag, Januar 4

Frohes Neues Jahr(springen)

Servus zamma,

Weihnachten habe ich in Haltern am See verbracht. Family and Friends, das ganze gute Essen, Spaziergänge und die heimischen Wälder haben mich wieder halbwegs zum Westfalen gemacht.

Am Silvestermorgen ging es aber entgültig wieder ins Bayernlande. Mein Bruder war mit ein paar Kumpels im verschneiten Garmisch zum Skifahren - und Spasshaben. Und der kam mit Eddy, Rocco, Berki und Axel sicher nicht zu kurz.

Nachdem die Silvesternacht wie zu erwarten etwas länger wurde, ham wir uns zum Ausnüchtern die Vier Schanzen Tournee im Fernsehen angesehen. Martin Schmidt springt ja mittlerweile mal wieder ganz ordentlich.
Pünktlich zum 2ten Durchgang kam Berki auf die sehr gute Idee, sich das ganze mal live anzusehen. Klaro, das Neujahrsspringen findet ja in Garmisch-Partenkirchen statt. Schon lustig, wenn du vorher Monica Lierhaus und Thoma als Moderatoren im Fernsehen siehst und dann 30mins später hinter ihnen!


Glücklicherweise kamen wir umsonst ins Stadion, und man muss leider anerkennen: Ist schon beeindruckend wenn die Jungs so
130m ins Tal segeln. Sind übrigens echt alles Jungs. Amann geht mir glaub ich bis zum Bauchnabel und Schmidt ist spindeldürr.

Aber schon beide ganz sympatisch. Was man vom Duo Lierhaus & Thoma nicht gerade behaupten kann. Sobald die Kameras aus waren wollte Monica nur noch zum "Flieger"? und Thoma hat sich nur frustriert weggedreht.....

Bei Schmidts Flug war ne super Stimmung im Stadion, also die kam schon an ein Fussballstadion ran. Ausserdem alles rund ums Stadion von Milka und Red Bull gesponsert. Die hauen richtig viel Merchandising raus. Fast hätte es zu einem Milka Wikinger Helm gereicht!


Nun ich bin noch bis heut in GAP geblieben, denn heut sind nen paar Kommilitonen auf der Kandahar Abfahrt unterhalb von Alpspitze und Zugspitze Ski gefahren und geboarded. Wir hatten noch super Wetter. War mega, und nun bin ich platt. Muss ich doch morgen Arbeiten, obwohl Dienstag frei ist. Ja, das kannte ich aus NRW gar net. Dreikönigstag! Juchei!

Und ich bin mittlerweile mit nem Helm unterwegs. Damit ich nich nen "Althaus" mache!

Sei to, H

Mittwoch, Dezember 3

München - Westend


Mein Zuhause habe ich hier in München im Westend oder auch Schwanthaler Höhe genannten Viertel an der Bergmannstrasse (Oder wie meine NRW-Jungs bei der Wiesn meinten "Steigerstrasse").


Der urbane Flair, die zentrale Lage und die gute Verkehrsanbindung machen es zu einer beliebten Wohngegend. Ich füge noch die Nähe zur Theresienwiese (6min30sek), Nähe zur Augustinerbrauerei und die Cafes und Kneipen an.

Zudem hat es noch den höchsten Ausländeranteil Münchens (sage und schreibe 40%), da es früher ein Arbeiterviertel war. Dadurch ergibt sich in den Strassenzügen eine bunte Mischung aus Geschäften.
So sieht man eine bayrische Wirtschaft, neben Dönerladen, neben PDS/Linkspartei-Parteizentrale (kein scherz!), neben Szenemodedesigner und Kiosk.

Gestern beim Joggen habe ich mal ein paar Fotos von meinen Lieblingsetablissements gemacht. Da ist zum Beispiel das Wirtshaus zur Schwalbe. Highlight ist der sommerliche Biergartengenuss mit TagesEssensangeboten für 4,90€.
Vom Preis her kann da eigentlich nur noch "bei Kula" ne Einraumkneipe mit nem Angebot von einem halben Liter August für sage und schreibe 1,90€ mithalten!

In beiden Lokalen sieht man dann häufig Arbeiter im Augustiner Blaumann eine Erholungspause bei nem Hellen einlegen.

Denn das beste Biers München wird um die Ecke gebraut. Ich stehe daher manches mal tiefatmend Malzgeruch inhalierend auf dem Balkon (sehr zum Erstaunen meiner Mitbewohnerin). Die Augustiner Brauerei mit Bierhalle und Wirtsstube.






Vergessen wir nicht die Einflüsse unserer türkischen Freunde auf die Fassadengestaltung des Westends. An der Schwanthaler Str. hat man wirklich den Eindruck man wäre in Berlin. Was in anderen Städten Deutschlands nichts besonderes ist, ist in der Schickeria Metropole München aber wirklich erholend.
Steigende Immobilienpreise und Mieten machen allerdings den "Deutsch- Türkischen Freundeskreisen" so langsam das Leben schwer.

