Mittwoch, Juli 22

An encounter of the special kind - (Sir Charles) Kingsford Smith

Eine Begegnung der besonderen Art hatte ich vor ein paar Wochen in den Alpen. Eigentlich wird es nur eine Semesterabschlusswanderung mit ca. 20 Studenten und einer handvoll Professoren.
Das Ziel ist die Tölzer Hütte des Alpenvereins, wunderbar gelegen im Karwendelgebirge zwischen Sylvensteinsee und Mittenwald.
Neben einer geschätzten Professorin und Ihrem Mann steigt morgens noch ein graumelierter, ca. 70 jähriger Mann in den Zug ein. Herr Kingsford-Smith trägt eine kurze Jeans, lange Wandersocken und wenn es regnet, holt er auf der Wanderung einen Schirm mit durchsichtigem Bezug hervor. Ehrlichgesagt bin ich froh, dass er sich morgens nicht neben mich setzt, denn auf eine Konversation mit einer mir fremden Person habe ich gerade nicht sonderlich Lust.

Im Laufe des Tages erfahre ich beim Ausnüchtern, dass Kingsford Smith Australier ist, aber 40 Jahre in München Sprach- und Intercultural Trainings gegeben hat, u.a. an unserer Hochschule. In ein paar Tagen wird er für den Lebensabend wieder nach Australien ziehen. Somit verabschiedet er sich hiermit von den Alpen.

Wir übernachten auf der Tölzer Hütte. Abends entfacht der Hüttenwirt auf 2000m Höhe ein Mitsommerfeuer und auch den Bergen rundherum sieht man solche Feuer leuchten.

Ich mache mir so meine Gedanken und erinnere mich, dass der Fluhafen in Sydney "Kingsford Smith Airport" heisst. Weiter fällt mir nun die Geschichte des australischen Piloten Charles Kingsford-Smith ein:
Ein Sir Kingsford Smith hat in den 1920ern und 1930ern nicht nur Geschwindigkeitsrekorde auf der Strecke London-Sydney aufgestellt, sondern auch die erste Pazifiküberquerung von den USA nach Australien geleistet. Er gilt als einer der besten, vor allem aber als einer der waghalsigsten Piloten aller Zeiten. In meiner Zeit in Brisbane habe ich seine Maschine die hochverehrte "Southern Cross", die ein eigenes Museum besitzt, am Airport gesehen.

Aber zurück zum Bergfeuer und meinem Wandererkollegen, dem Münchener Kingsford Smith. Am Feuer angesprochen auf seinen berühmten Namensvetter, entwickelt sich ein Gespräch, welches mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird:
Mein Wandersfreund ist tatsächlich der Neffe des berühmten Fliegers! Er spricht immer nur von "Smithy" und es wird ganz emotional als er von dessem tödlichem Absturz 1935 bei einem Unwetter in Asien erzählt. Ich bin schnell fasziniert von diesem Menschen. Für Filmaufnahmen durfte KS (München) auch er noch einmal mit der berühmten "Southern Cross" mitfliegen. Zudem bin ich mir sicher, dass er in beinahe jedem Pub in Australien Freibier bekommt, wenn er von seinem Namen und dem berühmten Onkel erzählt. KS (Oz) geniesst einen Heldenstatus in Down Under.

Aber auch er selber (KS (München)) hat eine interessante Lebensgeschichte. Seit seiner Studentenzeit in Sydney vom Bergsteigerfieber gepackt, hat er es zu beachtlichen Leistungen gebracht. Er stand mehrfach auf dem kältesten Berg der Erde, dem Mt. McKinley (mit Hans Kammerlander..), und hat den höchsten Berg Südamerikas bestiegen. Erstbegehungen an den Wänden des Mt. Blanc vorzuweisen und den Annapurna alleine umrundet.

Am meisten erstaunt mich der Erstbegehungsversuch eines völlig einsamen, spitzen und 800m hohen Felsens irgendwo im Meer zwischen Australien und Neuseeland. Die "Balls Pyramide"! (rechts). Wahnsinn.
Das er dabei noch ein für ausgestorben gehaltenes Insekt wiederentdeckt hat, erstaunt schon gar nicht mehr.

