Auch Prominente schätzten schon immer die bayerische Landeshauptstadt. Angela Merkel sagte beim Empfang des russischen Präsidenten Medwedjew:
"Wenn es Ihnen in München nicht gefällt, dann weiß ich nicht, wo es Ihnen in Deutschland gefallen soll."
Zugegeben, Sie ist Politikerin, sie will wiedergewählt werden, sie muss sowas ab und zu mal sagen.
Und hier kann ich endlich mal unelegant zu meinem Lieblingsautor überleiten:
Denn ich habe auch ein Zitat vom Literaturnobelpreisträger Ernest Miller Hemingway über München gefunden. Hemingway war immerhin viel unterwegs, hat viele Städte gesehen. Fischen in der Karibik, Jagen in Afrika, Paris, Madrid, Havanna etc..
Sein Schreibstil ist immer von einer verblüffenden Direktheit, Schnörkelosigkeit und Understatement geprägt.
In seiner Pariser Zeit in den 20ern kam er immer wieder zum Skifahren nach Österreich.
Es muss zu dieser Zeit gewesen sein, dass er München einen Besuch abgestattet hat. Die Frage nach der schönsten deutschen Stadt beantwortet er in seiner ihm eigenen Art:
"Fahren Sie gar nicht erst woanders hin, ich sage Ihnen, es geht nichts über München. Alles andere in Deutschland ist Zeitverschwendung."
Ein Grund mehr für mich hier in München länger zu verweilen.
Hemingway Zitate sind ja auch bei der aktuellen Diskussion um den spanischen Stierkampf wieder in aller Munde. In Spanien wird wild diskutiert nachdem Katalonien den Stierkampf mal wieder verboten hat (verboten, erlaubt, verboten). Es kam in letzter Zeit zu diversen spektakulären Vorfällen mit fliegenden Stieren und aufgespiessten Torerros .
Hemingway ist es nämlich massgeblich zu verdanken, dass sich Menschen ausserhalb von Spanien überhaupt für "la Corrida" faszinieren. In seinem Roman "The Sun also rises" (deutsch: Fiesta) beschreibt er 1927 das bunte Treiben (halt die Fiesta) um das Stiertreiben/kämpfen in Pamplona. So ein Stierlaufen gibt es eigentlich in vielen Städten Spaniens. Aber keines ist nur annährend so berühmt wie das in Pamplona.
Genau aus diesem Grund finden sich auch Horden von unerfahrenen Amerikanern alljährlich in Pamplona wieder, weil Sie seine Bücher gelesen haben. Mich bald mal eingeschlossen.
Leider kommt es auch immer wieder zu Unfällen, weil sie z.B. mit "Flip-Flops" versuchen den Stieren zu entkommen. Diese Statistik der Verletzten nach Herkunftsländern habe ich in einer spanischen Zeitschrift gefunden. USA führt mit 20 Verletzten:
Hemingway verklärte den Stierkampf zum archaischen Kampf zwischen Mann und Tier. Seine Hommage an den Stierkampf lautet:
"There are only 3 real sports: bull-fighting, car racing and mountain climbing. All the others are mere games."
Zum Glück sind die Sportarten in München in der Regel weniger blutig. Im 19. Jahrhundert war es immerhin üblich beim Oktoberfest ein Pferderennen zu veranstalten. Bei der diesjährigen Traditionswiesn (200 Jahre!), soll es zu einem Revival dieser Rennen kommen.
Ein anderes Wagnis sind diese riesigen Brauereipferde. Ich hoffe, dass nie und nimmer eines dieser Riesenbabies mitten in dem Oktoberfestgewimmel auf die Idee kommt durchzugehen. Das würde sicher nicht gut enden. Aber die scheinen immer die Ruhe selbst zu sein, und lassen sich bereitwillig mit Touristen fotografieren. Auf eine friedliche Wiesn. Im schönen München.
Was ist Kunst? Seit meiner heutigen Joggingrunde habe ich Zweifel.
In meinem Buch "Kunst für Dummies" finde ich Antworten.
Die erste Antwort: "Kunst ist!". Wie bitte?
