Die ersten Frühlingstage und die hellen Stunden am abend haben mich wieder aufs Mountainbike gehievt. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man aus Münchens Mitte an der Isar entlang in das bayerische Oberland vorstossen kann. Hat man einmal bei Pullach den Radweg am Isar-Hochufer erreicht ist es einfach nur traumhaft. Die Strecke hat einiges zu bieten: Schotterwege, schmale Trails über Buchenwurzeln, herrliche Aussichten und immer wieder Biergärten, Biergärten, Biergärten.

Nach 25 km hat man dann mit der Benediktinerabtei Schäftlarn einen idealen Scheitelpunkt erreicht. Natürlich einen Scheitel mit Bräustüberl und Biergarten.
Am anderen Isarufer geht es dann über Grünwald zurück nach München. Im Moment ist das Isarufer so weit draussen vielleicht ob der Jahreszeit noch nicht zu sehr mit Bikern und Spaziergängern gefüllt. Die Isar ist hier noch ein richtig wilder Strom. Bevor er bis München durch diverse Flossschleussen und Wasserkraftwerke gezähmt wird. An diesem wilden Strom habe ich aus dem Augenwinkel im Schilf plötzlich einen weisslich schimmernden Fleck auf braunem Grund erhascht.
Die Überraschung ist gross als ich einen brütenden Höckerschwan auf einem Schilfnest identifiziere. Irgendwie habe ich mir noch nicht konkrete Gedanken gemacht, wo all die hübschen Schwäne in Münchens Parkanlagen herkommen. Sie werden also von eleganten, hübsch schlafenden Schwäninnen auf schwimmenden Schilfinseln im beschaulichen Isartal ausgebrütet.
Dem Schwan werden wohl -wie nur wenigen anderen Tieren- edle humane Eigenschaften angedichtet. Ein Schwan wirkt anmutig, elegant ja gar romantisch, musisch. Der Schwanengesang bezeichnet die letzte Rede eines Politikers oder das letzte Werk eines bedeutenden Künstlers. Der sterbende Schwan und Schwanensee sind weltberühmt. Der Schwan kommt im Märchen vor, Richard Wagner verewigt Ihn in der Lohengrin Oper und die irische und griechische Mythologie (Leda..) handelt von Schwänen als Symbol der Reinheit.
Am Ortseingang von Grünwald werde ich jäh aus meinem Schwanentraum gerissen. Erzürnte Bürger haben einen Zeitungsartikel an einen der letzten Bäume vor Grünwald geheftet. Es geht um die Jagd auf Schwäne im Dezember letzten Jahres, die von Spaziergängern beobachtet wurde.
Der Artikel stellt gleich zu Beginn fest, dass die Schwanenjagd rechtmässig war (unterliegen dem Jagdrecht). Dennoch haben sich die Jäger auch wohl etwas ungeschickt angestellt. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass es wohl kaum Proteste gegeben hätte wenn Jäger die Wanderratten Grünwalds bejagt hätten (unterliegen allerdings nicht dem Jagdrecht).
Das es eine Menge Schwäne in München gibt, stelle ich regelmäßig am beliebten Grillplatz auf dem Isarkies an der Tierparkbrücke fest. Hier wimmelt es von Schwänen, sicherlich auch weil sie den ein oder anderen Happen von tierfreundlichen(feindlichen) Grillern abbekommen.
Meine Schwanrecherche in Grünwald hat mich leider auf dem Bike aufgehalten. Angekommen bin ich nach knapp 4 Stunden 56 km später im dunkeln und kalten Regen. Am Wochenende soll es aber 25 Grad werden. Da bin ich sicher wieder on tour. Und diesmal fahre ich nicht nur vorbei an den Biergärten, Biergärten, Biergärten...
Früher war es einfacher seinen Aufenthalt für den Wintersport zu planen. Man suchte sich einfach eine Woche in den Semesterferien raus und hörte sich im Ski- und Snowboardfreundeskreis nach Interessierten um. Die Wahl des Zieles für die Skigaudi machten eigentlich die österreichischen Alpendörfer mit dem größten Après-Ski Feierpotential unter sich aus.
So habe ich diverse Male das Zillertal aber auch Sölden, Saalbach-Hinterglemm oder St. Anton (liebevoll von uns "Stanton" genannt) besucht. An die Mengen von getrunkenen Flügerl (Wodka Bull), Weissbier, Willi Birne oder Jagatee erinnere ich mich manchmal nur ungern. Das Feiern in Skiklamotten und die Schwierigkeiten des Tanzens in Skischuhen empfand ich damals aber definitiv immer als spassig.