Denn so mancher in München nennt das Westend schon ein Szeneviertel. Damit könnte es legitimer Nachfolger des von mir sehr geschätzten Glockenbachviertels werden.

Erste nette Lounge ist das "Kilombo". Kollege Bensch mit Gastroerfahrung, der mich vor 2 Wochen besucht hat, hat es direkt geadelt indem er meinte genau sowas würde er auch gerne eröffnen. Meist nen Funk-DJ in der Ecke, Bier holt
man sich selbst an der Bar, Essen kann man selber mitbringen und nicht zuviel Schnickschnack innen drin.

Im CaVa schau ich bei Bedarf Fussball und im Stoa (rechts) kann
man super brunchen, im Bürgerheim den Schweinsbraten immer
für 4,99 € essen und im Cacoa 27 verschiedene heisse Schokoladensorten trinken.

Ihr seht man kann es hier schon aushalten. Ansonsten bin ich mit dem Radl in 10-15 mins in Schwabing, in der inner City oder dem Glockenbachviertel.

Die Wiesn bleiben 6: 30 mins entfernt. Und der Weg lohnt sich im Advent auch wieder, denn dort findet nun das Tollwood statt.
Das ist ein moderner Weihnachtsmarkt mit einigen Zelten, wo Bands Musi machen (nicht nur "Last Christmas!) und stylischen Bars.

Frohe Adventszeit!






Sonntag, November 16

Stubai statt Dubai....

...war das Motto am Samstag.

Die Gletscher im Stubaital bei Innsbruck zählen zu den schneesichersten Skigebieten Österreichs.

Mit dem Auto kann man in knapp über 2 Stunden von München da sein. Da Kollege Bunde noch Nachtschicht auf dem Flughafentower bis um 0600 Uhr hatte, konnten wir erst um 0700 Uhr starten.
Traumhafter blauer Himmel, Sonnenschein. Nur leider waren wir nicht allein (:-).

Es ist immer wieder ein geiles Gefühl die Skisaison zu eröffnen. Eigentlich weiss man nie wie die ersten Schwünge verlaufen.
Meist kann man aber nach einem halben Hang dann die Carver laufen lassen und wie auf Schienen den Schnee wirbeln lassen.

Den Einkehrschwung haben wir auf dem Höchsten Punkt des Skigebietes eingelegt. In der Jochdohle auf 3150m. In einer solchen Höhe, bei der Aussicht und dem Sonnenbad schmecken Radler und Wurstsemmeln bestens. A draaaum!

Cheers

Sonntag, November 9

Notkarspitze - ...und es ist Sommer


Servus Sportsfreunde,

haben mal wieder ein aktives Wochenende hinter uns gebracht.

Ob des guten Wetters wurde nämlich der nun wirklich, wirklich letzte Wandertag 2008 eingelegt.

Ziel des Tages war die Notkarspitze im Ettal. Ein wie der "Münchener Hausbergführer" verrät: "sehr barziger, schroffer Berg". Fast durchgehend hat man Blick auf das berühmte Kloster Ettal, dahinter den Ammersee, den Starnbergersee und sogar München, 100km entfernt.

Hoch kommt man nur über einen Steig, der erst für Leute ab 12 geeignet ist, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit(!) vorrausetzt.


Auch schöne Wegeskreuze mit verstorbenen Schützenbrüdern konnten uns net aufhalten.

Mit Simon, nem Physiker, der mit meiner Kollegin Franzi liiert ist und seinem Schwager Martin gings in den Berg. Der Spätherbst entzückte mit gleissendem weissem Sonnenschein und gefrorenem Tau in den Hochebenen. Auf ca. 1600m bekamen wir dann sogar Gemsen zu Gesicht, die mir waidmännische und alpine Hochgefühle bescherten.

Nach 2 1/2 Stunden wurde dann am Gipfelkreuz eine Brotzeit vom feinsten eingenommen. Chorizo, Emmentaler, Fleischwurst, Eier, Baguette, Semmeln und nen Pschorr Kellerbier.

Genau dieses bescherte mir allerdings einen gefährlichen Abstieg. Erschöpfung gepaart mit Alkohol, rutschigem Laub und v.a. aufkommendem Schwindel machen sich nicht gut auf nem Kletterstieg mit montierten Leitern.
Ganz ehrlich, ich bin deshalb froh wieder in Minga zu sein. War ne geile Tour, hat nen 5er fürs Autosprit gekostet. Schalke hat verloren. Ich musste mal wieder in ner BayernKneipe gucken.

Angenehmen Sonntag,

Heiner