Besser: "Kunst geschieht, wenn jemand eine Material nimmt und eine bewusste Aussage formuliert".
Wie ich auch erfahre, muss Kunst seit der Geburt der modernen Kunst nicht mehr gefallen. Sie kann sogar "hässlich und doch befriedigend" sein. Tatsächlich sei der einzig "wahre Feind der Kunst" der gute Geschmack.
Laut "Kunst für Dummies" entstand die moderne Kunst interessanterweise mit einem einzigen Geniestreich Pablo Picassos. Dem Gemälde "Les Demoiselles d`Àvignon" im Jahre 1907:
Beim Joggen hier im Westend komme ich also an einem Kunstwerk (eine Art Brunnen) vorbei, das mich nur mit dem Kopf schütteln lässt. Es steht recht abseits in einem Park zwischen Theresienwiese und Hackerbrücke. Hier ist meines Erachtens die Grenze des guten Geschmackes erreicht:
Zugegeben. Ich kenne den Künstler nicht. Ich kenne seine Intention nicht, ich weiss nicht was er damit ausdrücken will. Und ich will Ihn auch nicht mit Picasso messen.
Ich sehe in dem Kunstwerk ein männliches Geschlechtsorgan. Wasser spritzt aus seinem Ende. Ob es Wasser ist? Das überlasse ich eigenen Interpretationen.
Tatsache ist, dass nur wenige Meter hinter diesem Kunstwerk ein Kinderspielplatz beginnt. Jauchzende Kinder toben umher, während man ein ejakulierendes Geschlechtsorgan betrachtet. Spannend.
Oder vielleicht doch "hässlich und doch befriedigend" (s.o.)?
Immerhin wendet mein "Kunst für Dummies" Führer ein:
"Auch wenn alles Kunst sein kann, gibt es doch qualitative Unterschiede". Stimme voll zu.
Heute endet die "Neo Rauch" Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München. Mit fast 170.000 Besuchern ist Sie ein Riesen-Erfolg. Vielleicht liegt es ein wenig an dem Boulevard um den Gegenwartskünstler Rauch. Der smarte, aber sehr zurückhaltende Neo Rauch wird wahlweise als "Heidi Klum" oder "Robbie Williams" der Kunstszene bezeichnet. Fakt ist, dass er mit Abstand der teuerste deutsche Gegenwartskünstler ist.
Ich habe die gelungene Ausstellung im Mai besucht. Viele seiner Gemälde erinnerten mich an idealisierte Bilder aus dem Sozialismus. Kalte Farben, Arbeiter (mit freiem Oberkörper), mit Hacke und Schaufel in einer Industrieumgebung.
Mein Eindruck wurde bestätigt, denn eine Museumsführer erklärte, das Rauch seine Herkunft aus der DDR in einigen Bildern verarbeitet.
Trotz der Sozialismus-Ästhetik, erreichen seine Werke die höchsten Preise gerade auf dem amerikanischen Markt. Laut der Führung, lieben es die Amerikaner in den Zeiten des kalten Krieges zu schwelgen und das rückständige System des damaligen Osten zu belächeln.
Hier sein Gemälde Etappe:
Heute wird es von Brad Pitt belächelt. Er soll dafür auf einer Kunstauktion in Basel nicht weniger als 1 Millionen Dollar gezahlt haben.
Nimmt man einmal den Preis als Massstab könnte man vielleicht sagen: Das ist Kunst!
Ich glaube es war in der 11ten Klasse. Im Geschichts Leistungskurs ging es (mal wieder) um den Nationalsozialismus. Spezialthema: Widerstand im 3. Reich. Klar denke ich mir, Stauffenberg und Weisse Rose. Alles schon einmal gehört.
Nein, es sollte ein Referat über einen Mann werden, den ich bis dahin gar nicht gekannt hatte, dessen Tat mich aber nachhaltig beeindruckte. Es ging um den schwäbischen Schreiner Georg Elser. Am 8. November 1939 kam es im Bürgerbräukeller zu München um 21.20 Uhr zu einer spektakulären Widerstandshandlung. Wäre Sie erfolgreich gewesen, hätte die Geschichte des 20. Jahrhunderts neu geschrieben werden müssen.