Zudem ist er befreundet mit einem der bekanntesten Gesichter Australiens. Der Gründer, Namensgeber und Brandicon der grössten Elektronik Kette Australiens, Dick Smith, ist sein Schulkamerad gewesen.





Wir verbringen noch einen langen, unterhaltsamen Abend am Feuer und nun habe ich ihm bereits ein Email, mit sich aus dem Gespräch ergebenden Infos und Links, nach Down Under geschickt. Thanks for the nice chat Smithy!


Ansonsten konnte sich auch die Landschaft (und die vielen Gemse..) auf der Tour sehen lassen. I`ll be back!


Sonntag, Juli 12

Kostenlos in München

München ist ein teures Pflaster. Das ist ja eigentlich bekannt. Die Maximilianstrasse gilt als exklusivste Einkaufsmeile Deutschlands. Und in der Fussgängerzone auf der Kaufinger Str. werden die höchsten Mieten Deutschlands verlangt.

Clever daher derjenige der weiss, wo man in München auch mal was umsonst bekommt. OK zum Beispiel das Feuerwehrmuseum ist umsonst. Na ja. Nett. Der Eintritt ins P1 kostet auch nix. Schon besser.

Viiiel besser finde ich es aber ein Konzert mitzuerleben ohne ein Ticket dafür zu bezahlen.
Das habe ich nun am Freitag erlebt. Im Rahmen der Münchener Opernfestspiele fand ein Konzert von Anna Netrebko & Co. am Königsplatz statt. Eine tolle Location ist das, vor den tempelartigen Gebäuden der Pinakothek und Antikensammlung. Gewaltig.
Da ein Ticket einen hohen 2 stelligen Betrag kostete und es eh ausverkauft war, haben viele Leute einfach vor den Absperrungen gestanden und gelauscht. Über riesiger Bildschirme konnte man sogar verfolgen was auf der Bühne geschah.

Diesen Konzertschnorrer-Tourismus in Perfektion gibt es schon länger im Olypark.
Wenn im alten Olympiastadion Depeche Mode, die Chili Peppers oder Madonna (Mitte August) spielen, versammeln sich wieder einige Leute mit Decken, Wein und Käse bewaffnet auf dem Olyhügel und geniessen eine kostenlose Aufführung.
Vom dem Hügel hat man dann sogar tlw. Einblick bis auf die Bühne. Schön auch mal nen Kreuzer in München zu sparen...

Samstag, Juli 4

Bärte aus Passion in Oberammergau

2010 ist es wieder so weit. Die berühmten Passionsspiele in Oberammergau werden aufgeführt. Irgendwann im 30 jährigen Krieg haben die Oberammergauer, nachdem sie von der Pest verschont blieben, als Dank geschworen alle 10 Jahre die Passion Christi nachzuspielen (solche Spiele gibt es übrigens nicht nur in O`gau....btw) .

Heutzutage ist das Ganze ein grosses Event mit mehr als einer halben Millionen Zuschauern aus aller Welt. Gespielt wird von Mai bis Oktober auf einer riesigen Freilichtbühne auch bei Schnee, Hagel und Regen.

Ende Mai war ich mal vor Ort und habe mir das bayerische Kulturevent näher ansehen können. Dubai bin ich auf einige Kuriositäten gestossen.
Zunächstmal muss, wer mitspielen will, in Oberammergau geboren sein, oder mindestens schlanke 20 Jahre dort leben. Ausnahme sind Musikanten im Orchestergraben. Bei den Violinen gibt es leider nicht genug örtliche Kompetenz und Musiker müssen reingeholt werden (O weh).

