Samstag, August 2

into the wild - recovery in fremden federn teil II

Sorry guys,


habe mich ja ein paar tage nicht gemeldet und wohl etwas verwirrung gestiftet. Lieber Devid und Co: Ich befinde mich nicht in Bejing und mache undercover recherchen für amnesty international.

(:-)

Ich bin ende letzter woche mit meinem regulären ethihad flug über singapur und abu dhabi nach europa gecruist. eigentlich dachte ich, nach carlis pflege wäre ich schon in flugkonstitution.
mein magen hat das leider anders gesehen, so dass ich einen grossteil des fluges nahaufnahmen von der boardtoilette gemacht habe. Immer mit der gefahr, dass die stewardessen was merken und mich nicht mehr weiter mitnehmen wegen fluguntauglichkeit oder so.

Das ist dann schon eine üble zwickmühle. um1 uhr morgens in abu dhabi elendig das flugzeug für 2-3 stunden und nachtanken verlassen zu müssen, 42 grad und trockener wüstenwind, und so eine lachende stewardess wünscht einem einen wunderhübschen aufenthalt im wüstenstaat. Prost Mahlzeit. würg.

kurzer sinn. mit hilfe von frederick nem studnix aus maastricht bin ich in ffm angekommen, wo mich meine family erwartete und nach hause kutschierte (freddie natürlich auch...). Dann habe ich nun ein paar Tage in einer neurologischen Klinik verbracht.
und wenn ihr mich fragt haben mich nun nicht Kernspins und Hirnstrommessungen auf einen guten weg gebracht, sondern Erbsensuppe, Mettendchen und Blick auf alte Stadttore und Kirchen in Westfalen. Jedenfalls bin ich nun wieder dahoam, wo ich mich weiter schonen muss..

Tja, die Erinnerung an Australien wird durch die letzten 3 Wochen leider derzeit etwas getrübt. Eigentlich sollten aber doch 95 % gute Zeit und Erfolg so eine paar Wochen aufwiegen.

Oder?

Schaut mal was ich gefunden habe. Ein lebendiges Graukänguru mit Nachwuchs. Ganz ohne Zoo und so.

Servus

Heiner

Donnerstag, Juli 17

into the wild - recovery in fremden federn

Hi Leude,

also die letzten Tage der Erholung bei Carli haben mir definitiv gut getan. Ist schon was anderes tagsüber in nem XXL-Size Bett zu liegen und W-LAN zu surfen, als gemeinsam mit Katzen und kiffenden Franzosen tagsüber Horrorfilme in Hostels schauen zu müssen.
Carli selber wohnt auch nur ein paar Wochen in einem Appartement mit 4 Leuten zur Untermiete. Davon sind halt 2 selber nicht da......

Ich bin sowas wie ziemlich illegal genehmigter Unter-Unterbewohner oder Einwanderer. Ist mir aber ziemlich egal. Die beiden anderen Bewohner arbeiten nämlich hier fast den ganzen Tag, und ich kann schön entspannen.

Übrigens ist das hier das reinste Luxus Appartement mit Blick auf die Skyline Brisbanes und so....bloss haben die 4 Jungs hier noch nie geputzt. Mein Zimmer und Bad sind Ok, aber den Rest ist mega schmutzig. Total lustig.

Zum Beispiel darf man den Geschirrspüler nicht öffnen, weil der muss mal repariert werden, aber niemand hat die dreckigen Teller da jemals rausgeräumt. Oder eine Schale voll Wasser Aquarium zu nennen ist schon cool, da aber jeweils noch einen halb toten Fisch drin zu versenken schon grenzwertig. Zigarretten, leere Bierflaschen und Aschenbecher? Klar überall in der Bude verteilt, vor allem vor der Play Station.






Da lobte ich mir doch unsere wohlsortierte Bierflaschenwand in unserem WG-Haus an der Gladstone Road.
Zum Schluss hatten wir gemeinsam so an die 600 B ierflaschen, fein säuberlich in Ihren Herkunftskartons eingeordnet und als Deko im Flur stehen.
Während man hier in Queensland einfach alles in die Mülltonne donnert gibt es in South Australia 0,05 $ pro Flasche als Pfand. Ha Ha, für alles hätten wir dann 30$ bekommen, davon kannste dir noch nicht mal n



e neue Kiste Lager kaufen. Ein Grund mehr sich bald wieder auf deutsche Erde mit Ihren Preisen zu freuen....




Servus

Heiner

Sonntag, Juli 13

into the wild-girraween....girravir....bakteriovir....


Hi Mates,

wie wichtig gute mates sind entdecke ich just in meinen letzten Wochen in Australien. Aber der Reihe nach.

Letzte Woche Mittwoch war ich für nen Day Trip im Girraween National Park, 2 Stündchen Südwestlich von Brisbane.
Mein Kumpel Niels und ich sind ein wenig die Felsformationen abgetrackt und haben uns dabei wie auf einem Abenteuerspielplatz gefühlt.

Die Felsen hatten so lustige Namen wie "balancing Rock", "Sphinx" oder Turtle Rock". Alles Anfassen überall draufklettern war inclusive. Schlieelich haben wir am Ende noch den gewaltigen australischen Sonnenuntergang abgewartet und sind nach 15 km durch die Dunkelheit wieder zum Auto gestolpert.