Georg Elser hatte sich entschieden Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten. Im Gegensatz zu vielen anderen Schichten der Gesellschaft, hatte er erkannt, dass das Terrorregime beseitigt werden müsse, um einen Krieg zu verhindern. Bereits im November 1938 reiste Elser daher nach München, um einen geeigneten Ort für das Attentat zu suchen. Nichts bot sich besser an als die Traditionsgastsätte "Bürgerbräukeller".
Seit dem gescheiterten Hitler Putsch 1923 -der ebenda begann, aber schon kurze Zeit später an der Feldherrenhalle endete- trafen sich hier Hitler und die NS Führung immer zur selben Zeit am selben Ort, um den Führerkult zu huldigen. Hitler hielt hier eine seiner Wirtshausreden. Nichts anderes hatte Ihn in den 20ern in München ("der Stadt der Bewegung") gross gemacht.
Georg Elser hatte sich also entschieden Hitler hier zu beseitigen. Er siedelte in den Monaten vor der Tat nach München über. Er nahm eine Arbeit in einem Steinbruch auf, um an Sprengstoff zu kommen. Er arbeitete tagsüber, ging stets abends im Bürgerbräukeller eine Arbeitermahlzeit essen. Er liess sich nach der Sperrstunde heimlich in einem Lagerraum der Gasstätte einschliessen, um heimlich und riskant das Attentat vorzubereiten. Es sollte mehr als 30 Nächte zwischen August und November 1939 dauern. Elser schuf einen Hohlraum in einem Pfeiler hinter dem Rednerpult und baute die Bombe mit einem Zeitzünder hinein. Die Bombe explodierte nach Plan am 08. November um 21.20 Uhr.
Schlechtes Wetter war es, das Hitler veranlasste die Veranstaltung an diesem Abend früher zu verlassen, um mit der Bahn -statt wie geplant mit dem Flugzeug- zurück nach Berlin zu reisen. Er entging dem Attentat um exakt 13 Minuten. Gemeinsam mit Ihm verliessen auch sein Stab um die NS Verbrecher Himmler, Göhring und Goebbels den Saal früher.
8 NSDAP Mitglieder wurden bei der Detonation getötet, 13 schwer verletzt. Der Saal reichlich beschädigt. Elser wurde schon vor der Explosion der Bombe an der Schweizer Grenze festgenommen. Er hatte sich verdächtig gemacht, weil er Teile eines Bombenzündmechanismus und eine Ansichtskarte vom Bürgerbräukeller in der Tasche hatte. Warum er dieses explosive Gepäck dabei hatte, wusste wohl nur er selbst.
Man machte Ihn schnell als Schuldigen für das Attentat aus. Nur konnte man an einen Einzeltäter nicht glauben. Man vermutete den britischen Geheimdienst hinter dem Attentat und folterte Elser.

Schliesslich steckte man den Täter in ein KZ. Nach dem (gewonnenen!) Krieg wollte man mit Regimegegnern spektakuläre Schauprozesse veranstalten. Letztlich wurde Elser, erst im April 1945, 30 Tage vor Kriegsende, auf Führerbefehl im KZ Dachau ermordet.
Nach dem 2. Weltkrieg blieb Elser eine Anerkennung als Widerstandskämpfer versagt. Man wollte dem einfachen Handwerker wohl nicht zutrauen, was man selbst nicht gewagt hätte. In München war er lange Zeit verkannt und vergessen.
Seit den Tagen des Referats habe ich hohe Achtung vor der Tat dieses Einzelnen. In einer Zeit wo in Deutschland doch so viele Menschen geschwiegen haben, hat er gehandelt.
Erst jetzt ist es mir gelungen den Ort des Attentats ausfindig zu machen und einmal aufzusuchen. Der Bürgerbräukeller wurde 1979 abgerissen. Auf dem Grundstück befindet sich heute das Hilton City, der Gasteig (eine Art VHS Münchens) und der Hauptsitz der GEMA (steht für: Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte!). Man muss ein wenig auf dem Gelände suchen um einen Hinweis auf den geschichtsträchtigen Ort zu finden.