Mein Favorit ist aber der Barterlass:
That means ab Aschermittwoch 2009 (also mehr als ein Jahr vorher!) darf sich kein männlicher Einwohner Oberammergaus mehr rasieren (Frauen hoffentlich schon...). Hinweisschilder wie dieses rufen dazu auf.Bundeswehrmitarbeiter und Polizisten dürfen in dieser Zeit sogar mit Bart dienen bzw. arbeiten (..und Studenten beim Radeln mit Strafgeldern und Punkten in Flensburg versehen..). Das alles dient natürlich dem Zweck, dass im nächsten Jahr alle Oberammergauer wie echte Bewohner Judäas vor 2000 Jahren aussehen. Fährt man in diesen Tagen durch Oberammergau führen die Bärte zu lustigen Begebenheiten. Vom Tankwart bis Pfarrer bis zum flaumigen 14 Jährigen tragen alle Bärte.

Mein Kommilitone Benni hat seinen Wohnsitz leider (er sagt natürlich extra) nicht nach München verlegt, so dass er ziemlich wild aussieht (siehe Foto).

Um nicht aller Welt erklären zu müssen, warum man so ungepflegt aussieht gibt es übrigens nur eine Rettung. Einen Job als Römer ergattern. Davon gibt es ca. 200 Stück.
Wie man bei Asterix und Obelix sieht, waren die nämlich so clever und haben sich bereits vor 2000 Jahren rasiert. Auf Oberammergau hat das noch im Jahre 2010 Auswirkungen.

Sonntag, Juni 28

wetteranomalie in münchen


Mittlerweile ist es eigentlich schon eine rhetorische Frage in Gesprächen mit Freunden in anderen Teilen Deutschlands.
Wenn ich frage: "Wie ist das Wetter?" lautet die Antwort meist: "Auch ganz gut". Das heisst dann wohl eher "mittelmässig".
Während es woanders grau ist, ist der Himmel in München aber oft blau. Schnell wird die Sonnebrille herausgeholt. Die Ladies sitzen dann in schicken Cafes in Schwabing. Ich sitze im Biergarten.
Sonnentechnisch ist München nämlich verwöhnt. Im Gegensatz zu Münster oder Hamburg scheint die Sonne hier gefühlt viel häufiger.

In den letzten Wochen stelle ich aber eine deutliche Wetteranomalie fest. Scheinbar überall woanders ist es warm und sonnig, nur München hat bereits seit Wochen dunkeles, graupeliges, herbstliches Ekelwetter. Das ist mal eine ganz neue Erfahrung. Die Isar ist bereits ordentlich über die Ufer getreten, so dass Fahrradunterführungen gesperrt sind. Ganze Baumstämme werden aus den Alpen bis nach München City gespült.















Die Brücken sind nur noch knapp über der Wasseroberfläche.


Der Fluss Isar ist - im Gegensatz zum klassischen Eisbach - nur bei Hochwasser zu surfen. Allerdings nur unter Lebensgefahr, gerade wegen den -oben genannten- schwimmenden Baumstämmen. An der Wittelsbacher Brücke wurden schon wieder Surferexemplare geichtet. Das sieht dann auf der braunen Isar so aus (Das Bild habe ich allerdings gegoogelt)
:



Langsam wird es wirklich wieder Zeit, dass der Sommer wieder in die Metropole einzieht, damit man sich wieder an den wichtigen Dingen im Leben erfreuen kann:

Immerhin habe ich mir heute nach Stadtlaufhalbmarathon einen guaten Schweinsbraten und nen August gegönnt. yam yam.

Mittwoch, Juni 17

Das Siegestor


Das ist das Siegestor in München. Die Löwenquadriga blickt stadtauswärts und erinnert mich immer ein wenig an das Brandenburger Tor.

Es bildet den Abschluss der Ludwigstrasse, dem Münchener Prachtboulevard. Ausserdem bildet es die Grenze zwischen den Stadtteilen Maxvorstadt (da stehen die Pinakotheken) und Schwabing (Cafe- und Schicki-Micki Viertel). Ganz klein kann man durch den mittleren Torbogen die Feldherrenhalle erkennen, die wiederum den architektonischen Abschluss am Odeonsplatz, in der Stadtmitte, kennzeichnet.