Der fanzösische Name "Après -Ski ist eigentlich etwas irritieren. Mit "Abrissski" (echt schon gehört!) hat es aber herzlich wenig zu tun.Vermutet man eine Aktivität "nach" dem Schneesport liegt man auch falsch. Häufig beginnt die Party schon in den Schirmbars auf der Piste. Dass ich mich auf dem Weg zur Talstation dann nie ernsthaft verletzt habe, erscheint mir im Nachhinein wahrhaft wunderlich. Ausserdem ist das Feiern in Skiklamotten eine Erfindung aus Österreich und weniger französichen Ursprungs.
Wenn man die Unterkunft schliesslich gegen 19 Uhr (meist mit dem Grossraumtaxi) erreichte, ging es meist fröhlich dahoam weiter oder die nächste Après-Ski Tenne oder ein Discostadel wurden aufgesucht. Unvermeitliche Begleiter über die gesamte Woche: DJ Ötzi, die Hermes House Band und Ösischlager. Zugegebenermaßen haben die Urlaube damals immer sehr viel Spass gemacht. Sicher war aber eigentlich immer nur eins: Der Kater am Folgetag und das Loch im Geldbeutel. 
Mit der Zeit hat sich der Après-Ski nach meiner Beobachtung immer mehr kommerzialisiert. RTL II ist auf den Zug mit aufgesprungen und Musiktitel des Après-Ski werden in einem Atemzug mit Ballermann CDs vermarktet. Jede hinterletzte Hütte in den Bergen versuchte den Skifahrer durch aussen installierte Boxen zum Einkehrschwung anzulocken. Ein unrühmlicher Höhepunkt der Kommerzialisierung ist vielleicht in dem unterirdischen Film "Feuer, Eis und Dosenbier" erreicht worden.
Ich erinnere mich noch gut an den Tag im Mai vor einigen Jahren, an welchem ich mit meinem Vater im Auto den Tauerntunnel umgingen und über den Pass durch das trostlose Obertauern fuhren. Hier sah ich zum ersten mal die hässliche Fratze des Après Ski. Die Sessellifte baumelten leblos über den braunen Grashängen und entlang der Strasse reihten sich verlassen gläserne Bars aneinander wie staubige Saloons in einer Westernstadt. Vom blinkende Glanz und Winterfreude war in diesem Skiort nichts mehr zu spüren.
Entweder steckt die Après Ski Community in einer Sackgasse, war ein Trend der Nuller Jahre oder aber ich entwachse den Party-Skiurlauben. Nachdem lange der Kick beim Feiern gesucht wurde, wird in letzter Zeit wieder mehr und mehr der Kick auf und neben der Piste gesucht. Die neuen Carving, R
ocker oder All Mountain Ski ermöglichen ein neues Fahrgefühl und z.B. auch die einfachere Eroberung von Tiefschneehängen. Während ich dem Ski Touren gehen entlang vom Skipisten noch skeptisch gegenüberstehe, hat mich das bereits Schneeschuhwandern fasziniert.
Man streift sich die Tennisschlägergrossen Schneeschuhe über und los geht`s. In den bairischen Voralpen kann man dann menschenleere Gipfel erklimmen, die im Sommer gut frequentiert sind. Die letzten Höhenmeter zum Gipfelkreuz sind dabei oft richtige Kletterpartien mit stimulierender Wirkung. Brotzeit und das erhebende Feeling einsam am Gipfel sind unbeschreiblich. Auf dem Wallberg am Tegernsee kann man den Rückweg ins Tal dann sogar auf dem Schlitten absolvieren. Das verkürzt die Dauer bis zum Aufenthalt im herzöglichen Brauhaus Tegernsee um etliche Minuten. Alles hat seine Zeit.
Schnee in München ist eigentlich im Winter ob der Lage auf 519 m Meereshöhe ein gewohntes Bild.
Die üblichen Geschehnisse sind dann, dass z.B. die Häuslbesitzer ihre Schilder "Vorsicht Dachlawine" heraus holen, um übervorsichtige Passanten zu warnen. Biergartenbesucher können sich bei sonnigem Wetter auch erfreuen. Der Biergarten am Viktualien Markt und am chinesischen Turm sind auch im Winter geöffnet. Der Promibiergarten "am Seehaus" im E-garten läd sogar zur Schlittschuhfahrt ein.