Exakt an der Stelle, wo die Bombe 1939 in dem Pfeiler explodierte, hat eine Georg Elser Initiative eine Gedenktafel in den Boden eingelassen. Und exakt an dieser Stelle habe ich das Foto gemacht.

Mit gemischten Gefühlen schaue ich auf die Bronzetafel zu meinen Füssen. Eine Stelle an der die Geschichte des 20. Jahrhunderts fast umgeschrieben worden wäre. Leider nur fast.
In München wird der IFO-Geschäftsklima Index von Prof. Hans Werner Sinn erstellt. Horden von Nachwuchsvolkswirten versuchen an den Eliteschmieden LMU und TU München die wirtschaftliche Situation in Deutschland zu prognostizieren.
Mir reicht ein Blick auf meinen persönlichen "Augustiner Index" (c) um zu wissen wie es um die Ökonomie in Bayern steht:

Die Augustiner Brauerei an der Landsberger Strasse veröffentlicht Ihre Stellenangebote nicht bei monster.de, sondern altmodisch auf einem Anschlagsbrettl vor der Firmeneinfahrt. Die Landsberger Strasse ist zugegebenermassen vielbefahren, viele Passanten sehen die Angebote.
Oft steht auf dem Brettl aber gar nichts. Oder es wird lediglich ein Hilfsarbeiter für niedere Dienste gesucht.
Mit Freude stelle ich fest, dass derzeit der Platz für die Stellenanagebote kaum ausreicht. Neben dem besagten Hilfsarbeiter werden auch noch ein Brauer/Mälzer und ein Kraftfahrer gesucht. Derzeit scheint es gut auszusehen für die Wirtschaft.
Oder wird doch einfach nur mehr gesoffen?
München gilt als die „nördlichste Stadt Italiens“. Das zeigt sich vor allem im Sommer. Die Sonnenbrillen sitzen gut. Die Cafès vor den pastellfarben Neoklassikgebäuden sind gut besetzt. Viele Cafès deuten auch mit Ihrem Namen auf die italienische Verbindung hin.
Legendär das Cafè Tambosi am Hofgarten, das Riva, das Ruffini in Neuhausen und nicht zuletzt der frühere Schicki-Treff: Das Cafè Roma von Senta Berger an der Maximilianstrasse. Mittlerweile einer Gucci Filiale gewichen.
"Monaco di Bavaria" atmet also italienisch. Auch ich habe mich der Kultur angepasst. Wie kann das besser geschehen als mit dem italienischen Kultgefährt schlechthin? Einer Vespa PK 50 XL von 1987. Die SZ ruft es gar zur Pflicht für den echten Münchner aus, mit einer Vespa (ital. für Wespe) durch die Stadt zu brausen
Derzeit sieht man wirklich fast an jeder Strassenecke in Schwabing oder dem Glockenbachviertel alte Vespas parken. Vorzugsweise alle Vespajahrgänge vor 1991. Ich frage mich immer, wo diese guten alten Schmuckstücke im Winter verstaut werden. Und jetzt frage ich mich gerade, wo ich meine Vespa verstaue.
Münchens Lage vor den Alpen macht es -neben kurzen Stadttouren- zur perfekten Ausgangslage für einen sommerlichen Trip zu den Badeseen im Umland. Schafft man es erst mal aus der Innenstadt heraus, ist man in 30 min am Starnberger See, wo man ein herrliches Bad im Alpenpanorama geniessen kann.
Noch sind meine Fahrten ins Umland aber mit einer gehörigen Portion Unwohlseins verbunden. Nicht nur, dass sich bisher immer Hobbyradrennfahrer kilometerlang in meinen Windschatten geklemmt haben.