So weit so gut. Mein Mietvertrag war ausgelaufen, also hatte ich mich 2 Tage bei Kollege Sergio und Claudio einquatiert. Mit eben diesen ging es dann abends noch auf ein paar Bierchen in die Down Under Bar, bevor mich das WE nach Fraser Island und endlich auf Reisen bringen sollte.

Mittlerweile ist alles anders. Ich bin eine Woche später immer noch in Brisbane und tausche Hostelbetten mit Couches von Freunden etc.. Warum? Hab mir nen Gebrechen eingefangen, was als Mittelohrentzündung begann! Nach und nach wurden auch meine Gesichtsnerven (so was nennt man dann Fazialparese) betroffen und es war Zeit für Antibiotika und stärkere Tabletten. Nach Stationen bei Niels, Marta und den Chilenen geht es heute zu Carli, wo ich hoffe endlich Ruhe zu finden und länger bleiben kann. Die letzten beiden Tage im Schmutz und Lärmhostel waren echt bescheiden.

Na ja, ich denke voran, immerhin wird es jeden Tag ein klitzekleinesbisl besser, ich kann sogar meine Stirn wieder runzeln, und verbleibe mit mitleidigen Grüssen,

Servus,

vorsicht in 2 Wochen komm ich wieder....... ich denke liebe an die fitten Tage zurück.....

Donnerstag, Juli 3

into the wild - tasmanian tiger

tasmanischer tiger
Cheers mates,

das da oben ist ein Tasmanischer Tiger, auch Beutelwolf oder in Australien oft Thylacine genannt.

Das Foto ist in schwarz weiss, weil er offiziell(?) seit 1936 als ausgestorben gilt. Ich glaube seit ich mal als kleines Kind ein "Was ist Was" - ausgestorbene Tiere in der Hand hatte, faziniert mich dieses Tier.
Nachdem die ersten Siedler im 19. Jahrhundert das grösste fleischfressende Beuteltier noch regelmässig antrafen, es aber als Schafstöter ansahen ging es bergab mit Ihm. Auf dem australischen Kontinent schon seit 10.000 Jahren vom Dingo verdrängt, wurden bis 1909 Kopfprämien von 2$ pro erlegtem Thylacine ausgegeben. Der Zoo in Hobart betrieb ausserdem einen regen Handel mit Tiergärten in aller Welt, so konnte man Beutelwölfe in Frankfurt und London bestaunen. Allerdings erregten Sie nie grossen Aufsehen, und es gelang nie sie in Gefangenschaft zu vermehren.
Der Farmer Wilf Batty, schaffte es dann 1930 in Mawbanna, dem Nordwesten Tasmaniens, den letzten Tiger zu erlegen, 1933 wurden noch 2 Exemplare gefangen und in den Zoo von Horbart gesandt. Hier starb das letzte Exemplar "Benjamin" 1936.

Soweit die Geschichte. Seit 1936 wurde kein lebendes Exemplar mehr gefangen, geschossen oder sonst was. Da Tasmanien jedoch eine solche unwegsame Wildniss bietet gab es immer wieder unbestätigte Sichtungen eines Tigers. So 1982 von einem Wildhüter. 2005 von einem deutschen Touristen.
Selbst Experten halten es, zwar zu einem sehr geringen Prozentsatz, für möglich das noch Beutelwölfe in Tasmanien leben. Ein Amerikaner hat eine Prämie von 100.000 $ ausgesetzt für den Beleg eines lebenden Exemplars. Gründe genug für mich also mal dem faszinierenden Geschöpf nachzustellen.

So gelang es mir wirklich das kleine Örtchen (eigentlich stehen da nur Feuerwehrhaus und Kirche) Mawbanna ausfindig zu machen anzusteuern und mich mal umzusehen. Ein Hinweisschild bestätigte sogar die Erlegung des letzten Tigers.letzter tasmanischer tiger erlegt mawbanna wilf battyNatürlich habe ich dem erlegten Exemplar die letzte Ehre erwiesen. Der gute Wilf Batty scheint mächtig stolz auf seinen Fang zu sein. Wusste er schon gar nicht mehr was er da erlegt hatte. So sprach die lokale Presse von einer Hyäne. Von den Hunden wird berichtet, dass sie für Tage aus Angst nicht mehr ins Haus kamen.Wilf Batty letzter tasmanischer Tiger

Ausserdem habe ich immer wieder, zur Verzweifelung Michaels Trips zu Stellen unternommen wo nach 1936 vermeintlich noch Tiger gesehen wurden. Zum Beispiel hier am Lake St. Clair 2005, kein tiger auszumachen. Weiter ging es in einen Riesen-Eukalyptuswald in der Nähe von Mawbanna. Auch kein Exemplar zu finden. Selbst durch Schneefelder habe ich mich auf der Suche nach dem Wolf gekämpft. Ich bekenne: Für mich ist der Beutelwolf ausgestorben.










Die tasmanische Bevölkerung scheint dass anders zu sehen. Nachdem Sie erst alle Beutelwölfe als Schafdiebe ausrotten, sind Zeichen und Bilder von Ihm überall zu sehen. Auf Nummernschildern, National Park Zeichen, selbst das heimische Bier Cascade (schmeckt sauschlecht, halt wie Beutelwolfpisse) ist im Wappen mit Thylacinen geschmückt.
Souvenierartikel Nummer 1 sind kleine tasmanische Tiger.