In der vergangenen Woche wurde das Winterwetter dann vom Alpenföhn überrascht. Wie die Abendzeitung titelte war den Münchenern "100 Stunden Frühling" vergönnt. Bei Schnee finden in München derzeit immer häufiger irgendwelche "Snow Events" statt. Im Olympiapark hat erfolgreich vor 20.000 Menschen ein Weltcup im Parallelslalom stattgefunden. Um die Zuschauer unterzubringen, wurde sogar der Olympiasee leergepumpt. Wie mir Freunde berichteten, war es ein einmaliges Erlebnis, der Eintritt von ca. 20€ aber happig.
Dann wurde in der letzten Woche im Olympiapark auch noch der Weltmeister im Ice Cross Race gesucht. Marketinggerecht wurde der Wettbewerb dann" Red Bull Crashed Ice 2011" genannt. Auf all diesen Veranstaltungen kann nämlich derzeit mächtig für die Olympischen Spiele 2018 geworben werden. München ist ja "Candidate - City", und die Chancen stehen für 2018 gut. Eine Mehrheit von 70% der Deutschen sind für die Spiele und der Widerstand der "Bauern" in Garmisch bröckelt (irgendjemand hat herausgefunden, dass von den hartnäckigen 59 Landwirten nur 6 wirklich noch Landwirte sind).
Als aufrichtiges Münchener Unternehmen hat sich auch die Siemens AG ganz altruistisch auf den Zug der Olympia Unterstützer geschwungen. Da ja siehe oben Wintersportevents ganz en vogue sind nimmt Siemens die Ski WM in Garmisch zum Anlass ein eigenes Event namens "Snow City" mitten in München vor der Konzernzentrale am Wittelsbacher Platz abzuhalten:
Hier soll eine 40m lange und 9,50 m hohe Ski- und Schlittenrampe für Gaudirennen entstehen. Anwohner kritisieren das Event mit einer Wortneuschöpfung: Die "Verballermannisierung" des Wittelsbacherplatzes wird befürchtet! Auch ich denke, dass Siemens hiermit ein wenig über das Ziel hinausschiesst. Der Kurfürst Maximilian II auf dem Reiterstandbild in der Mitte des Platzes schaut sicherlich etwas verwundert hinüber; er verschwindet ja ganz und gar neben der Rampe.
Zurück zum winterlichen Wetter. Während man in München bei Schnee also von Dachlawinen verfolgt wird und sich Gedanken über Tagesskiausflüge machen muss, ging es beim Heimatbesuch im winterlichen Münsterland beschaulicher zu. Im Dezember und um Weihnachten lag im Westen einmal mehr viel mehr Schnee als in Bayern.
Ein Spaziergang im Münsterland war dem Spaziergang im bayerischen Oberland oder Allgäu plötzlich zum Verwechseln ähnlich.
Die Offiziellen waren aber etwas überfordert mit 20cm Naturschnee. Öffentliche Gebäude wurden gesperrt, Weihnachtsgottesdienste fielen aus. Mir hat der Schnee viel Freude bereitet. Unseren Hunden auch!

Die Silvester Gaudi wurde in diesem Jahr in Wien gesucht und gefunden.
Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich in Wien war. Wien liegt auch gar nicht so nah an München wie man meinen sollte. Die Fahrt dauerte uns (inklusive Trinkpausen) ungefähr 4,5 Stunden.
Einmal angekommen ist und bleibt Wien aber unverwechselbar. Obwohl dort derzeit im Gegensatz zu Deutschland kein Schnee liegt. Wohl keine andere Stadt hat so eine Pracht an barocken, marmorfarbnen Häuserzeilen zu bieten. In Wien fühle ich mich schnell ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. Es würde den Wiener sicherlich nicht wundern, wenn plötzlich Mozart, Sigmund Freud oder der Habsburger Kaiser höchstselbst um die Ecke stolzieren würden. Er würde ihn höflich grüssen und einfach weitergehen.

Den unzähligen Fiaker Fahrern geht es auch noch gut. Für 60 € in der Stunde kann man sich einmal durch die Stadt kutschieren lassen. Und dass wurde um Silvester in der Tat häufig gemacht.
Die Neujahrsstunde haben wir am "Steffl" (Dom) verbracht. Zunächst filmten alle Menschen die dröhnenden Glocken und danach unsere mitgebrachten Feuerwerksraketen. Kein Wunder, denn ausser zu uns war es wohl zu den meisten vorgedrungen. In der Wiener Innenstadt herrschte eigentlich ein Böllerverbot.
