Sonntag, Mai 30

Die schöne Münchnerin


vespa mädels sexy
"Die schöne Münchnerin" ist ja mittlerweile schon fast ein geflügeltes Wort.
In Gesamtdeutschland hört man von diesem Klischee über die Isarmetropole. Während unser einer dabei an TV-Show-Topmodelgewinnerinnen oder die Begleiterinnen der FC Bayern-Fussballer denkt, denkt die Generation über uns an die Uschis: Uschi Glas oder Uschi Obermaier.

Um dem Grund des Mythos der attraktiven Frauen auf den Grund zu gehen, muss man bis zur Regentschaft von König Ludwig I. (1786-1868), dem Grossvater vom Märchenkönig Ludwig II., zurückgehen.
Ganz in der Tradition der bayrischen Könige stehend, war er einem Techtelmechtel neben der Ehe ganz und gar nicht abgeneigt. Sein Architekt Leo von Klenze machte sich sogar die Mühe alle Flirts des Königs in einem Dossier mit über 50 Namen (!) zusammenzustellen. Bis ihm der letzte Name seine Regentschaft kostete.

Schliesslich entschloss sich Ludwig I. zwischen 1827 und 1850 die 50 schönsten Damen seines Landes Bayern von seinem Hofmaler portraittieren zu lassen. So entstand eine Schönheitengalerie, die heute in Schloss Nymphenburg in München zu bestaunen ist. Dabei achtete der König höchsselbst darauf, nicht nur adelige, honorige Damen zu erwählen sondern auch einfache Schönheiten aus dem Volk zu finden. So wurde er zufälligerweise auf die damals 17 Jährige Schusterstochter Helene Sedlmayer aufmerksam. Allgemein zählt man das Portrait der "Ausläuferin in einem Spielzeuggeschäft" zu den idealsten und attraktivsten der gesamten Sammlung. Voila, der Inbegriff der
schönen Münchnerin anno 1831!
helene sedlmayer portrait
Während Helene Sedlmayer als
"ungemein fleißig, treu, brav und reinlich" galt, kann man das von Uschi Obermaier in der `68 Kommune wohl nicht mehr uschi obermaier nacktbehaupten.
Obwohl die Kommunardin und 68erin wohl eher mit alten Traditionen brechen wollte, hat sie die Tradition der schönen Münchnerin sicherlich weitergeführt.



Zur Zeit der Wiesn wird das Klischee auch gut gefüttert. Die Dirndl haben ja mit der klassischen Tracht häufig nicht mehr viel zu tun. Sie enden oberhalb der Knie, leuchten in bunten Farben und protzen mit einem mächtigen Dekollete. Das ist manches mal vulgär und nicht wirklich schön anzusehen. Häufig aber doch! Wie dies 3D Geburtstagskarte beweist!


a guades holz vor der hüttn

Wie mir mein bairisch Duden verrät, beugt man sich beim Anblick eines solchen Vorbaus zu seinem Nachbarn am Biertisch und flüster ihm ins Ohr:

"de höd vileichd a Holz voa da Hiddn" = hochdeutsch: "diese Dame hat eine respektable Oberweite!"

So sans, die schönen Münchnerinnen.


Update: Sie wird wieder gesucht. Diesmal von der Abendzeitung:

http://www.abendzeitung.de/muenchen/die_schoene_muenchnerin/

Montag, Mai 24

Problembär ausser Rand und Band

Das "Museum Mensch und Natur" hat ihn nun.

Das Präparat von "Bruno" alias JJ1, dem Problem,
Risikobären, der 2006 wochenlang die deutsche Presse beschäftigte.

Das hier links ist er aber nicht. Das ist der letzte vor Bruno erlegte Braunbär in Bayern, 1835 in Ruhpolding. Damals wurde das Ereignis sicher als historisch gefeiert. Übrigens noch saugut erhalten dieses Präparat.


Bei Bruno anno 2006 war alles etwas anders. Ich erzähle die Geschichte einmal aus meiner Perspektive mit allen Trivias.

Gosse Freude herrschte im Jahr der Fussball WM, als nach 170 Jahren wieder ein Bär nach Bayern einwanderte. Der Papst nahm sogar Bezug auf den von der Bild Zeitung "Bruno" getauften Bären (Die Augsburger Allgemeine und einige Regionalausgaben in Bayern bevorzugten hingegen "Beppo"). Als Benedikt zum ersten Papstbesuch in seine Heimat Bayern kam, fühlte er sich wie der hl. Korbinian -Bischof von Freising- der mit einem Bären die Alpen überquerte. Ein Bär findet sich sogar im päpstlichen Wappen von Benedikt XVI.