Nein, mein 23 Jahre altes Baby hat wohl noch keine Werkstatt von innen gesehen. Sie klappert ganz schön daher. Bei meinem ersten Besuch in Berg am Starnberger See habe ich gleich ein Teil des Auspuffs verloren. Wenn ich Zeit finde sollte ich mich mal ein wenig um das Innenleben der Mofa kümmern. Für die nur 250€ Anschaffungsinvestition sind Vespaforenbesuche und ein paar Samstagnachmittage schrauben –am besten mit Bulikonferenz am Radio- aber wirklich OK. 3,20 € habe ich allerdings bereits für ein neues Vespa Zeichen in azurblau unterm Lenkrad investieren müssen. Das Markenbekenntnis muss schon sein.
Vorerst werde ich mich besser wieder auf "Vespa -Dolce Vita“ in der Stadt beschränken:
Zack, mit der Vespa zum Cafè gefahren. Die Wespe auf dem Gehsteig abstellen. Mit dem offenen Helm Platz suchen. Espresso trinken. Sonnenbrille raus, und rumschnöseln. Den Vespa Mädels (siehe oben) hinterhergucken. Wunderbar.
Wie die Gazetten melden, wurde Basti Schweinsteiger schon wieder beim "kicken" im Englischen Garten gesichtet. Der Junge hatte ja die höchste Kilometer Laufweite aller deutschen Spieler im Turnier. Und er kann`s dennoch nach der WM einfach nicht sein lassen.
Passend zum Kick hatte er sich das englische Trikot von Frank Lampard übergestreift. Zack,
nach dem historischen Sieg gegen England mit Lampard Trikot getauscht, der Freundin noch im Stadion in Bloemfountain übergeben, nur um es hier im heimischen Egarten beim Kicken mit Freunden zu tragen. Sauber der Basti Schweini.
Die englische Presse hat schon auf den Freizeitkick mit Galgenhumor reagiert. So schreibt die Sun:
"Finally, an England player who can take penalties..."
Stimmt. Die Bild kommt mit einer lächerlichen Fotomontage, weil leider gerade mal kein Leserreporter vor Ort war.
Seit ein paar Wochen gehöre auch ich Donnerstags zu den Kickern im E-Garten. Das läuft immer ganz entspannt ab. Man trifft sich mit 5-6 Jungs in der Nähe vom Seehaus und schiebt sich ganz entspannt die Kugel zu. Schweinis Fotomontage wurde im Süden vom EGarten gemacht, da wird man eigentlich nur von Frisbee Spielern angfetzt. Die grossen Rasenflächen weiter oben eigenen sich viel besser zum Kick.
Die Kugel rollt also, und irgendwann kommen immer ein paar andere Spieler dazu und fragen ob sie mitkicken können. Wenn man ca. 10-12 Mann ist schaut man sich nach einer Fläche um, wo die Graugänse am nachmittag nicht waren (und verdaut haben), stellt Rucksäcke als Tore auf und legt los.
Der Biergarten am chinesischen Turm ist nach dem Sport nicht weit. Und der Durst auf eine Mass Radler immer vorhanden. Fein, Fein, dass weiß nicht nur Schweini.
PS: Schweini möchte übrigens nicht mehr Schweini genannt werden, weshalb ich weiter Schweini sage!
Als Belohnung für sehr gute Noten hat sich das bayr. Kultusministerium in Kooperation mit der deutschen Bahn etwas ganz besonderes einfallen lassen.Unter dem Motto "Freie Fahrt für Einser-Schüler" dürfen alle Schüler am 1. Tag der Sommerferien kostenlos mit der Bahn durch Bayern tingeln, die im Jahresabschlusszeugnis mindestens eine Eins haben. Als Beweis benötigt man das Zeugnis und einen Ausweis. Ich mag dies hemdsärmelige Form der Didaktik. Belohnung für gute Leistung!
Von soetwas habe ich noch in keinem anderen Bundesland gehört. Scheinbar hat das Zuckerbrot von oben für Schüler in Bayern Tradition. Von Prinzregent Luitpold habe ich nämlich schon einmal etwas ähnliches gehört.