Der Wiener an sich scheint mir immer noch sehr obrigkeitsorientiert und sehnt sich nach der Ruhe und Ordung der 1000jährigen k.u.k. Habsburgermonarchie. Wer etwas auf sich hält schreibt es auf eine goldner Tafel vor der Türe. "Sachverständig staatlich beeidigt, oder geprüfter, bestellter".....bla bla bla.
Im gehobenen Servicesektor arbeiten in Wien kurioserweise fast nur Männer. Der Beruf des Kaffeehauskellners, Kutschers oder Museumswächters scheint mir fest in maskuliner Hand zu sein.
Immerhin habe ich meinen Abscheu gegen den als Wiener Schmäh bezeichneten Dialekt etwas verringern könnern. Die wiener können nichts für ihre dekadent und arrogant wirkende Art. Es ist einfach der Dialekt. Wir ham Ihn wunderbar häufig kopiert indem wir "Wiener Dekadenz" oder einfach "ach ge`" gefaselt haben. Falco wird in Wien übriens spöttisch als das "Falcerl" bezeichnet. Die Wörter sind überhaupt ein wenig kurios. So spricht der Wiener nicht vom "Müll", sondern vom "Mist". Und der Fussgänger wird als "Fussgeher" bezeichnet. Immerhin weiss man meist schnell was gemeint ist.
Dass Kusriositätenkabinett am Schluss:
Wien liegt nicht an der Donau, sonder am Donauseitenkanal einige Kilometer von der Donau entfernt. Fährt man die Donau stromabwärts erreicht man nach 40 km Bratislava (Pressburg). Damit ergeben sich Europas am nächsten zusammenliegende Hauptstädte. Bleibt man in Wien findet man etwa am Naschmarkt auch einen Fluss. Der Name hat mich dann doch erstaunt. Die "Wien" schlängelt sich dort neben der Strassenbahn her.

Welch ein schöner Anblick. Die Isarauen sind verschneit, die Ufer klirren vom Frost. Die rote Abendsonne zieht sich wieder langsam hinter die Alpen zurück, und davor thront der neuromanische Chor der Kirche St. Maximilian.
Mich hat die St. Maximilian Kirche immer ein wenig an englische Kirchen wie Westminster Abbey oder die Kathedrale von Lincoln erinnert. Erinnerung trügt bekanntlich, die Münchner haben St. Maximilian früher "Notre Dame an der Isar" genannt. Von vielen Punkten an der Isar ist auf jeden Fall der Sakralbau gut sichtbar.
Die Kirche von innen gesehen habe ich noch nicht, doch liest man immer mal wieder vom unorthodoxen Pfarrer der Gemeinde. Pfarrer Rainer Maria Schießler steht ab und an im Brennpunkt der Medien. Mitten im alternativen Glockenbachviertel gelegen, sind bei Ihm z.B. auch schwule und lesbische Firmhelfer aktiv, er trägt ein Tatoo und hat während der Fussball - WM als Volontär gearbeitet.
Alles noch kein Problem, doch seitdem er bereits seit mehreren Jahre hintereinander als Bier-Bedienung im Schottenhamel Festzelt auf der Wiesn arbeitet -16 Tage, 10-11 Stunden täglich und morgens vorher noch eine Messe- rümpfen seine Kirchenvorgesetzten angeblich mit der Nase.
Das Bistum München Freising soll dem 47jährigen schon mitgeteilt haben, dass er als Wiesn Bedienung
keine Karriere mehr in der Kirche erwarten könne. Pfarrer Schießlers antwortet lapidar, das habe er auch nicht vor.
Sein Wiesn Einkommen hält er in Tradition der Bedienungen auf dem Oktoberfest natürlich geheim. Dass er aber alles für ein Aids Projekt in Afrika spendet gibt er offen zu.
Zurück zur sonnig abendlichen München Bild. Das Bild zeigt nur die halbe Wahrheit. Der ganze Ausschnitt zeigt nämlich auch das Heizkraftwerk Süd an der Isartalstraße.

Wie man sich in München entschliessen konnte mit einem solch hässlichen Energieklotz die Aussicht zu verschandeln wird mir für immer verschlossen bleiben.
Immerhin fühle ich mich an meine Heimat in Ruhrgebietsnähe erinnert. Aber darauf könnte ich verzichten und vielleicht sogar auf ein paar Grad Temperatur im Winter.
München besitzt zwei Titel unter denen sich viele gar nichts genaues vorstellen können.