WM OK-Chef Franz Beckenbauer gab seine Statements ab, das vom Stoiber Eddy ("ähh Problembären ähh") ist legendär, sogar die New York Times
berichtete. Titel: "Herr Bruno Is Having a Picnic, but He's No Teddy Bear".

Erste wackelige Fotos mit Handy-Kameras wurden gemacht. Mountainbiker und Wanderer sahen den Bären im Alpenraum rund um Garmisch regelmässig und konnten sich bis auf unter 50m nähern. Seine Wanderroute liess sich anhand getöteter Haustiere gut nachvollziehen.


Schnell wurde aber erkannt, das Bruno einige Probleme beschert. So ein Tatzenhieb kann schon weh tun. U
nd nicht alle Bären sind putzige Teddybären der Firma Steiff.

JJ1 (sein B
ehördenname) war ein Vagabund und Schmarotzer menschlichem Überflusses. Nichts anderes hatte er von seiner Mutter "Jurka" im slowenisch-italienischen Grenzgebiet gelernt. "Gehe in die Nähre menschlicher Siedlungen, da gibts Hähnchen, Schafe, Honig und Abfall im Überfluss. -"Wenn du mit Gummigeschossen vertrieben wirst, gehe nicht wieder in das Dorf zurück, sondern in das nächste. Kreischende Menschen nerven zwar, tun dir aber nichts".

Die bayrische Staatsregierung erliess also eine Abschussfreigabe. - Proteste von Tierschutzverbänden, Proteste von Jägern, Proteste, Proteste.
Nun sollte JJ1 daher mit Hilfe von finnischen Elchhunden lebend gefangen werden.
Erst: bürokratische Hürden: Dürfen finnische Jäger grenzüberschreitend in Deutschland und Österre
ich bewaffnet eingreifen?
Dann: die Hun
de waren finnischen Schnee, nicht aber bayrischen WM-Hochsommer gewohnt. Man musste den Hunden dass Fell schären, kam dann bis auf 600 m an JJ1 heran, um seine Spur wieder zu verlieren. Er war einfach kurzerhand durch den Sylvensteiner Speichersee geschwommen. Ein Hund ging verloren. Einsatzkosten: 30.000 €.

Erneute Absch
ussgenehmigung, trotz Protesten. Wegen Zitat: "...Notstandsmaßnahme im öffentlichen Interesse“.

Aber: Der Landesjagdverband wollte sich keinesfalls an der Hatz auf ein geschütztes Tier beteiligen. Sie warfen dem Umweltminister gar "Kompetenzüberschreitung und Anstiftung zum Wildfrevel" vor
.
Der Polizei wiederum fehlte die Kompetenz zur Jagd auf Grosswild. Hier kommt es dann auch zu meinem Lieblingsereignis. Militante Tierschützer kündigten als Krönung an, ab sofort in Bärenkostümen durch die bayrischen Alpen zu kriechen, um den Abschuss zu verhindern. Ich habe mich damlas köstlich amüsiert.

Nun ging es aber ganz schnell weiter. Die Abschussgenehmigung wurde am 25. Juni erteilt. Am selbigen Abend wurde Bruno an der Knüpfalm, in der Nähe der Rotwand im Spitzingseegebiet gesichtet. Ein Eingreifteam erlegte Ihn um am 26. Juni um 4:50 Uhr früh 150m von der Alm entfernt. Bruno erlag an Verletzungen von Lungenflügel und Leberlappen (ein sauberer Kammerschuss!).

Post Mortem, Anklageflut gegen den Umweltminister, Morddrohungen gegen den Todeschützen (der nicht genan
nt wurde). Zudem ein Streit zwischen italienischen und bayrischen Behörden um den Kadaver. JJ1 sei in Italien geboren. Nein, er sei in Deutschland erlegt, erwiederten die Bayern. Und setzen sich durch.

Heute ist B
runo im besagten Museum ausgestellt. Zu seinem Schutz vor Besuchern steht er sogar hinter Glas. Er räumt gerade einen Bienenstock leer (aha, ein Problembär also!). Mit ihm wurden angeblich ca. 1000 echte Bienen präpariert (stehen die nicht auch unter Naturschutz?).Bär Brubo ausgestopftBruno schürt noch immer Emotionen. Ein Videobeitrag neben dem Schaukasten von Bruno endet korrekt mit den Worten: "...wurde der Bär am 26. Juni erlegt". Ein empörter Besucher neben mir kommentierte aufgebracht: "Nein, getötet ham se Ihn. Getötet!"