Dieser Triumphbogen wurde 1844 erbaut und soll dem Bayerischen Heere gewidmet sein, wie die Inschrift verrät. Nachdem es im 2. Weltkrieg schwer beschädigt wurde, ist es 1958 wieder aufgebaut worden. Um dem Siegestor seinen militaristischen Touch zu nehmen wurde das Tor von der Innenseite bewusst vereinfacht aufgebaut. Zudem wurde es von einem Münchener Historiker mit einem schönen Spruch versehen, der an die guten und schlechten Zeiten erinnert:


„Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend“.

Damit bekommt das Siegestor eine neue symbolische Bedeutung: Krieg bringt nicht nur den Sieg, sondern auch Leid und Zerstörung – er zerstört sogar Symbole des Sieges. Wie ich finde eine gelungene Art, wie man mit den vielen Kriegsdenkmälern aus dem 19 Jhd. umgehen kann.

Derzeit wird aber eine lustige Debatte in der Münchner Lokalpolitik geführt.
Einige Mitglieder des Stadtteilparlaments möchten unter dem Siegestor gerne eine "Gedenkfeier" anlässlich des Kriegsbeginns vor 60 Jahren abhalten.
Anderen Parlamentsmitgliedern gefällt das gar nicht und das älteste Mitglied sagt es graue ihr den Begriff (Gedenk-) "Feier" im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg zu hören.
Ein Befürworter der Veranstaltung hat trocken erwiedert das eine Beerdigung auch kein erfreulicher Anlass sei, aber auch als "Trauerfeier" bezeichnet werde.

Ich bin gespannt wie das endet.

Dienstag, Juni 9

München - Deine Parteien

Zum Glück ist dieser lächerliche Europawahlkampf endlich vorbei.

Wie Heribert Prantl heut in der SZ schreibt:
"Die Weimarer Republik war eine Demokratie ohne Demokraten, die EU ist ein Europa ohne Europäer".

Wenn ich mir diese Wahlkampfplakate in München anschaue muss ich Ihm völlig Recht geben. Europäische Themen spielen so gut wie keine Rolle. Die Linke z.B. wirbt mit "Raus aus Afghanistan". Als ob dass im EU Parlament entschieden würde.

Die ganz kleinen Parteien sind noch besser. So bildet die BüSo einen Deutz Schlepper ab und behauptet "Europas Zukunft liegt in Afrika"!
Warum wollen dann nur soviele Afrikaner nach Europa?

Meine Favoriten -mal wieder- von der Bayernpartei. Die wollen ja ein von der BRD separates Bayernlande. Und hier in München machen sie Wahlkampf mit nem ganz klugen Spruch:
"Kriminalität verbieten".
Super! Dann wäre ich ausserdem noch für Krieg verbieten und Weltfrieden befehlen. Immerhin reicht das für 1% aller Wählerstimmen.


Abbgebildet waren auch hier in München überwiegend (von Dr. Silvana Koch Mehrin mal abgesehen) Politiker die Verantwortung in Deutschland tragen. Der Baron aus Bayern oder Horst Seehofer. Das zeigt auch sicherlich, dass die Konzentration der Parteien schon auf dem Bundestagswahlkampf liegt.

Parlamentskandidaten für Europa scheinen mir auch nicht gerade überagend attraktiv (wieder von Frau Dr. Koch-Mehrin abgesehen) oder charismatisch zu sein. Herr Schulz und Herr Pöttering sind es jedenfalls nicht so wirklich. Schade eigentlich!

Am Wochenende war ich in Hannover um die Hochzeit eines Freundes zu feiern, und da war ein wirklich cooler Herr für die SPD abgebildet. Siehe Bild.

Also derzeit unterschreibe ich noch den alten Merksatz für Parteivorsitzende:

"Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa".

Donnerstag, Juni 4

FC Bayern / FC Hollywood

Moinsen.