Wahlweise wird sie als "Medienhauptstadt" oder als "Verlagshauptstadt" Deutschlands angesehen.
Was macht eigentlich so ein Verlag?
Ein Verlag erwirbt vertraglich das Nutzungsrecht eines Autors an seinem Werk aus der Literatur, Kunst, Musik oder Wissenschaft. Dann wird das Werk vom Verleger vervielfältigt, beworben und vertrieben.
Die Liste der Verläge in München ist wirklich lang. Fast immer denke ich automatisch bei den Namen an Buchrücken mit den gedruckten Namen der Verläge.
Bei Langenscheidt denke ich sofort an Wörterbucher, bei C.H. Beck an die von mir ungeliebten Gesetze. Dann sitzen in München noch der Deutschen Taschenbuchverlag DTV, Bonnier, Elsevier, Knaur, Oldenbourg, Piper, Burda und Random House - Bertelsmann. Die Auswahl ist gross.
Nicht ohne Stolz weist das US - Generalkonsulat in München darauf hin, dass München nach New York zweitgrösste Verlagsstadt der Welt sei (und daher Bayern und Amerika ein "Dreamteam seien"!).
Beim Stichwort "Medienhauptstadt" Deutschlands fallen mir direkt ein paar Begriffe zu München ein (und ich brauche keine Verläge zu googlen). Mit der Bezeichnung gehe ich dennoch nicht dacore.
Die Redaktionen der meisten Burda Medien sitzen in München. Focus Chef Helmut Markwort ist nicht nur auf der Bayern Ehrentribühne sondern auch im Münchner Stadt und Kulturleben dauerpräsent. Passenderweise ist er ja auch noch mit der Bunten Chefredakteurin Patricia Riekel liiert. So gefällt das dem Chef Hubert Burda sicherlich.
Neben dem Bayerischen Rundfunk sind auch noch ein paar private TV Anstalten in München präsent. In München-Unterföhring sitzen DSF-Sport 1 TV, Sky Deutschland und Pro7-Sat1 Media mit Kabel 1 (Zugegeben München TV gibt es auch noch, aber wie seicht das ist sieht man z.B.: hier).
Gerade Pro 7 - Sat 1 brauchen ja für Ihr Vorabendprogramm immer mal wieder ein paar Konsumentenstimmen. Daher sind Kamerateams im Münchner Fussgängerberich keine Seltenheit und werden oft von Schülergruppen beobachtet und verfolgt. Nun konnte auch ich am Stachus einem Kamerateam nicht mehr entweichen und bin in den Genuss von 1,5 Sekunden Medienpräsenz in der Pro 7 Sendung Galileo gekommen.
Ab Minute 6:50 darf ich beantworten, wie man die weisse Haut der Orange nennt, und habe eine knappe westfälische Antwort parat:
http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/ganze-folge-montag/
Die Feldherrnhalle ist in München ein beliebter Treffpunkt für Touristen. Auf den Stufen lassen sich prima "I was here" Fotos schiessen. Dabei werden die Löwen an den Treppen gekrault und das Treiben auf dem Odeonsplatz beobachtet. Der überteure "Frai Latte Chai Caramel Coffee To Go" einer der amerikanischen Kaffeeketten am Odeonsplatz darf natürlich nicht fehlen.
Die Feldherrenhalle schliesst.....shit...schon wieder falsch geschrieben....Die Feldherrnhalle schliesst die Ludwigstrasse prächtig, protzig zur Altstadt hin ab. Eigentlich ist es gar keine Halle, wo man reingehen kann. Eher eine Art Baldachin mit gewaltigen Säulen. Von der Residenz und der Theatinerkirche umgeben, erzeugen die 3 Gebäude mit ihren warmen Farben ein italienisches Flair und machen den Odeonsplatz zu einem richtig südlichen "Campo".
Leider hat der "Campo" eine dunkle Vergangenheit. Die Widmung "dem bayrischen Heere" mag ja im 19. Jahrhundert noch akzeptabel gewesen sein.
Am 9. November 1923 aber startete Adolf Hitler seinen Putschversuch in München mit einem "Marsch auf Berlin". Die Putschisten kamen aber leider nur vom Bürgerbräukeller ca. 900m weiter bis zur Feldherrnhalle, wo der Putschversuch mit einem Schusswechsel zwischen Polizei und Hitler-Anhängern endete.
Anstelle Hitler für den Staatsstreich hinzurichten (was für linke Putschisten damals Mindeststrafmass war), kam Hitler in die ehrenvolle Festungshaft nach Landsberg. Hier konnte er dann in Ruhe die Machtübernahme -bekanntlich 10 Jahre später- planen.