Das Museum s
tellt ausserdem die Adaption durch die Medien in Form von Zeitungsartikeln dar. Dabei wurde ein Titel des Satiremagazins "Titanic" unterschlagen.
Die zeigten nämlich damals ein Bild vom SPD-Vorsitzenden Kurt B eck und untertitelten es mit "Problembär außer Rand und Band, knallt die Bestie ab". Der Titel wurde zurecht verboten.

Zum Glück übernahm danach ganz schnell das WM Sommermärchen den Fokus der Berichterstattung.

Was bleibt?
Bayern oder besser Deutschland sollte sich ein vernünftiges Wildtiermanagement für Grosssäuger überlegen. Nicht nur Bär, auch Luchs, Wolf und Elch erobern wieder das deutsche Staatsgebiet.

Was ist zu tun bei einem Bärenangriff?
Auf keinen Fall wegrennen oder auf einen Baum klettern. Das fördert den Angriffsreflex beim Bären. Besser sich auf den Boden legen, zusammenrollen, tot stellen und abwarten was passiert!

Freitag, Mai 14

"Musmn" & Wolf und Bär

Das "Museum Mensch und Natur" ist idyllisch in einem Seitenflügel des Schloss Nymphenburg untergebracht.
Erst im letzten Jahr ist es ein wenig in die Schlagzeilen gekommen, als nämlich das Präparat des Problembären "Bruno" (dargestellt wie er einen Bienenstock leerräumt..) ausgestellt wurde. Nur an seiner Internetadresse -www.musmn.de-kann es m.E. noch ein wenig arbeiten.

Mich zieht es 1 bis 2 mal im Jahr in das Museum, wenn
Natu
rfotographien ausgestellt werden. Nach dem "National Geographic Foto Award", ist derzeit die "Veolia Wildlife Photographer of the Year 2009" Ausstellung zu sehen.
Erstmals wurde der Wettbewerb im Jahre 1964 ausgerichtet; zwanzig Jahre später schlossen sich das Natural History Museum und BBC Wildlife Magazine zusammen, um den Wettbewerb in seiner heutigen Form zu schaffen.
Man begegnet hier wirklich tollen Aufnahmen. Leoparden, Flussdelfine oder Tiger in irren Momenten fotographiert.

Oder überrascht haben mich die Tierfotos in schwarz-weiss.

Hier gibt es die Bilder in einer Online Gallery zu betrachten.

Bereits im letzten Jahr hatte es der Gewinner des Wettbewerbs auf die Titelseite der Süddeutschen Zeitung geschafft. Das beeindruckende Portrait eines sehr seltenen iberischen Wolfes von Jose Luis Rodriguez habe ich damals sogar ausgeschnitten.

Und nun das. Dem Fotographen wurde der Preis aberkannt, weil die Jury festgestellt hat, dass es sich bei dem Woilf auf dem Foto um ein zahmes Tier handeln muss. Interessanterweise gab den Anstoss dazu ein finnischer Wolfsexperte. Ilpo Kojala erklärt, dass ein wilder Wolf sich durch das Gatter quetschen würde. Ein Übergehen mittels eines Sprunges bezeichnete er als sehr unnatürlich.

Nun begann man zu recherchieren und es entwickelt sich ein spannender Fotokrimi. In einem Tierpark bei Madrid fand man tatsächlich den Wolf "Ossian" der dem abgebildeten Tier ziemlich ähnlich sieht. Auf den unteren Bilder wird die frappierende Ähnlichkeit nachgewiesen.


Zudem scheint auch die Umgebung mit dem Wolfsgehege im Tierpark übereinzustimmen.

Zwar bestreitet Rodriguez hartnäckig den Fake, aber die Indizien scheinen mir wirklich eindeutig.Die Austellung kann ich dennoch wärmstens empfehlen, der 1 € Eintritt ist wirklich gut investiert.

Sonntag, Mai 9

Flohmarkt München - Kaufrausch im Hinterhof

Flohmarktbesuche sind ein kostenloses aber nicht minder spannendes Vergnügen. Aus zwei Gründen zieht es mich derzeit zu Flohmärkten in München. Zunächst habe ich auf dem Flohmarkt am Olympiapark vor ein paar Wochen ein tolles und unglaublich günstiges Geschenk für die anstehende Geburt des Kindes eines Freundes gefunden.