Verstehe einer dieses Land.

Take it easy,

Heiner

Dienstag, Juli 1

into the wild - Tasmania


G`day,

nachdem ich aus Neuseeland wiedergekommen bin, hats mich am selben Tag noch weiter, mit meinem irischen Kumpel Michael, nach Tasmania getragen.

Tasmania ist der kleinste State Australiens und hat einige interessante Besonderheiten:

Geschichtlich gesehen ists zum Beispiel so, dass Tasmania vor Australien von Europäern entdeckt wurde. Der gute holländische Seefahrer Abel Tasman war es 1642, der die gewaltige Leistung vollbracht hat Tasmania und New Zealand zu entdecken, am riesigen Kontinent Australien aber vorbeizusegeln. Echt genial.

Um zu verhindern, dass die Franzmänner das Land als Kolonie erobern wurde nachdem Sydney gegründet wurde, Hobart als 2. australische Stadt überhaupt besiedelt. Und dann beginnt ein grosser Spass. Wie Ihr ja vielleicht wisst, wurde Australien in erster Linie von englischen Sträflingen besiedelt. Nach Tasmanien wiederum kamen Kriminelle, die in Australien straftätig wurden.
Also Kriminelle ². Hi Hi.

Seit 10.000 Jahren ist Tasmania von Australien durchs Meer abgetrennt. Dies führte zu einem Erhalt der einzigartigen Flora und Fauna. Auch die Aborigenes entwickelten eine eigene Kultur. Leider kann sich daran keiner mehr so genau erinnern. Nachdem Sie im 19 Jahrhundert erst gejagt hatte, wurden sie in einer Schutzmassnahme wie gefährdete Tiere auf einer Insel vor der Küste ausgesetzt. Als man nach einiger Zeit mal nachschaute lebten von anfänglich 200 nur noch 48. Also hatte man die glorreiche Idee sie auf einer "besseren" Insel auszusetzen. Die letzte starb 1878. Vom letzten männlichen wurden Souvenire angefertigt. Aber sowas schockt einen gar nicht mehr. Sind nämlich sehr nette Leute die Tasmanier.

So nah an die Antarktis kann man sonst nur in Patagonien kommen. Da hier in Australien ja nun Winter ist herrscht da Winter + X. Dass heisst aber auch, so gut wie kein Tourist vor Ort. Preise für Unterkünfte und gutes Essen echt günstig. Also Michael und ich in einen Mietwagen und los.
Und dann wurde es nicht zu einem Urlaub sondern zu einer Entdeckungsreise.

Zunächst mal in den Südwesten zu den höchsten Eukalyptusbäumen der Welt. Werden so an die 100m und sind schon gewaltige Kerle. Der ganze Südwesten wird auch West Wilderness genannt, weil das ein riesiges Gebiet ist, ohne Strassen, ohne Orte, ohne Menschen. Kilometerangaben werden durch die vermutliche Länge der Fahrt in Stunden ersetzt. Also wir auf nach Queenstown: 2,5 Stunden. Entgegenkommende Autos: vielleicht 5.
Da kann man auch schon mal in eine Kuhherde auf der Strasse rasseln, Felsen, Äste und einspurige Strassen sind keine Seltenheit. Immerhin noch asphaltierte Strassen, was nicht Standart ist.
Queenstown ist dann ein Örtchen am Ende der Welt. Leider gibt es in der Umgebung Kupfer, Zinn und Goldminen, weshalb dort Leute leben müssen. Unser Lonely Planet Guide beschreibt neben dem "tollen Siedlerzeitgefühl" und "toughen Männern und noch tougheren Frauen", das Vorhandenseins eines Geldautomaten und Tankstelle als lohnenswert. In unserer Unterkunft, dem Emperor Hotel dachte man wirklich man wäre wiederin den 30er Jahren gelandet. Ok keine Zentralheizung, dafür aber warmes Wasser. Als einzige Gäste konnten wir abends wenigstens noch mit nen paar verzweifelten Minenarbeitern im Pub nen paar Pints Boags leeren. Gar nicht übel dieses Gebräu.

Auf gings in den Nordosten. Auf dem Weg wollten wir noch einen Abstecher in die Craddle Mountains machen. Eigentlich ne wunderschöne Gegend. Doch auf 1000m Höhe standen wir plötzlich mit dem Auto auf der Passstrasse im Schnee. Wow. In Australien. Genial. Nach einer Schneeballschlacht und etwas Spass mit ner Family aus Australien, die nicht wussten ob sie weiterfahren sollen oder nicht, sind wir umgedreht. Die Family nicht, dort hatte sich die hysterische Mutter durchgesetzt und Daddy musste weiterfahren. Eingeschneit, wie wir am Abend erfuhren.

Die Landschaft in Tasmanien wechselt ständig. Innerhalb von 2 Stunden waren wir vom Regenwald ind die Alpen, und von Irland nach Norwegen gefahren, wo wir wieder im T-shirt bekleidet die Nacht in Stanley, nem Ort unter nem Felsen der auch "the Nut" genannt wird verbracht haben.