Kurioserweise finden trotz der Geschichte auch heute noch viele Kundgebungen und Demonstrationen aller gesellschaftlichen Gruppen vor der Feldherrenhalle statt.
Einer der ersten Akte der neuen Machthaber war es 1933, aus der Feldherrnhalle einen Kultort für die getöteten Nazis der ersten Stunde zu machen. Die Toten wurden kurzerhand zu "Bl
utzeugen" und eine Tafel, Fackeln und Mahnwache wurden an der östlichen Seite der Feldherrnhalle installiert. Jeder Passant war verpflichtet beim Passieren den Arm zum Hitlergruss zu erheben.
Das war den Münchner natürlich nicht Recht und viele entschieden sich daher angeblich zum passiven Widerstand. Anstelle die Ehrentafel zu passieren machten sie einen Umweg durch die Viscardigasse und gingen somit am westlichen Ende der Halle vorbei, ohne den Arm heben zu müssen. Treffenderweise wurde die Viscardigasse im Volksmund zur "Drückebergergasse" getauft.
Eine goldene Linie auf dem Pflaster der Viscardigasse erinnert heute an den Widerstand.
Zufälligerweise passiere ich in den späten Abendstunden des 9. Novembers die Feldherrnhalle. Eigentlich erwarte ich am Schicksalstag der Deutschen Lichter oder ähnliches, die an den 87. Jahrestag des Putsches oder die Judenprogrome erinnern.
Stattdessen liegt die Feldherrenhalle dunkel vor mir und hinter den Treppen sitzen dunkle Gestalten und klirren mit Bierflaschen. Ich denke schon an eine illegale Kundgebung von Rechten und zücke mein Handy, um ein Beweisfoto zu schiessen. Bei näherem hinsehen sind es aber eher schwarzgekleidete Punks, die Zuflucht unter dem Dach gefunden haben, um dem Nieselregen zu entgehen. Ich überlege kurz, ob Sie überhaupt wissen wo und an welchem Datum sie sich gerade befinden.
Schliesslich mache ich mich auf, die Gedenktafel für die getöteten Polizisten des Putsches zu suchen. Wenn ich am 9. November schon einmal hier bin, will ich dort innehalten. Als ich die Tafel nicht an altbekannter Stelle finde, wittere ich einen neuen Skandal. Jemand muss die Tafel entwendet haben!
Erst ein Blick in die Zeitung am Folgetag hilft mir weiter. Die Stadt hat just erst einige Stunden vor mir eine nagelneue Gedenktafel an der Residenzwand gegenüber eingeweiht. Na also. Alles ist gut. Mein passiver Widerstand ist aufgehoben.
Ich habe in neues Lieblingswort im bayerischen.
Vorher war es ja lange das Wörtchen "fei". Das finde ich so genial, weil man es quasi überall einsetzen darf.
Fei ist ein Wörtchen, mit dem man unterstreicht, was man gesagt hat. Es entspricht im Hochdeutschen am ehesten halt oder eben oder echt.
"Das hast du `fei` gut gemacht" oder "Hui, Ich habe `fei` starke Kopfschmerzen".Nun hat das Fei aber Konkurrenz bekommen durch das Wort "hinter". Meines Erachtens wird es nämlich im baierischen ebenso fei kurios eingesetzt wie "Fei" selber.
In Bayern sagt man nämlich zu etwas "hinter", wenn man voran gehen soll. Also nach vorne, oder weiter entlang.
Da macht für mich überhaupt keinen Sinn, und gerade deshalb liebe ich es fei so. Wenn etwas "hinter" etwas anderem ist liegt es ja wohl irgendwo Rückwärts gewandt. Aber nein. Der Bayer meint etwas was vor einem liegt. Fragt man zum Beispiel in München nach dem Weg zur nächsten Bier-Boazn sagt der Bayer:
"Doa gehst g`schwind die Strasse hinter, und loass dias schmeck`n"
Über dies bayerische Kauzigkeit kann ich noch schmunzeln. Die CSU aber kennt bei Immigranten kein Erbarmen. Gerade wurde auf eine Frist von einem Jahr zum Erlernen der deutschen Sprache bestanden.
Vielleicht gebe ich der benachbarten Gemeins(c)haft hier im Westend mal einen Rechts(c)hreibehinweis, damit Sie wie seit vielen Jahren schon, weiter Ihre Vereinsaktivitäten in Bayern ausüben kann!