Zweitens kann man sich ja mittlerweile auf (Münchner) Flohmärkten sehen lassen ohne Anhänger einer Ökobewegung der 70er zu sein, ohne Rattan-Sandalen zu tragen und ohne direkt als Konsumkritiker zu gelten. Ausserdem spart man sich die Versandkosten vom Internetflohmarkt ebay.

Bisher habe ich hier 2 Arten der Flohmärkte ausmachen können. Die Grossflohmärkte und die Hinterhofflohmärkte.

Die grossen finden wöchentlich im Olypark oder seltener auf der Theresienwiese statt. Gerade der Markt auf der Theresienwiese lockte bei super Wetter tausende von Besuchern an. Ich hatte zwischenzeitlich den Eindruck, dass es
noch voller als während der Wiesn-Zeit war (auf dem Bild sieht man im Hintergrund den Rummel des Frühlingsfestes).
Ein Spezialfall der grossen Märkte sind die "Nachtflohmärkte", die v.a. in der Winterszeit kurzfristig in eine Halle verlegt werden und abends stattfinden.

Nachdem ich festgestellt habe, dass ich auf den bisherigen Flohmärkten gar nicht viel gekauft habe, sondern mehr geschaut, bin ich zur Hinterhofflohmarktvariante umgesattelt.

Ein Hinterhofflohmarkt funktioniert etwas anders. Hier braucht es keine Markierungen auf dem Boden, keine fliegenden Händler und kein Aufstehen um 4 Uhr in der früh.

Die Stände werden einfach in den Hinterhöfen eines Münchener Stadtviertels von den Anwohnern aufgestellt. Hier kann der geneigte Besucher nicht nur ein Schnäppchen machen, sondern auch in die sonst unzugänglichen Hinterhöfe hipper Wohnviertel gelangen. Und so habe ich mich am Samstag in Haidhausen -ein uriges Münchner Viertel am jenseitigen Isarhang rund um den Wiener Platz- verguckt.

Aufgeblasene Luftballons markierten an den Strassen jeweils den Eingang zu erstaunlich geräumigen, grünen und belebten Höfen. Insgesamt sollen sich 150 Nachbarschaften beteiligt haben.

Geheimnisvolle Hinterhöfe, Umherflanieren mit einer Flasche Bier und selbstgebackener Bananenkuchen für 1 €. OK, ein bischen stadtöko bin ich mittlerweile vielleicht doch geworden. Aber Spass machts auch.

Donnerstag, Mai 6

Zusammenhalt macht stark

Ob ich mir das einmal hätte träumen lassen?

An meiner Hauswand im Westend hängt ein Werbeplakatkasten. Derzeit darauf abgebildet: der Vorstandsvorsitzende der Bayern München Fussball Aktien Gesellschaft, Karl Heinz Rummenigge.
Zugegebenermassen schaut er etwas ernst und humorlos darauf aus.
Aber es geht auch um ein ernstes Thema. Uli Hoeness setzt sich neben seiner Funktion als Präsident des FC Bauern München als Kuratoriumsvorsitzender der "Dominic Brunner Stiftung" ein. Der 50-
Jährige Brunner hatte sich im September letzten Jahres am Münchner S-Bahnhof Solln schützend vor vier Kinder gestellt, die von Jugendlichen bedroht worden waren. Die beiden 17 und 18 Jahre alten Haupttäter fügten ihrem Opfer daraufhin binnen weniger Minuten mit Tritten und Schlägen tödliche Verletzungen zu.
Und so sind mittlerweile in ganz München verteilt Bilder von Bayern Spielern und Funktionären mit der Aufschrift "Zusammenhalt macht stark" und dem Aufruf zu mehr Zivilcourage zu finden.

Mittlerweile ist es zum Glück ruhiger geworden um jugendliche Attacken und Kriminalität in Münchens S- und U-bahnen. Zur medialen Hauptberichtszeit über die Vorkommnisse in München soll es ja unter gewaltbereiten Berliner Jugendlichen sogar schon das geflügelte Wort "Schnauze sonst München!" gegeben haben.

Anyways. Auch ein ernstes Thema, aber wenigsten etwas farbenfroher war dieses Werbeplakat im Sommer 2007. Gerade zur Volksfestzeit ist so eine Aufklärung sicher angebracht. Auf dem Bild trägt die Person rechts ja noch ein Halstuch. Schlimm. Wie ich seit September 2009 weiss, ein absolutes "No Go". Die Tücher werden nur noch echt männlich als Schweisstücher oder zum Mundabwischen um den Arm getragen.......

Montag, April 26

Ein Besuch bei der Bauma

Die Bauma lässt Männerherzen höher schlagen.