Wir waren sogar nicht einmal die einzigen Gäste im YHA. Wunderhübsch. Von diesen kleinen Kerlen haben wir aber keinen gesehen, dubai standen die Chancen gar nicht mal so schlecht, wie ihr anhand der Schilder sehen könnt.
















Auf gings mit mir am Steuer, und Michael als Co-Pilot entlang der besiedelten Nordküste rüber in den einsameren Osten. Auf dem Weg haben wir es auf einem kurzen Abstecher sogar geschafft ein Platypus (bei uns als Schnabeltier bekannt) zu beobachten.

Mittlerweile nahm die Landschaft sogar bekannte australische Züge an, und es wurde schön warm. Auf dem abendlichen Weg von Lauceston nach St. Helens an der Ostküste waren wir gezwungen einige windige Berpässe zu überwinden. Neben einigen feinen "scenic Lookouts" überrascht uns vor allem die Anzahl getöteter aber auch lebender Tierchen in unserem Scheinwerferkegel. Die auf der Strasse überfahrenen Animals werden liebevoll "Roadkill" genannt. Meistens sind es Wallabies, Possums oder Rabbits. Seltener Krähen, sehr selten Ameisenigel. Ein erhoffter "Tasmanian Devil" war leider nie dubai. Dubai hatte ich gelesen, dass sie ob ihrer Vorliebe für überfahrenes Essen, gerne auch mal platt gefahren werden. Geschätzt war es ca. alle 500m ein Roadkill, was bei gefahrenen 1600 km warscheinlich an die 3000 Roadkills ergibt. 2 Roadkills auf einmal wurden von uns dann "Multikill" genannt. Ich habe beinahe alle 3000 Roadkills versucht "anzusprechen", was Michael fast zur Verzweifelung brachte. Sorry for this.

Die letzten Kilometer konnten wir dann nur noch ob der ganzen Viecher im Schneckentempo zurücklegen. Kamen aber heil und ohne Knautschmotorhaube in dem Hafenort an. Ein bisl Seafood und der Abend am Feuer der Jugendherberge mit 3 Gästen brachten uns am nächsten Tag wieder auf die Road back to Hobart.

Michael, immer auf der Suche nach Scenic Lookouts, Waterfalls und unter 1 Stündigen tracks zu irgendwelchen Felsen, Höhlen oder sonst was, machte den Track zu einem Felsrücken mit Blick auf die "Wineglassbay" klar. Mittlerweile befanden wir uns in einer Region die wie Griechenland aussah.

Für ein Bad blieb lieber keine Zeit, da es noch in das alte Gefängniss mit Geistergeschichten nach Port Arthur gehen sollte. Für Geistergeschichten sind wir zu alt. Und was kulturell, historische Sehenswürdigkeit für Australier angeht, sind wir als Europäer zu verwöhnt mit Altem. Dass man dann auch noch 20 Dollar Eintritt haben will?!. Keineswegs.
Insgeheim bestand unser heimlicher Höhepunkt ja auch schon in der Besichtigung des Besuchercafes mit eigenem Memorialgarten. Warum das? Wegem diesem Vorfall: dem Massaker 1996.

1996: Ein gescheiterter Australier packt seine Sporttasche voll mit allen möglichen Gewehren. Fährt nach Port Arthur, isst was und fängt an im Cafe um sich zu schiessen. Er tötet 35! Menschen, selbst in Bussen auf dem Parkplatz. Nur um als schlimmster Massenmörder in die Geschichte einzugehen. Grässlich, beängstigend, grausam. Über dem ganzen Ort hängt gepaart mit dem alten Gefängniss, dass auch für seine Grausamkeit bekannt war ein düsterer Schatten.....

Voller Eindrücke kamen wir im Schatten am Flughafen an. Das Auto sah von aussen aus wie eine einzige Schmutzkarre aber ohne Kratzer und nun bin ich froh wieder im hellen, warmen und freundlichen Brisbane zu sein.

Pfiats Euch, das NZL Video ist nun auch im Netz.

Heiner

Sonntag, Juni 29

into the wild- viiize espana




Cheers!

Komme gerade wieder vom Finale. Wie die meisten anderen Spiele habe ich auch dieses im Pig `n`Whistle auf der Queensstreet gesehen. Ist ne Art Strassencafe und kurioserweise der einzige Ort in Brisbane wo der Eurocup gezeigt wird.
Die Badehose hatte ich schon drunter um beim Finalsieg, wie versprochen in die Lagune zu Brisbane zu springen.

Na ja um ehrlich zu sein, war ich ob der kühlen Nacht nicht böse es nicht zu müssen. Das Verlieren war ob der schlechten Leistung zudem auch nicht so hart.

Oder wie Kommilitonin Theresa mir gerade über Skype verrät: "Zweiter sein ist ja a ganz OK".
Ne Ne da grauselts mich. Hätt schon gerne gewonnen. Der zweite ist der erste Verlierer.


Immerhin hat Edmund Stoiber neben uns gestanden und fachkundige Kommentare abgelassen. Leider konnt ich ihn nicht mehr zum Transrapid befragen.

So, bin erst gestern aus Tasmanien wiedergekommen. absolut genial. Soviel Wildniss, Einsamkeit und Roadkills hab ich noch nie gesehen. Werd ich heut mal später von berichten. Ausserdem muss ich morgen ausziehen und mir ne neue Bleibe suchen. Hier in Brisvegas.