Der Prinzregent war ein Onkel des Märchenkönigs Ludwig II. Nachdem Ludwig II. im Starnberger See baden gegangen (worden) ist und nicht mehr lebend wiederkam, sein Bruder Otto für schwachsinnig erklärt wurde, war der Weg 1886 frei für den Prinzregenten Luitpold. Die Prinzregentenjahre bis zu seinem Tod im hohen Alter 1912 wurden trotz des merkwürdigen Beginns zu einer Art "goldenen Zeit" für Bayern.
Obwohl das bayerische Volk König Ludwig II. weiterhin nachtrauerte, konnte Luitpold durch seine Bescheidenheit, Tüchtigkeit, Volkstümlichkeit die skeptischen Untertanen überzeugen. Er wande
rte, malte gerne und liebte die Berge. Er war beim Volk beliebt, eine Biersorte und die Prinzregententorte wurden nach ihm benannt.
Sein grösstes Hobby aber galt der Jagd. In Oberstdorf errichtete er seine eigene Hofjagd.
Und hier schliesst sich meines Erachtens der Kreis zur Freifahrt mit der Deutschen Bahn 2010. Denn in Oberstdorf bekam jeder Schüler am 12. März -dem Geburtstag des Prinzregenten- etwas ganz besonderes. Luitpold spendete nicht nur jedem Schüler einen schulfreien Tag, sondern auch eine Wurstsemmel.
Für Schüler ab der 3. Klasse gab es -quasi als Zuckerl obendrauf- noch einen Schoppen Bier. Das entspricht einem 1/2 Masskrug.
Vielleicht sieht sich ja das Kultusministerium in der Tradion des beliebten Regenten. Dann sollte es aber auch konsequenterweise über das Bier nachdenken....

Über den WM Hit "Schland oh Schland" von den Uwu Lenas ist ja schon einiges geschrieben worden. Ein paar Jungs aus Münster verkleiden sich als schräge Fans, einer kommt im "Lena Meyer Schlandruth" Kostüm daher und das super erfolgreiche Youtube Video wird kurzerhand im Südpark in Münster gedreht. Das Video wird ein Hit, verstösst aber gegen sämtliche Regeln des Urheberrechts. Nicht nur der GrandPrix Song von Lena ist geschützt, nein auch Stefan Raabs "Schland" ist eine geschützte Marke. Der geschäftstüchtige Raab ist es schliesslich auch, der den Song rausbringt und der Rubel rollt mal wieder.
Überraschung für mich beim letzten Public Viewing im Olystadium gegen Uruguay. Uwu Lena tritt live auf!
Bei der Niederlage gegen Spanien waren immerhin schon 70.000 Menschen im Stadion. Sky Europe schaltete da live zum Public Viewing nach München. Gegen die Urus war es dann aber ganz übersichtlich. Nur ca. 10.00 Zuschauer.
Nach Stationen im Südpark Münster, den Osmo Hallen zu Münster, der Bild Zeitungsredaktion und dem Morgenmagazin, also nun München. Die Studentencombo aus Münster war ganz cool und machte gute Stimmung. Einer der Jungs hatte einen Bauarbeiterhelm ala YMCA auf dem Kopf und Lena war in echten Adiletten auf der Bühne.
Allerdings zeigte es sich, dass die männliche Lena gar nicht selber singt, s
ondern nur beim Refrain einsteigt. Es singt einer der tanzenden Kommilitonen im Deutschland Shirt. Ich glaube, der mit dem Cowboy Hut.
Weiter ging es für die Uwu Lenas heute zum Frankfurter Flughafen, um die deutsche Mannschaft zu begrüssen. Leider ohne Erfolg wie man liest. Die deutschen Spieler seien müde und zeigten sich nicht der Öffentlichkeit. Sie wollen "nur noch in den Urlaub" wie der DFB meldet.
Na ja. Über die Frage ob Deutschland auch bei einem nicht erfolgreichen WM-Abschneiden einen öffentlichen Empfang bekommen soll oder nicht, um sich bei den Fans zu bedanken, wird ja schon länger diskutiert. Matthias Sammer ist als DFB Sportdirektor im Gegensatz zu Kaiser Franz klar dagegen. Vielleicht auch um die die Urlaubsinteressen der Spieler zu schützen. Sammer sagte nach der EM 2008 folgendes:
"Ich finde es nicht richtig, dass Spieler in ein EM-Finale gehen, das Endspiel verlieren, und sich dann auf der Berliner Fanmeile feiern lassen, als hätten sie das Spiel gewonnen. Dann habe ich das Problem, so etwas einem U19-Nationalspieler zu erklären und vor einem Finale den letzten Siegerinstinkt rauszukitzeln."