Die "Internationale Fachmesse für Baumschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte" ist die weltweit grösste Ihrer Art. Lediglich alle 3 Jahre findet Sie an der Messe München in Riem statt. Neben dem Oktoberfest, ist es die Woche im Jahr, in der man kein Hotelbett in München mehr bekommt.
Eigentlich kosten Tickets so 30 €, aber mein Kumpel Michi hatte Freitickets besorgt, die uns als Mitarbeiter einer Baufirma Fa.Zeppelin auswiesen.

Baumessegerecht mit Oberhemd gekleidet machte ich mich mit dem ÖPNV auf den Weg. Auf dem Hinweg in der U-bahn waren Schwerpunktthemen unter den hauptsächlich männlichen Messebesuchern der Welttag des Bieres (23 April!), Bagger und Messehostessen.

An der Messe angekommen war ich dann aber wirklich schnell von den aktuellen technischen Möglichkeiten im Baubereich fasziniert. Es ist schon ein Unterschied, ob man Einschalungen mit dem Fäustel herausbricht (wie ich früher..), oder Sie hydraulisch von oben angeflogen kommen.

Auch die Bau
maschinenhersteller Hilti und Stihl hatten sich an ihren Ständen richtig Mühe gegeben, man konnte Lumberjack mit der Stihl MS 880 (ca. 1m Sägeschwert!) spielen, oder einfach mal mit der HILTI Betonwände bearbeiten. Michi musste hier leider verzweifelt feststellen, dass sichauch ein HILTI Akkuschrauber nicht zum Bohren in Beton eignet.

Als erfahrener Messebesucher weiss ich natürlich, wie man sich durch einige Fachfragen schnell in den Genuss von ein paar netten Give-Aways, Weissbier und Leberkäs bringt. So ging es dann gestärkt in den Outdoorbereich, wo sicher mit die imposantesten Baufahrzeuge ausgestellt waren.

Caterpillar und Liebherr hatten eigens für die BAUMA Grossmuldenkipper (im Bild der Liebherr T 282 C) nach München transferiert. Das sind diese riesigen Nutzfahrzeuge, die im Tagebau Anwendung finden. Stückpreis: 3,5 mio €, allein der ca. 3 m hohe Reifen kostet ca. 40.000 €!


Allein der futuristische Stand von Liebherr soll für Auf- und Abbau 80 Mios gekostet haben. Überall standen zudem riesige Kräne,
die wohl eher auf den Baustellen in Dubai Anwendung finden, als im Schwäbisch-Hall finanzierten DHH Eigenbau in München-Grosshadern.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir natürlich der Stand von Sany, der sich sehr genau auf seine Käuferzielgruppe eingerichtet hatte.
Auf die ausgestellten Baufahrzeuge wurden einfach kurzerhand rotgekleidete Schönheiten -quasi als Sahnehäubchen- gesetzt, die sich einfach
lassisziv in der Sonne räkelten. Einfaches Konzept, super Erfolg.
Die Besucher kamen reihenweise und zückten ihre Kameras, oder verbrachten gleich Ihre Pilspause in der direkten Nähe. Sex sells.



Schnell noch eine Linsensuppe, Espresso und Weissbier bei PERI (sehr spendabel!), und dann ging es zurück zum Ausgang, wo wir uns noch kurz einen ultralärmenden Betonschneider der Firma Tyrolit ansahen. Übertönt wurde das Kreischen von noch lauteren ACDC Klängen. Herrlich.

Spruch des Tages, ein Werbeslogan eines Minibaggerproduzenten: "Männer müssen ständig baggern"!




Mittwoch, April 21

Orlando Michael di Lasso Jackson

Das ist krass. Vor dem bayerischen Hof, dem traditionsreichsten 5 *****Hotel Münchens steht das Denkmal des Sängerknaben und späterem Hofkapellmeisters Orlando Di Lasso. Ein weiterer Vertreter aus den Blütezeiten der bayerischen Monarchie, wie z.B. die Herren von Klenze, Schwanthaler oder von Gärtner. Alle sind hier und da in München mit Büsten oder Denkmälern verewiegt. So sieht normalerweise das Denkmal des alten Orlando die Lasso aus:

Seit Juni letzten Jahres erfährt das Denkmal allerdings eine Umnutzung. Im Juni 2009 starb nämlich Michael Jackson, und Fans und Trauernde in München hatten keinen Ort wo Sie Ihre Trauer und Ihre Verehrung des Popidols zum Ausdruck bringen konnten.
Die Rechnung war daher damals denkbar einfach: Wenn Michael in München war, gastierte er mehrmals in einer Suite im Hotel Bayerischer Hof. Ergo ist genau dort der richtige Ort zum Andenken. Direkt vorm Haupteingang auf dem Promenadeplatz steht die Statue Di Lassos, die noch am Tag seines Todes über Nacht mit Bildern beklebt wurde (wie eine Mitarbeiterin des Hotels berichtet).