Cheers

Heiner

Dienstag, Juni 24

into the wild - new kiwiland

Hi Leude,

also was ist das?

Grüne Hügel, Schafe, Regen und tote Possums auf Strassen? Riiichtig,

Neuseeland. Dort macht meine bayrische Lieblings-Kommilitonin, die Obermaier Andrea, ein Praktikum bei Kiwitours.

In Auckland habe ich am Freitag morgen den deutschen EM Sieg in lustiger Umgebung gesehen. Das liegt wohl an der Uhrzeit. In Neuseeland läuft der Eurocup um 6:45 Uhr in der Früh. Also treffen sich Frühaufsteher und Zecher. Im 24h / 7days Sportspub stand dann Businessmanger next to Backpacker next to asiatischem Ronaldo-Fan next to betrunkner Maori Gang. Lustig wars. Und während ihr dann zum Feiern an die Kreisverkehre der Republik gefahren seit, hat Heiner den Tag mit nem Bacon and Eggs Frühstück angefangen.

Nachdem ich Auckland bereits 2003 im Trubel des Americas Cup (wichtigstes Segelrennen der Welt) besucht habe, konnte mich der Hafen mit seiner Harbourbridge nicht mehr überraschen. Kurioserweise habe ich damit aber innerhalb von 3 Wochen alle bekletterbaren Brücken der Welt in Brisbane, Sydney, Auckland gesehen.

Bei diesem Auckland Aufenthalt habe ich also auf die Klassiker, Skytower oder War Memorial Museum verzichtet und wollte mal feststelln, wie der Auckländer an sich so lebt.

Eine nette Freundin von Andrea hat mir dann am Freitag Nachmittag mal den noblen Vorort Devenport, den man mit ner Fähre über die Hafenbucht erreicht, gezeigt. Wundervolle Ausblicke auf Aucklands Skyline und die umliegenden Vulkane.

Ihr merkt, es erinnert alles ein wenig an Sydney. Selbst die Skyline sieht zum Verwechseln ähnlich aus. Aber alles ist eine Nummer kleiner und im Gegensatz zu Sydney macht Auckland ihrem Namen, City of Sails, alle Ehre. Schaut man über die Bucht wimmelt es nur so von Booten. Kein Wunder also, dass jeder 4. Auckländer statistisch gesehen ein Boot besitzt (Um Euch noch mehr zu verwirren: Jeder dritte Neuseeländer lebt in Auckland).

Abends ist dann Andrea dazugestossen, und wir ham uns ein paar leckere und endlich wieder bezahlbare Bierchen (Steinlager!!) in nem Pub gegönnt.

Schliesslich stand am Samstag ja für mich der Höhepunkt des Trips an. Eine Fahrt mit Andrea und ihrem Langzeit gemieteten Audi in die neuseeländische Traumlandschaft. Wir sind rüber zur Coromandal Halbinsel gedüst. Wo die Berge an die 900m erreichen und Neuseeland pur herrscht. Rauer Wind, riesige Farnbäume, grüne Hügel Schafe, riesige Bäume, undurchdringlicher Urwald


und enge Bays. Andrea hat alles mit ihrem Audi super gemeistert.




Nichts konnte uns aufhalten. Die geteerte Strasse im Norden war in eine Schotterpiste übergegangen. Durch Wind und Regen lagen uns erst Steinbrocken und später ganze Bäume im Weg. Teilweise führten die Bäche soviel Wasser, dass die Strasse überspült wurde. Ein buddhistisches Aussteigerzentrum im Nirgendwo wurde links liegen gelassen. Genial. Ich liebe dieses Land. Durch den Regen konnten wir leider unsere Füsse nicht ganz so vertreten, wie wir uns





das vorgestellt hatten. Aber Andreas unbändiges bayrisches Temperament und meine westfälische Gelassenheit, sorgten für witzige Gespräche.

Am Sonntag abend waren wir dann wieder in Auckland wo ich dann schnell die Zutaten für eine Paella zusammenkaufte, die wir dann in einem Haus von Andreas Arbeitskollegen Roland zubereiteten. Und was für ein Haus das war. Hochmodern eingerichtet, thronte es über einem Yachthafen und hatte Weitblick aufs Meer. Wir mussten erst mal den Plan erstellen, wie man in den Besitz eines solchen Heimes kommen kann. Zum Glück war Roland mit seiner Frau in Canada. Wir haben dann nämlich noch bis spät abends am Konferenztisch auf der Empore mit weiteren Freunden gespeist und gelacht.

Wenn der wüsste! Andrea sollte ja nur die Katze Minkie füttern………

Heut`bin ich um 4 Uhr aufegstanden um meinen Flieger nach Brisbane zu erhaschen. Hier darf ich aber nichtmal mich eine Nacht ausruhen, da es noch heute weiter geht nach Hobart in Tasmanien. Jetstars Billigpreisen sei gedankt. Allerdings heisst dass auch die Wintergaderobe anzuziehen. Brrrrr. Was man aber für den Beutelwolf nicht alles tut, gel?

Als Abschluss soagts Andreal, noach oamoal zua aich Pfiats Aich, zamma. Warum ich dass in der bayrischen Mundart gesagt habe verrat ich nicht. Schaltet einfach mal den Ton an.