Ich bin natürlich auf der Seite des Kaisers. Bedanken für die Unterstützung darf man sich jawohl. Nach den tollen Spielen gegen Australien, England und Argentinein waren hier in München immerhin gefühlte 200.000 Menschen auf den Strassen unterwegs! Ich habe mich mehrmals gefragt, was ausser Fussball in Deutschland eine solche Euphorie entfachen kann. Vielleicht mal wieder eine Wiedervereinigung. Nur mit wem?
Alea jacta sunt. Die Würfel sind gefallen. 60,1 % der Wahlberechtigten haben für die Novellierung und Verschärfung des Nichtraucherschutzgesetzes gestimmt. In jeglicher Gastronomie ist somit ab dem 1. August der Tabakrauch verbannt.
In meinem Viertel "Westend-Schwanthaler Höhe" lag die Zustimmung nur bei 53,3 %. Der niedrigste Wert in München. Ein bischen stolz bin ich da auf meine vielen Boazn Zecher in der Nachbarschaft schon, die scheinbar wenigstens versucht haben die Wahl auf demokratisch legitimiertem Wege zu beeinflussen.
Der neue Gesetzentwurf lag dem "Ja-Nein" Stimmzettel bei. Habs kurz überflogen und entdeckt, dass es Ausnahmen für künstlerische Darbietungen gibt. Ob sich die Boazn als Schlupflöcher nun zu Kleinkunstbühnen erklären?
Ich habe auch für "ja" gestimmt. Das bedeutet "ja", Annahme des härtesten Nichtraucherschutzgesetzes in Deutschland. Beim Gang in das Wahlbüro in einer Grundschule war mir der Ausgang übrigens fast klar. Am späten Nachmittag sassen neben mir auf den Holzkinderstühlen in den anderen Wahlkabinen Männer in Leinenhosen, junge Mütter und solche die es gerade werden. Hätte ich es nicht besser gewusst, es hätte das Sommerfest der Grünen sein können. Ich hatte mit einem viel deutlicheren Ausgang gerechnet.
Die Einführung ab August wird zum Glück bayrisch locker vorangetrieben. Insgesamt soll gar nicht flächendeckend kontrolliert werden. Es soll Stichproben geben und da kontrolliert werden, wo eine Beschwerde vorliegt.
Auf der Wiesn 2010 wird es noch gar keine Kontrollen und Strafen geben. Das soll es erst ab 2011 losgehen. Dementsprechend hat sich auch mein Freund, der Roiderer Toni -Sprecher der Wiesnwirte- wieder eingekriegt. Nachdem schon allgemein der Verfall der bayerischen Festzelttradition (und Umsätze..) befürchtet wurde, kommentiert er das Rauchverbot nun lapidar mit:
„Na, dann rauchen`s halt nicht mehr im Bierzelt“.
Geht doch auch.
PS: Parteigezänke.
Die FDP lässt sich feiern. Sie war als einzige "grosse" Partei gegen das neue Rauchgesetz und setzte auf die Freiheit. Nach der 60% Mehrheit des Volksbegehrens ist Sie dennoch zufrieden. 40% waren schliesslich auf Seiten der FDP.
Anders die CSU. Sie war im Wahlverhalten uneinheitlich und sprach keine Empfehlung aus. Statdessen wurde der tollen Entscheidung des mündigen Volkes entgegengefiebert und alle CSU Politiker drucksten herum wofür Sie seien. Gesundheitsminister Markus Söder musste am Sonntag in meinem geschätzten Sonntagsstammtisch bei Helmut Markwort zugeben für den alten Gesetzentwurf gestimmt zu haben. Also gegen ein striktes Rauchverbot. Und das als Gesundheitsminister. Grotesk.