Mittlerweile sieht es dort so aus:
"Fans" haben das Denkmal nicht nur komplett mit Bildern und Postern beklebt. Nein, dort brennen Kerzen, es hängen selbstgeschriebene Gedichte, Luftballons, und täglich werden frische Rosen gebracht.

Als ich gestern mal dort vorbeikam, waren gerade 8 Personen (!) damit beschäftigt die komplette Statue mit Goldpapier zu umranden. Zudem wird alles wasserdicht einlaminiert, und täglich mit Handbesen von Taubenkot und Schnee befreit. Angeblich reisen bereits Fans aus ganz Europa an, um Ihrem Idol zu huldigen.


Dennoch stösst diese Denkmalsumweihung nicht nur auf Gegenliebe. Saboteure haben angeblich bereits mehrfach Taubenfutter zwischen die Kerzen und Briefe gestreut, um Jackos Altar zu verschmutzen. Auch die Stadtverwaltung will der Okkupierung nicht dauerhaft zustimmen. Sie hofft auf ein Abflauen des Kultes um den King of Pop.

Nach einem Abflauen sieht es aber m. E. derzeit nicht aus. Ziel der Jackson Jünger ist sogar auf Dauer ein eigenes Denkmal zur Huldigung ihres Idols in München.
Eigens hierfür wurde eine professionelle Internetseite "Denkmal für Michael in München" eingerichtet.

Leider bin ich nie ein grosser Fan des bleichen, menschenscheuen und kinderliebenden Tänzers gewesen. Daher bleibe ich dubai. Keine Ahnung. Ich finde es einfach nur krass.

Montag, April 19

Attacke im Forstenrieder Park

Attacke im Forstenrieder Park ist keine neue TKKG Folge. Nein, ich hatte mich aufgemacht um mit dem Radl erstmals einen bestimmten Teil im Süden Münchens zu erkunden.

Hier liegt mit dem Forstenrieder Park ein grosses Wald und Erholungsareal, welches sich prima zum Joggen, Radeln oder Spazieren nutzen lässt. Als ich um ca. 19 Uhr in den Wald mit meinem Mountainbike hineindüse, sind auf den Scho
tterwegen kaum noch Besucher unterwegs.

Schliesslich fahre ich unter der A95
-die nach Starnberg und Garmisch führt- hindurch und finde mich im Forstenrieder Wildpark wieder
. Um diesen zu betreten muss ich erst ein Gattertor öffnen, an welches sich noch ein weitmaschiges Bodengitter anschliesst, das nur Menschen, aber keine Wildtiere überqueren können. Diese Form der Einzäunung macht mich stutzig. Lässt es doch auf einen reichen Wildbestand schliessen. Nun hoffe ich vielleicht ein Stück Rehwild, oder Rotwild in dem 20qkm grossen Areal zu erspähen.

Zügig fahre ich in das Herz
des Parks und kann nach 20 minütiger Fahrt meinen Augen kaum trauen. Ich nähere mich einer Schotterkreuzung und sehe vor mir und rechts von mir dunkle Gestalten am Wegesrand. Ein zweiter Blick verrät es mir. Ich bin miten in eine Rotte Wildschweine gerasselt. Eine führende Bache mit fast 10 Frischlingen wechselt rechts über den Weg - vor mir säumen übermütige Keiler den Schotterweg. Scheinbar sind Sie menschliche Nähe gewohnt, denn die Schweine machen keine Anzeichen zu flüchten. Ich entschliesse mich zu einem waghalsigen Manöver, und will mit laufender Handykamera durch die Schwarzkitteltruppe hindurchfahren.

Führende Bachen mit Frischlingen sind ja bekannt dafür angriffslustig zu sein, also fahre ich lieber durch die Armada der einzelnen Stücke. Ca. 15m vor Ihnen verdrücken sie sich dann aber doch zurück in die Büsche und beäugen mich düster und angriffsbereit vom Wegesrand. Ich werde mit einem guten Adrenalinstoss
belohnt, gebe lieber mal Vollgas und bin froh durchzukommen (es kann auch anders laufen!).