Servus Heiner


Mittwoch, Juni 18

Into the wild - Aborigines II

















Servus Dudes,

.........um nochmal auf die indigenen Australier zurück zukommen. Wenn ich deren Situation anhand der Bilder beurteilen müsste die ich täglich sehe, steht es um die Aborigenes erschreckend.
Noch nie habe ich Aborigines in einfachen Jobs, sei es als Kellner oder Strassenfeger, arbeiten sehen. Während zum Beispiel die Maoris in Neuseeland mitten in der Gesellschaft stehen (sogar in der Rugby Nationalteam, den "All Blacks" sind welche und alle tanzen den "Haka"), hat die australische Society hier ziemlich versagt.

Selbstmorde und Kindersterblichkeit mit alarmierenden Zahlen

Die meisten Aborigines sehe ich halt mit billigem Alkohol auf Parkbänken in Gruppen vegetieren. Wie ich gelesen habe sind die Zahlen bei so unwichtigen Lebensstandartindikatoren- wie Selbstmordrate, Kindersterblichkeit und Arbeitslosigkeit-2-3 mal so hoch wie bei der restlichen Bevölkerung. Heute stellen die 500.000 Aborigines 2,5 % der Bevölkerung, aber die totale Anzahl an aborigine Gefängnissinsassen ist höher als die aller anderen Aussies. Erschreckende Zahlen, wenn man aber die Vergangenheit betrachtet, ist diese Tendenz gar nicht erschreckend.

Kollege Bensch hat mir einen schönen Reisebericht eines Deutschen von 1895 geschenkt. Ist in altdeutsch geschrieben, so dass mein irischer Kumpel Michael immer meint, ich würde "Mein Kampf" lesen.
Naja, jedenfalls ist der Autor zwar strammer Anhänger der wilhelminischen Monarchie, und lässt auch schon mal rassistische Tendenzen erkennen. Aber er ist völlig empört, wie die damaligen Farmer auf australischem Boden mit den Ureinwohnern umgehen. Er berichtet, dass die Farmer sich billige Arbeitskräfte beschaffen, indem Sie sich "einfach einen Australneger einfangen, mit der selben Methode den Sie auch auf Ihr Vieh verwenden. Jung eingefangen kann er ein guter Cowboy werden; ist er ein guter Bon treibt ihm sein Herr ein Mädchen aus dem benachbarten Stamm zu und macht ihn sesshaft. Einfach billig und landesüblich".

Grausamste Methoden gegen die Ureinwohner

Bis in das 20te Jahrhundert hinein soll es inoffizielle Treibjagden auf Menschen gegeben haben. Unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit wurde mit Strichnin vergiftetet Essen an Sie verteilt. Der letzte Ureinwohner Tasmaniens, Truganini, starb 1878. Ende des 19. Jahrhunderts lebten in Australien nur noch ca. 60.000.
Tasmanische UreinwohnerNochmehr Aborigines starben allerdings an europäischen Krankheiten, schon Grippe und Windpocken endeten tödlich.
Im 20ten Jahrhundert ging die Benachteiligung dann weiter. Zwischen 1910 und 1970 wurden vielen Aborigine Familien die Kinder einfach weggenommen und in Pflegefamilien oder Heimen bis zum Erwachsenenalter erzogen. Nicht nur dass sie bei Bevölkerungszählungen nicht mitgezählt wurden, ein Sorgerecht für eigene Kinder besassen Sie auch nicht....

Aus diesem Grund hat sich die aktuell Labourregierung anfang des Jahres offiziell bei der sogenannten "stolen Generation" entschuldigt. Und das führte zu Kontroversen Diskussionen. Die Gegner behaupten nämlich, dass viel Geld ausgegeben wird um den Aborigines in Missionen etc. und Institutionen eine gleiche Chance zu bieten. Sie würde ja nur nicht genutzt.
Da liegt für mich auch das Problem. Ich glaube viele "weisse Austalier" würden nie auf die Idee kommen einen Aborigine einzustellen. Also immernoch völlig rassistisch und ignorant. Einige Aussies haben mir auch schon versucht zu erklären, dass Aborigines von Natur aus einfach eher Alkoholabhängig sind als Weisse. Allein die Tatsache, dass man hier völlig vorsichtig sein muss wenn man das Thema anspricht zeigt ja schon dass es nen Problem ist....

Aboriginies waren nicht sesshaft, kannten kein Nutzvieh

Es sind auch zwei Kulturen aufeinandergestossen die gegensätzlicher kaum sein könnten. Während die Briten den schnellen Erfolg sehen, die Vision eines weltumspannenden British Empires hatten und neoliberale Gewinnmaximierung propagandieren, waren die Aborigenes das völlige Gegenteil als James Cook hier ankam.
Sie hatten quasi den Begriff Nachhaltigkeit erfunden. Nutzvieh und Ernte kannten Sie nicht, sondern es wurde täglich nur soviel der Natur entnommen, wie auch wieder nachwuchs. Sie hatten keinen Sinn für Eigentum, bauten keine Häuser und trugen keine Kleidung. Lebten aber völlig erfolgreich in den unwirtlichsten Umwelten, wie feuchtem Regenwald und trockenster Wüste. Man hat bis heute ca. 250 verschiedene Aborigine Sprachen entdeckt. Im Gegensatz zu einem Dialekt verstehen sich zwei Sprecher einer Sprache nicht.....Ihre Kunst und Glaubensformen sind seit 50.000 Jahren ununterbrochen. Ein absoluter Weltrekord, wenn ich überlege, was wir vor 10.000 Jahren noch in Höhlen an Wände gepinselt haben!