Der Fussball ist natürlich hier in München immer ein grosses Thema. Während der Ur-Münchner die 60`ger (1860 München, die Red.) traditionell supported, bejubeln viele "Zugroiste" und durchschnittliche Erfolgsfans ohne Herz, den FC Bayern München. Ich bleibe natürlich mein
er Liebe, dem FC Schalke 04 treu.

So begab es sich ja a
uch Ende April, dass die Schalker Knappen die Bauern in der Arroganz Arena mit 1: 0 besiegt haben. Dadurch fehltem dem FCB genau die Punkte, die zur Meisterschaft gereicht hätten. He He.

Ich freue mich sehr. Schliesslich verbin
det mich seit Mai 2001 eine besondere Ablehung gegen die Bayern, als Schalke erst am letzten Spieltag in der Nachspielzeit den kürzeren gezogen hat, und nur Meister der Herzen wurde. Wer das nochmal sehen will kann das hier tun (Ich kann es nicht empfehlen!).
Damals hat sich "Pelli" Kahn nach dem Gewinn die Eckfahne geschnappt, sich auf den Boden gewälzt und gejubelt. Genau wie ich, war 2001 der heutige Schalker Torwart Manuel Neuer im altehrwürdigen Parkstadion. Und genauso wie "Pelli" Kahn hat er sich anch dem Sieg in der Arroganz Arena im April die Fahne geschnappt und gejubelt. Echt genial. Da haben die Kaschmir Fans blöd geguckt!

Das brisante an der Sache ist nun, dass wiederum der FCB just im Moment versucht Manuel Neuer von Schalke abzuwerben. Mittlerweile sind schon 18, 5 Millionen Euro und der derzeitige Bayern Keeper als Ablöse im Gespräch.
Das ist sicherlich keine Pappenstiehl für einen nicht ganz so solventen Club wie Schalke. Und der Manuel ist ja auch ein guter Schnapper. Aber ganz ehrlich. Jemand der 2001 im Parkstadion war, Gelsenkirchen Shirts unterm Trikot trägt und auch noch aus der Region kommt - der kann doch nicht so mirnichts dirnichts zum Erzfeind gehen. Ich hoffe, dass soviel Moral, Anstand und Herz beim Manuel vorhanden sind.
Ein Blick auf die rein zufällig ausgewählten Noten eines Bayern-Spieles 2009 verrät auch sicherlich einiges über die Qualität der Mannschaft (;-).

Also ich würde nie zum FC Bayern München geh`n. Aber mich fragt ja auch keiner.

Montag, Mai 25

Imperium

Ave!

Als ich 2006 in München ankam wurde ich schon einmal von Plakaten mit römischen Motiven überrascht, die mich an meine westfälische Heimat erinnern. Damals kam die Austellung "Die letzten Stunden von Herculaneum" nach Stationen in Haltern am See und Bremen nach München.
Beherbergt Haltern doch mit dem westfälischen Römermuseum über eine beachtliche Ausstellung. Immerhin war Haltern vor exakt 2000 Jahren einer der bedeutensten militärischen Stützpunkte im gesamten römischen Reich. Nirgendwo sonst waren soviele Legionäre stationiert.
Ergo passt es natürlich in der Seestadt Haltern einen Teil der Ausstellung zum Anlass des 2000jährigen Jubiläums der Varusschlacht zu platzieren.
Diese Plakat oben habe ich an zentralster Stelle vor der alten Pinakothek im Kunstareal der Maxvorstadt gefunden. Vor den bedeutensten Kunstsammlungen Deutschlands wird also mit meiner Heimat geworben. Das erfüllt mich ganz ehrlich mit einigem westfälisch, heimatlichem Patriotismus..........

Donnerstag, Mai 21

Live TV!

In den letzten 10 Tagen bin ich in den Genuss von LiveTV gekommen.