Am Ausgang lese ich noch ein bisl über den Park, der früher ein königliches Jagdrevier war und heute zu Beobachtung von Wildtieren einladen soll. Ausserdem werden Hundehalter vor den aggressiven Wildschweinen gewarnt. Also ich würde mich Sicherheit hier keinen Hund laufen lassen. Ausser natürlich ich will den "Herrn Hund" vielleicht loswerden.

Da sind die beliebten "Tollwut" Schilder, die Förster auch hier aufhängen, um unaufgekl
ärte Besucher auf den Wegen zu halten, eigentlich gar nicht mehr nötig.

Niemals hätte ich erwartet, so nahe an der Münchener Stadt (zum Marienplatz sind es nur ca. 10 km), echtes Wild beobachten zu können.

Hier muss ich noch häufiger meine Kreise ziehen. Zumal die Rückfahrt über Pullach am Isarhochufer, mit der Waldwirtschaft (liebevoll "Wawi" genannt) einen der schönsten Münchener Biergärten beherbergt.



Hier also das Video meiner TKKG - Teufelsfahrt:

Dienstag, April 13

Kirche in Bayern

Bayern gilt ja gemeinhin als katholisches Pflaster. Papst Benedikt hat ja bekanntermassen hier seine Wurzeln.

Bei Audienzen auf dem Petersplatz habe ich schon selbst gesehen und erlebt, dass der Pontifex seine mit weiss-blauen Fahnen wedelnden Anhänger aus Bayern besonders herzlich begrüsst. Hier in Bayern sind viele Menschen also noch "Papst".
Häufig sind die Leute, die ich hier so
treffe erstaunt, dass es auch nördlich des Mains noch Katholiken gibt. Aber mit der örtlich Verteilungen der Konfessionen ist es ja so eine Sache in Deutschland (der interessierte Leser kann hier mehr erfahren (Stand 1910!).

Münchens bekannteste Kirche ist sicherlich die Frauenkirche. Offizieller Name natürlich "Dom zu unserer lieben Frau". Fast 99m hoch und weithin in der Münchener Stadtshilouette sichtbar, da ja kein Gebäude in Münchens Zentrum höher sein darf als der Dom. Hier ein wunderbares Portrait meines Freundes Bensch vom "Alten Peter" aus geschossen:

Der "Alte Peter" wiederum is der Turm der St. Peter Kirche am Marienplatz schräg gegenüber. Zwar wohl Münchens älteste Kirche und Ursprung Münchens, aber ich bin noch nie auf die Idee hinein zugehen. Dafür bin ich schon oft (mit Besuch) für nur 50 €cent auf den Turm gestiegen, weil er den mit Abstand besten Blick über München und die Berge bietet.

Dann wären da noch die italienisch wirkende Theatinerkirche, die verschnörkelte Asamkirche, das Grab von Kini in der Michelskirche etc. pp...

Aufgehorcht habe ich vor ein paar Wochen, als ich von einem Kirchenneubau in Neuhausen gehört habe, die Preise für die innovative Architektur gewonnen hat. Das hörte sich interessant an. In Zeiten wo man immer von Rekordaustrittszahlen aus der Kirche hört, sind doch neue Kirchen wohl eher Mangelware. Ein Grund diese Kirche ums Eck einmal zu besuchen.

Diese Kirche mit ihrem modernen Kasten aus Glas und einem inneren Kubus aus Holz ist die Herz-Jesu Kirche.

An hohen Feiertagen kann man die Frontglastüren komplett öffnen, und Sie besitzt somit angeblich die grössten Kirchentüren der Welt! Innen sorgt der Kubus aus Holzstehlen für eine warme Atmosphäre. Die Holzstehlen lassen zum Altar, zu dem hin sich der Boden senkt, immer mehr Licht hindurch.

Ich muss gestehen, dass ich mich hier sofort Wohl gefühlt habe. Ein wunderbarer Ort zum in sich gehen und nachdenken.

Auch das Fotographieren fiel mir in den heiligen Hallen nicht sonderlich schwer. Gehört die Kirche, ob Ihrer modernen Form laut Wiki doch zu einer der meistbesuchten Kirchen Münchens. Vielleicht, weil viele -genau wie ich-, ein paar Fotos knipsen wollen.......


Dienstag, April 6

ManU in Munich

Meistens schaue ich mir Fussballspiele aus der Arroganz Arena in München ja im TV an. Schliesslich ist es schwierig an Karten zu kommen.
Jeder, der am Tag des Champions League Spiel zwischen den Bayern und Manchester in der Münchener Innenstadt unterwegs war, wurde aber unfreiwillig Zeuge des wichtigen Spiels: Schliesslich hatten sich Horden von ManUnited Fans an verschied
enen Punkten der Stadt zurückgezogen, um Bier zu trinken und Ihre Gesangeskunst zum Besten zu geben.