Nun ja, will ja kein Moralapostel werden. Wollte dass aber einfach mal mitteilen, weil ich es selber so krass finde. Da mein Studentenvisum bald ausläuft und nen neues Touristenvisum, in Australien beantragt, 250 Dollar kostet, fliege ich übers Wochenende mit nem Billigflieger nach Auckland in Neuseeland. Dort macht meine Kommilitonin Andrea gerade ein Praktikum. Auf dem Rückflug bekomme ich dann ein Visum ganz umsonst. Ist ziemlich beknackt die Regelung, ist aber so...
Also auf gehts: Welcome Auckland, "City of Sails".

Also Servus, Heiner

Samstag, Juni 14

into the wild - australian animals III

Cheers mates,

hat denn keiner von Euch den süssen Kakadu Rocky gesehen? Vielleicht sollte ich der lieben Famile, wohnhaft 18 Louisa Street, mal den netten Tip geben sich mal an der anderen Flusseite auf unserem Campus umzuschauen. Also da darf man sich beinahe einen Kakadu aussuchen. Fast wie in der Zoohandlung!

Vergangene Woche habe ich im Cafe auf dem Campus die Erfahrung gemacht, dass Vögel als Resteverwerter morgens noch störrischer sind als sonst.
Also wie Menschen eigentlich.
Ich beginne halt meine Bibliotheksaufenthalte morgens meist mit nem Capuccino, nem Blueberrymuffin und der Lektüre des "Australian "(der australischen Süddeutschen) im Cafe aufm Great Court. Der "Australian" ist genial. Speziell die Berichte über die ekelhaften Verbrechen von Josef Fritzl sind cool. Obwohl der Australian echt seriös ist wird Fritzl wird hier nur der "Dungeon Dad" genannt. Und alles zuzsammen ist schon das "Crime of the Century".
Na ja jedenfalls hatte sich ein Vogel der hier die ökologische Nische (ökoni gel vollmoh?) einer Dohle oder Krähe besetzt, neben mich gesetzt, starrte auf meinen Muffin und war selbst durch fauchen und wedeln mit der Zeitung nicht zu vertreiben. Ne Ne.


Australien und seine nicht so eine heimische Arten sind eine lustige Geschichte für sich.
Hier in Queensland ist es die Aga - Kröte, die allen Bewohnern vom Naturschützer bis ADAC Lobbyist Kopfzerbrechen bereitet. Die possierlichen Kröten wurden in den 30er Jahren auf Zuckerrrohrplantagen eingeführt um die schädlichen Käfer aufzufressen. Leider stellte man ziemlich schnell fest, dass das Konzept nicht aufging und sich die Käferanzahl nicht verringerte. Käfer können nämlich fliegen, Aga Kröten nicht (genau so stehts im Museum of Queensland). Den Riesenkröten gefiel es aber ziemlich gut hier in Australien. Da sie ein giftiges Hautsekret absondern töten sie fast alles was die Kröten fressen will. Während Hunde schon durchs apportieren sterben können, findet man viele verendete Schlangen mit Aga-Kröten im Magen. Lediglich Warane scheinen interessanterweise lernen zu können, dass Aga Kröten giftig sind. Ausserhalb von Brisbane habe ich schon die ein oder andere "Toat" entdecken können. Plattgefahren auf der Strasse versteht sich. Einige Queensländer sammeln die Kröten einfach Plastikbeutelweise ein und werfen Sie zum Töten in die Gefrierkühltruhe. Wenn nicht schon vorher mit Ihnen Golf oder Cricket gespielt wurde.


Während man im 20ten Jahrhundert hier in Australien eigentlich schon erkannte, dass fremde Tierarten einen gewaltigen Einfluss auf das Öko System haben können, war das im 19ten Jahrhundert nicht so bekannt. Man war in sogenannten Akklimatisierungsgesellschaften viel mehr damit befasst es den Leuten so angenehm und heimisch englisch wie möglich zu schaffen. Dazu gehört natürlich auch die heimische Fauna. Also wurden erst mal Füchse ausgesetzt. Das die erstmal fast alle Beutelrattenkängurus ausrotten konnte ja keiner ahnen.

Noch surrealer wurde es 1869. Der Gouvenor von Victoria meinte doch tatsächlich es nicht nur
bei einer heimischen Fauna zu belassen, sodern trämte von afrikanischen Steppentieren, die die australischen Wüsten bewohnen sollten. Giraffen und Büffel und so. Auch Affen sollten ausgesetzt werden. Nämlich nur zur Belustigung der Spaziergänger.

Mein absoluter Favorit ist Thomas Austin, der 1859 24 Wildkaninchen aussetzte um sie ein wenig von seiner Veranda bejagen zu können. Nach 50 Millionen Jahren Isolation war Australian leider quasi Raubtierrein, was zur Folge hatte, dass die Nager erstmal Austins Farm kahlfrassen und heute durch ihren Appetit ganze Landstriche geprägt haben. Auch bekannte Gegenmittel wie Myxematose die 99,9 der Kaninchen zu Leichnamen verwandelten, sorgten nur dafür, dass 1 von 1000 Kaninchen die guten Gene weitervererbte und es heute fast 300 Millionen von Ihnen gibt. Tendenz steigend.