Direkt unter unserem WG Balkon wurde nämlich der Roman "Roseannas Tochter" verfilmt. Aber der Reihe nach: Alles fing damit an, dass in dem Erdgeschoss Büro unten Bergmannstr. 10 neue Mieter einzogen. Eigentlich deuteten Schilder auf einen Architekten hin. Doch dann kamen auf einmal KleinLKW`s mit Aufdruck einer Filmproduktionsfirma. Zudem wurde der Garten etwas umgestaltet.
Anfang Mai haben wir dann eine Info im Briefkasten: Zwischen 6 und 20 Mai wird dieser o.g. Roman verfilmt. Eine ARD Produktion. Für evt. Unannehmlichkeiten wird sich im Voraus brav entschuldigt. Kurz Titlel etc. gegoogelt, falle ich fast vom Hocker.

Hauptdarsteller Steffen Karl ("wer früher stirbt ist länger tot"), Hauptdarstellerin Veronika Ferres. Nun ja, die Dame zählt ja nicht zu den unbekanntesten TV Gesichtern.

Und so ging es ergo bis Di abend so, dass Befehle der Regisseure und Kameraleute zu uns auf den Balkon schallten. "Ruhe bitte", "Klappe, die 3te", "Veronika bitte", "Danke". Echt witzig.
Recht viele Aufnahmen wurden auch vorne auf der Pflastersteinstrasse gedreht (die Ferres hat nen rasanten Fahrstil), oder hinten in dem Garten vor dem Lidlparkplatz.

Dienstag abend waren dann ein paar Leute bei mir auf dem Balkon, hehe und wir ham "live watching" gemacht. Beim Biertrinken waren wir wohl so laut, dass die Ferres herself zu unserem Balkon spaziert ist und uns um Ruhe gebeten hat. he he! Warscheinlich hatte sie am abend nen Date mit ihrem neuen Typen gehabt und wollte Feierabend haben: Carsten Maschmeyer /
(AWD Gründer, Milliadär).

Laut Auskunft eines nette Requisite Helfers war der Maschmeyer nämlich am Set und hat sich sehr über die runtergekommene Gegend hier im Westend beschwert. Na ja mir gefällt`s eigentlich noch ganz gut hier.....

PS: Die Fotos musste ich heimlich machen, deshalb etwas wacklig. unten rechts ist die Ferres!

Sonntag, Mai 3

1. Mai - Neuschwanstein

Anstatt wie sonst den 1. Mai mit Kater, Bollerwagen oder Radltour um den See zu begehen, habe ich heuer eine Wanderung in der Nähe von Schloss Neuschwanstein gemacht.

Grund dafür war der Besuch von 4 Freunden aus Finnland, die diese Woche bei uns in München verbracht haben. Ansonsten zieht es mich nämlich nicht besonders zu diesem touristisch völlig ausgeschlagenen Märchenschloss König Ludwigs II. Zudem ist es ja gar nicht richtig "alt", sondern 1886 erbaut worden. Andererseits diente es als Vorlage für die Schlösser von "Walt Disney", weshalb es unter Amis häufig als "Cinderellas Castle" bezeichnet wird.

Die Finnen (mit den lustigen Namen Akseli, Pekka, Venla und Minna) aber waren natürlich hellauf begeistert und auch ich konnte dem Schloss-Trubel noch einige lustige Sachen abgewinnen.
Die Regionalbahn von München HBF nach Füssen z.B. war bereits ordentlich gefüllt mit Japanern, Chinesen und amerikanischen Besuchern (Die Amis wie immer in Flip - Flops...).

Um dann vom Füssener Bahnhof zu den Schlössern zu kommen, benötigt man noch einen Bustransfer. Idealerweise steht auf den eingesetzen Linienbussen "CASTLES" damit man auch ja nichts falsch machen kann.

Nach einer kurzen Wanderung, bei der man zahlreiche Souvenirshops passiert, ist man dann am Schloss, wo verzweifelte Gruppen auf Ihre Führung warten. Die Nummern der Führungen werden - so ähnlich wie die Wartenummern auf den Einwohnermeldeämtern - per LCD Display angezeigt.