Das ist dann schon witzig, wenn du plötzlich in einen Trupp Männer mit dem Aussehen eines Wayne Rooneys gerätst, die mit tiefen, biergeölten Stimmen "Man -UU- nited" oder "Rule Britannia" singen. Ich gebe sofort offen zu, dass mich die- zugegebenermassen etwas offensive- Art der Fans nicht belästigt, sondern fasziniert. Was gibt es schöneres als von der schnöden Insel ins Bierparadies fliegen und dann im Hofbräuhaus vorzuglühen und später in der Arroganz Arena seinen Club -na ja- verlieren zu sehen.


Interessanterweise trugen ca. die Hälfte der Fans gelb-grüne oder gar keine Fanutensilien. Wie mir ein freundlicher ManU - Supporter erklärte, ist es ein stiller Protest gegen die neuen Eigentümer, einem Investor aus den USA. Während dieser nämlich versucht, aus dem Verkauf von roten "Rooney" Shirts grösstmöglichen Profit zu erwirtschaften, fehlt den "echten" Fans die Identifikation mit dem Verein. Daher tragen Sie nun die Farben des Vorgänger Vereins "Newton FC", das modische gelb und grün. Netter Protest.

Neben dem Hofbräuhaus und Marienplatz, war übrigens der Irish/Australian Pub direkt an der Frauenkirche ein weiterer Treffpunkt für Fans. Bloss das Hissen von Bannern an der Kirche wurde dann doch von der Polizei mit Recht untersagt.
Das Spiel habe ich mir am Abend übrigens wieder bei mir um die Ecke im Bürgerheim angeguckt. Eins ist klar. Mir fällt es schwer auf internationaler Ebene für Bayern zu halten. Ein gewonnener UEFA Cup Startplatz hin oder her...

Sonntag, März 28

Clemensburg

Ich mag diese Kneipen, die es wagen sich auf ein Geschäftskonzept festlegen. In München wollen zuviele Etablissments Cafe, Bierkneipe, Tex-Mex Bar und Frühstücksbrasserie gleichzeitig sein. Meist sind diese
dann aber gar nichts von alldem, schliessen nach traurig, tristen Monaten und sind "gone with the wind".
Es fehlt Ihnen einfach der Mut sich auf ein Konzept oder eine Zielgruppe festzulegen. Mit Marketing-Fachchinesisch könnte man von "stuck in the middle" oder fehlendem "strategic fit" sprechen.

Ein positives Gegenbeispiel ist die Clemensburg in Schwabing. Eigentlich eine alte `68er und Studentenkneipe, hat sie sich auf eine sehr interessante Zielgruppe spezialisiert. Die Clemensburg ist nämlich Münchens einzige Schalke Kneipe!

Hier werden
ausschliesslich Schalke Spiele gezeigt und der Münchener Schalke Fanclub "Isar-Schalker" hat hier seine Basis. Bei so super Spielen wie gestern herrscht eine Stimmung mit Fangesang, Klatschen und Stehplätzen. Vieles ist hier anders: Man jubelt endlich nicht als einziger Gast in der Kneipe wenn Schalke ein Tor macht, man darf hier sogar "Glückauf" sagen ohne schräg angesehen zu werden, und man darf auch mal ein Pils bestellen.
Die Clemensburg schenkt mit dem "Auer Bier", das beste Pils Südbayerns aus. Ein weiteres Zuckerl für die pilsgewohnte Kundschaft, die häufig aus dem Gelsenkirchener Grossraum kommt. Zwar brauen eigentlich alle Brauerreien Münchens Pils, aber das ist echt völlig indiskutabel unterirdisch!

Wenn man es nicht besser wüsste, man meinte es hätte einen in eine Kneipe in Gelsenkirchens "Kurt Schuhmacher Allee" neben der Glückaufkampfbahn verschlagen.

Wenn die Preise weiter bei Bier 2€ und Schnaps 1€ bleiben bin ich wohl neuer Stammgast in der Clemensburg. Zumindest habe ich versprochen nun alle Schalke Spiele bis zur Meisterschaft dort zu verfolgen.....

Entscheidend ist nun das Spiel gegen den Zweitplatzierten FC Bauern am nächsten Samstag auf dem Acker der Veltins Arena. Ich mag diese Kneipe...