Einheimische Tierarten werden dadurch natürlich total bedrängt und hier sind schon soviele Tiere ausgestorben wie auf keinem anderen Kontinenten.

Den Beutelwolf aus Tasmanien soll es ja auch seit 1936 nicht mehr geben. Wenn meine Pläne aber alle aufgehen, werde ich mich hoffentlich in 2 wochen von dem Gegenteil überzeugen können, ein Exemplar ablichten und einen meiner Träume erfüllen......


cheers Heiner

Dienstag, Juni 10

into the wild - aborigines I


Good day mates,

denkt ihr an Australien, habt ihr sicher nicht nur Kängurus, den Ayers Rock und Crockodile Dundee im Kopf, sondern vielleicht auch die eingeborenen Leute, die Aborigines.

Leider sehe ich deren so gut wie gar keine hier in Brisbane. Wenn überhaupt hocken sie mal mit Alkoholproblemen auf ner Bank vor meinem Supermarkt. Dabei verdanken die Australier ziemlich viele Bezeichnungen (die mich in einigen Reports zu verzweifelung gebracht haben) den indigenous people: Uluru, Boomerang, Pululuru, Kununurra oder Woolloomooloo.

Spricht man entspannte Aussies mal auf ihre Landsleute an, wird es plötzlich ziemlich unterkühlt und unrelaxt.

Grund genug für mich, mal der Sache auf den Grund zu gehen. Mittlerweile habe ich mir sogar wissenschaftliche Artikel in der Bib downgeloaded, um mich zu informieren. Was man nicht alles macht, wenn man eigentlich lernen könnte.
Na ja jedenfalls bin ich auf soviel interessante, überraschende aber auch schockierende Infos gestossen, dass ich nicht alles auf einmal berichten kann.
Zunächst mal will ich mal versuchen zu erläutern, wie die Aborigines eigentlich nach Australien gekommen sind.

So ziemlich seit Beginn der ganzen Kontinentaldrifterei ist Australien nämlich eine Insel.
Ergo hat man bis in das 20te Jahrhundert geglaubt, die Aborigines wären vor ca. 600 Jahren mit Segelbooten in Australien an Land gekommen. Dass die Aborigines keinerlei äusserliche Ähnlichkeiten mit irgendeinem polynesischem oder andern Südseevolk haben spielte wohl keine Rolle. Warum das Volk, nachdem es soviel nautisches und seglerisches Geschick gezeigt hat, das Segeln einfach aufgegeben hat, wollte auch keiner so recht erklären. Man war ja auch eher damit beschäftigt, die Eingeborenen als Störfaktor und Naturgefahr zu betrachten.

Schliesslich fanden die Forscher soviele antike Stätten, dass die Zeitspanne seit der Ankunft auf fast 10.000 Jahre ausgedehnt wurde. Gleichzeitig fand man heraus, dass Australien in dieser (letzten) Eiszeit durch sinkende Wasserrstände über eine Landbrücke mit Papua Neuguinea zum Superkontinent Sahul verbunden war. Also ging man von einer Einwanderung aus.

Alles war in Butter, bis man 1970 in einem Salzsee namens Mungo in New South Wales das Skelett des nun sogenannten "Mungo Mans " fand.
Als man eine Altersbestimmung durchführte, waren die Aborigines plötzlich schon 25.000 Jahre auf dem Kontinent, heute geht man sogar von ca. 50.000 Jahren aus.
Bleibt die Frage bestehen, wie vor 50.000 Jahren die Aborigines es geschafft haben eine Meeresenge von ca. 100 km zu überwinden, um Land zu entdecken, von dem sie gar nicht wussten dass es da ist. Es ist keine Zivilisation der Welt bekannt, die zu diesem Zeitpunkt über solche seglerischen Fähigkeiten besass.

Einige Forscher glauben daher es wäre möglich, dass sie von Insel zu Insel gehopst sind.
Andere, und ich bin ein erklärter Anhänger dieser Theorie, stellen sich vor, dass eine Gruppe Menschen auf einem Floss oder whatever unfreiwillig aufs Meer gespült wurde(!), mehrere Tag durch Wind und Wetter geschippert sind und plötzlich in Australien war. Ein Forscher hat errechnet, dass aus 25 Gründerkolonisten in 2000 Jahren 300.000 Nachkommen entstehen können. Spektakulär oder?
und hat man je etwas davon gehört? ne. weil den Aussies dass nämlich ziemlich lange egal war wo die Abo`s herkamen. Bis 1968 hat man sie bei Volkszählungen gar nicht mal mitgezählt. Nen Volk was keinen Sinn für Eigentum kannte, ohne Kleidung und domestiziertes Nutzvieh umherzog und keine Worte für "gestern" und "morgen" kannte schien ziemlich dümmlich....
....dann darf man ja schonmal an Untermenschen denken.....==> warum die Kultur aber dennoch so erstaunlich ist, und welche heftigen Greueltaten die Aussies begangen haben um sie auszurotten, erfahrt ihr aber erst in der nächsten Stunde, mit...

Heiner