Ob meiner Lederhose wurde dann auch ich zum begehrten Fotoobjekt einiger Besucher:



Zum Glück konnte uns dann unser Geburtstagskind und "Einheimischer" Sebas aus dem touristischen Tumult entführen. Ziel sollte die Jagdhütte "In der Bleckenau" von König Ludwig II (Kini) sein. Nach 20 minütiger Wanderung ist man dann auch schon ganz alleine unterwegs und uns und den Finnen eröffnete sich die wahre herrliche Gebirgslandschaft.
Angekommen waren die Finnen schnell von Weissbier, Wurstsalat und Apfelstrudel überzeugt. Ein Enzian zum Abschluss, und unsere Deutsch - Finnische Freundschaft wurde für immer besiegelt.

Freitag, April 24

Exkursion Hassberge!



Servus zam,


über meinem Geburtstag am letzten Wochenende waren wir auf Exkursion. Gemeinsam mit dem bayrischen Wissenschaftsministerium gehen wir mit der Uni in die eher entlegenere Ecken Bayerns, suchen denkmalschutzwürdige Objekte und erstellen Konzepte für neue Nutzungsmöglichkeiten.

So komme ich also mal dazu, die Region zwischen Bamberg und Schweinfurt kennenzulernen. Grob gesagt ist das Unterfranken [obwohl es oberhalb von Mittelfranken liegt.....(:( ].
Und zwar genau auf der Mitte zwischen Weinfranken und Bierfranken. Während Richtung Würzburg die Weinstuben aufgesucht werden, gibt es Richtung Bamberg/Bayreuth hunderte von kleinen Bierbrauern.

Für die zugegebenermassen infrastrukturell und wirtschaftlich unterentwickelte Region sind Professoren und Studenten aus München etwas ganz besonderes. Gerade in den kleineren Dörfern werden uns die roten Teppiche ausgerollt. Alle Wahlkreis MDB`s und MDL`s waren zugegen und die armen Bürgermeister hatten einen Knochenjob: tagsüber "shaking hands" hier und da + Tagesgeschäft. Nachts, trinken mit dem Professoren und Studenten.

Man lebt gut als Student wenn gleich zwei Töpfe für Fördergelder (die Hochschule und das Ministerium) angezapft werden. Eine weitere Weinprobe habe ich hinter mir (Grauburgunder ists!) und nun bin ich Karpfenexperte. Unterfranken gilt nämlich auch als Karpfenland. Diesen Fisch verzehrt man nur in Monaten in denen "r" vorkommt. Plus Augu"r"st.
Gebacken wirklich vorzüglich, nur Vorsicht vor der Gräte mit den Widerhaken.

Ansonsten war ich von den kleinen Dörfern irgendwie fasziniert. Man kann hier nämlich locker flockig Filme drehen die im Mittelalter spielen sollen. Ausserhalb des Dorfkernes mit Kirche, Rathaus, Burgruine und Marktplatz sind kaum weitere Häuser gebaut worden. Die Mehrheit der Häuser sind Fachwerkhäuser. Und die Preise für Essen und Trinken wirklich noch fair. Wo sonst bekommt man noch nen Obstbrand für 70ct und die Flasche Wein für 3,50€?

Ein Bonbon am Ende: Konfessionell gesehen ist die Ecke durch die wechselvolle Geschichte sehr gesprenkelt. Ein Dorf mit Kirche ist protestantisch, dasselbe Dorf 5km weiter wieder katholisch. Auf die Frage wie man die Konfession des Dorfes schnell erkennt antwortete Frau Dr. Faber (Name von der Red. geändert..). "Die Protestanten, dat sind die Tätowierten"!

Ach ja und mal wieder zur bayrischen Sprache. Hier vermischt sich das bayrische mit dem hessischen. Ein P wird wie B ausgesprochen. So erzählt mir z.B. Tanja von der Dorfjugend Rügheim, Sie arbeite im "BodyService". Ich habe dann an Masseur oder Physiotherapie gedacht. Nein es war der "Partyservice". So kanns gehen....

Morgen. Daumen drücken. Ich bin in der Arroganz-Arena zugegen zum Spiel Bayern versus Schalke!

Ole S04!